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Alpenverein Peißenberg startet fulminant ins Jubiläumsjahr

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Großes Jubiläum – große Feier: Am Samstag fiel der Startschuss für die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläumsjahr der Peißenberger Alpenvereinssektion. 

Peißenberg – Der Peißenberger Alpenverein lässt sich wahrlich nicht lumpen. Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum hat das Organisationsteam um Vorstand Ronald Bauer ein vielfältiges „Aktionsprogramm“ für das Jahr 2020 zusammengestellt. Der Auftakt ist schon einmal gelungen: Beim Festakt in der Tiefstollenhalle machten zahlreiche Ehrengäste ihre Aufwartung, darunter Vertreter vom Bayerischen Landessportverband (BLSV), von der DAV-Bundesspitze, von den Nachbarsektionen und aus der Kommunalpolitik. Auch Vereinsurgesteine wie Anton Palmberger (seit 74 Jahren Mitglied der Sektion) oder der von Bauer als „graue Eminenz“ bezeichnete Georg Ernst (Spitzname: „Schlagi“), der über 50 Jahre als Kassier tätig war, feierten mit.

Nicht nur die ältere Generation gab sich beim Festakt die Ehre. Mit der kleinen Josefa war auch das aktuell jüngste Mitglied des Peißenberg Alpenvereins anwesend. Elisabeth Feuchthuber und Martin Knobloch haben ihr Töchterchen bereits im zarten Alter von einem Monat in der Sektion angemeldet – „da ist die Bergsteigerkarriere absehbar“, konstatierte Bauer in seiner Festrede.

Nachwuchssorgen hat der Alpenverein nicht. Der Trend steigender Mitgliederzahlen hält an, aktuell sind es 4300. „Die Mitglieder kommen in immer jüngeren Jahren zu uns“, berichtete Bauer. Die Sektion sei „vielfältig aufgestellt“ und würde „alles bieten, was sich ein Bergsteiger nur wünschen kann“. Im Zuge der 100-jährigen Vereinsgeschichte habe sich natürlich vieles verändert, aber eines sei immer gleich geblieben: „Unsere Leidenschaft und Begeisterung für die Berge und die Schönheit der Natur.“

Das Thema „Natur“ griff auch Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl in seinem Grußwort auf. Der Alpenverein leiste „wertvolle Arbeit“ – und zwar nicht nur, weil er Menschen ein Heimatgefühl vermitteln würde. Er zeige auch auf, was nötig sei, um die Alpen vor dem Ansturm Erholungssuchender zu schützen: „Das ist ein Riesenproblem zum 100-jährigen Jubiläum“, betonte Grehl: „Die Berge ersticken im Autoverkehr. Der Mensch ist zum Problem der Alpen geworden.“ Grehl outete sich zudem als „großer Fan“ des Projekts „Nationalpark Ammergauer Alpen“: „Das sollten wir anstreben. So etwas könnten wir in Bayern gut gebrauchen.“ Ein Großteil der notwendigen Flächen würde sich ohnehin im Besitz des Freistaats befinden.

„Der Alpenverein war und ist gefordert“, betonte auch DAV-Präsidiumsmitglied Roland Stierle in puncto „Erhalt der Bergwelt“. Längst sei man ein anerkannter Naturschutzverband mit „immensen Aufgaben“. „Die Alpen werden sich bis zu Ihrem nächsten Jubiläum gründlich verändern. Der Rückgang der Gletscher und der tauende Permafrost werden das Bild der Berge mit der anzupassenden Infrastruktur der Hütten und Wege neu prägen“, so Stierle. Diesen Prozess „kreativ zu begleiten“, sei die große Aufgabe. Vor allem der Zugang zu den Bergen müsse mehr auf öffentliche Verkehrsmittel verlagert werden.

Bürgermeisterin Manuela Vanni wiederum sprach von einem „fulminanten Auftakt“ für das Jubiläumsjahr. Der Alpenverein sei unter anderem wegen seiner Kletterhalle und seinem gesellschaftlichen Leben „aus Peißenberg nicht wegzudenken“: „Er bietet Heimat und prägt sie auch“, so die Rathauschefin. Für die Marktgemeinde, die 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert hatte, sei der Alpenverein so etwas wie „eine kleine Schwester oder ein kleiner Bruder von Peißenberg“.

Und wie sieht die Zukunft der Sektion aus? „Ich hoffe, dass sich die Chronik fortschreiben lässt. Ich bin da sehr zuversichtlich“, so Bauer in seinem Schlusswort. Der Leitspruch zum Jubiläum „Oiwei in Bewegung“ solle jedenfalls Ansporn für die Herausforderungen der Zukunft sein – nicht nur körperlich, sondern auch ideell.

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Alpenverein Peißenberg feiert 100-jähriges Bestehen
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Führungswechsel beim Alpenverein Peißenberg

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