Mit einer Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohngebäudes in zweiter Reihe an der Ludwigstraße 61 ist das Thema „Alte Bahn“ nach längerer Zeit wieder aufs Tapet gekommen.
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Mit einer Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohngebäudes in zweiter Reihe an der Ludwigstraße 61 ist das Thema „Alte Bahn“ nach längerer Zeit wieder aufs Tapet gekommen.

Der Ortsteil soll städtebaulich überplant werden

„Alte Bahn“ erhält Zuwachs

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Der Ortsteil „Alte Bahn“ soll städtebaulich überplant werden: Darauf hat sich der Marktrat mit großer Mehrheit verständigt. Damit wird die vom gemeindlichen Bauamt bisher verfolgte Linie, keine weitere Bebauung in der Splittersiedlung zuzulassen, aufgegeben.

Peißenberg – Das Thema „Alte Bahn“ war in der jüngsten Bauausschusssitzung mit einer Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohngebäudes in zweiter Reihe an der Ludwigstraße 61 nach längerer Zeit wieder aufs Tapet gekommen. Das betreffende Grundstück liegt aktuell noch außerhalb der Grenzen des Bebauungsplans – bald aber wohl nicht mehr.

Denn im Rahmen eines Änderungsverfahrens für den Flächennutzungs- und Bebauungsplan soll die Baugrenze im westlichen Bereich an der äußeren Ludwigstraße um eine Reihe nach Westen gezogen werden – und zwar auf der ganzen Linie. Darauf hat sich der Marktrat bei nur einer Gegenstimme verständigt. Damit ergibt sich nicht nur für den Antragsteller ein zusätzliches Baufenster, sondern für alle Grundinhaber in der zweiten Reihe.

Einheitlicher Meinungstenor kristallisierte sich schnell heraus

In der Marktratsdebatte kristallisierte sich der einheitliche Meinungstenor der Fraktionen schnell heraus: Altbürgermeisterin Manuela Vanni erteilte für die Peißenberger Liste eine generelle Absage an eine „Einzelausnahme“. Selbige wäre „ziemlich ungerecht und städtebaulich nicht begründbar“. Die Baugrenze Richtung Westen zu schieben und den Bebauungsplan entsprechend zu ändern, sei jedoch sehr wohl vorstellbar. Ähnlich äußerte sich Patricia Punzet (CSU/Parteilose): „Wir freuen uns, wenn junge Familien zurück nach Peißenberg kommen. Und wenn schon die Möglichkeit besteht, in den elterlichen Garten zu bauen, dann sollte man die auch nutzen.“ Punzet und Vanni pochten aber auch darauf, den gesamten Ortsteil „Alte Bahn“ zu überplanen: „Wir sollten uns die Zeit nehmen und uns anschauen, wo wir wollen, dass in Zukunft noch gebaut wird“, so die Altbürgermeisterin: „Es hat in der Vergangenheit so viele Anträge gegeben.“

Auch Mattias Reichhart (Bürgervereinigung) votierte dafür, zusätzliche Baumöglichkeiten zu schaffen – schon allein wegen der renovierten Bahnstation und der damit verbundenen „günstigen Verkehrsanbindung“. Wortmeldungen, die sich gegen eine weitere Bebauung an der Alten Bahn aussprachen, gab es während der Debatte keine – auch nicht von Bauamtsleiter Bernhard Schregle, der im Ausschuss noch auf die bisher ablehnende Haltung der Fachbehörden hingewiesen hatte. Zumindest kein verbales Veto kam ebenso wenig von Katrin Neumayr. Die AfD-Rätin, die im Ortsteil „Alte Bahn“ wohnt, stimmte aber gegen den von Bürgermeister Frank Zellner (CSU) formulierten Beschlussvorschlag.

Der sieht in einem ersten Schritt vor, ein Änderungsverfahren bezüglich des bestehenden Flächennutzungs- und Bebauungsplans zu prüfen. Dabei geht es zunächst „nur“ um die zweite Baureihe respektive Baugrenzenverschiebung im westlichen Teil der äußeren Ludwigstraße. In einem zweiten Schritt soll dann unabhängig davon die gesamte Splittersiedlung an der Alten Bahn überplant werden.

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