Zwei Pferde und zwei Menschen stehen vor einem Haus
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Maria Achleitner (li.) und Stefan Schwaller (re.) bedauern, dass die Leonhardifahrt heuer ausfällt.

Am 25. Oktober bleiben die Pferde im Stall

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Schweren Herzens hat der Vorstand des „Leonhardivereins Peißenberg Ammerhöfe“ die für den 25. Oktober geplante Leonhardifahrt abgesagt. Inzwischen ist klar, dass es an diesem Tag auch keine Ersatzveranstaltung geben wird. Die Auflagen wären zu hoch gewesen.

Peißenberg – So hat sich Stefan Schwaller, der neue Vorsitzende des „Leonhardivereins Peißenberg Ammerhöfe“, seinen Start an der Vereinsspitze sicher nicht vorgestellt: Die für Sonntag, 25. Oktober, geplante Leonhardifahrt, die den Höhepunkt im Vereinsjahr markiert, kann heuer coronabedingt nicht stattfinden. Warum die Vereinsführung diese Entscheidung getroffen hat, erläuterten der Vorsitzende und Schriftführerin Maria Achleitner nun bei einem Pressetermin.

„Wir haben das Problem, dass Großveranstaltungen vom Gesetz her nicht möglich sind“, sagte Schwaller. Vor allem die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 200 bei Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, sei das K.o.- Kriterium gewesen. Der frisch gewählte Vereinsvorsitzende hatte sich im Peißenberger Rathaus und im Landratsamt erkundigt, unter welchen Bedingungen und Auflagen die Fahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard, die in der Marktgemeinde Peißenberg traditionell am letzten Sonntag im Oktober stattfindet, abgehalten werden könnte. „Danach war klar: Das ist nicht zu machen“, sagte Achleitner.

Die Zuständigen am Landratsamt hätten ganz klar gemacht, dass der Verein die Verantwortung dafür trägt, dass nicht mehr als 200 Personen zu der Großveranstaltung kommen, die regelmäßig bis zu 10 000 Zuschauer an die Straßen in die Marktgemeinde lockt. Die Teilnehmer der Leonhardifahrt seien da noch nicht hinzugerechnet, sagte Schwaller.

Bis zu 10 000 Besucher gab es bei der Leonhardifahrt in Peißenberg in vergangenen Jahren. Heuer fällt die Traditionsveranstaltung wegen Corona aus.

2019 haben rund 250 Pferde und 55 Festwagen an der Peißenberger Leonhardifahrt teilgenommen. Der Peißenberger Leonhardiverein zählt fast 200 Mitglieder, die in der Regel mit Freunden und Familie das wichtigste Ereignis im Vereinsjahr besuchen. „Das ist für uns nicht zu steuern“, sagte Achleitner.

Aus diesen Gründen sei der Entschluss gefasst worden, die Leonhardifahrt heuer abzusagen. Leicht sei den Verantwortlichen des Vereins diese Entscheidung nicht gefallen, sagte Schwaller: „Wir haben schwer mit uns gerungen und ringen immer noch mit uns. Den Haupttag unseres Vereinslebens im Jahr ausfallen zu lassen, das fällt nicht leicht.“

Nachdem klar gewesen sei, dass es die traditionelle Leonhardifahrt in dem üblichen Rahmen heuer nicht geben wird, sei über eine Ersatzveranstaltung in kleinerem Rahmen nachgedacht worden. Noch bei der Jahresversammlung im September hat der Vorstand eine inoffizielle Prozession, an der sich unter Umständen nur Vereinsmitglieder mit ihren Pferden beteiligen dürfen nicht ausgeschlossen. Doch auch da sei ziemlich schnell klar geworden, dass diese die gleichen Probleme mit sich bringen würde. „Klar haben wir überlegt, was wir machen könnten, aber es ist unmöglich“, sagte Schwaller.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Leonhardifahrt in Peißenberg wegen eines grassierenden Virus nicht stattfinden kann, wie Schriftführerin Achleitner erzählte: „Im Jahr 1989 musste die Leonhardifahrt wegen der Pferdegrippe ausfallen.“ So weit es in den Aufzeichnungen des Vereins festgehalten ist, war bei den anderen Absagen das Wetter der Grund dafür, dass die Pferde im Stall blieben. Im Jahr 2012 wurde die Fahrt wegen eines heftigen Sturmes verschoben, und zuvor hatte zu viel Schnee schon dazu geführt, dass die Traditionsveranstaltung entfallen ist.

Die Peißenberger Vereine, die traditionell mit einem selber geschmückten Wagen bei der Fahrt zu Ehren des heiligen Leonhards mitfahren, sind bereits angeschrieben und darüber informiert worden, dass sie heuer keine Vorbereitungen für die Leonhardifahrt treffen müssen. Einige hätten sich zurückgemeldet und gesagt, dass sie die Absage bedauern.

Wie es mit dem Vereinsleben weitergeht und ob es im kommenden Jahr wieder eine Leonhardifahrt geben wird, lasse sich noch nicht sagen, meinen Achleitner und Schwaller. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr anders ausschaut, dass die Lücke nicht noch größer wird“, sagte der Vorsitzende.

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