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„Achtung Kinder“: Diesen Appell haben Anwohner der Bert-Schratzlseer-Straße aufgestellt, damit Autofahrer dort langsam fahren. 

An der Bert-Schratzlseer-Straße

Gemeinde duldet Warnschilder – vorerst

An der Bert-Schratzlseer-Straße  haben Anwohner  Warnhinweise aufgestellt, damit Autofahrer langsam fahren. Die Gemeinde duldet das - vorerst.     

Peißenberg Peißenberg – „Achtung Kinder“: Die Warnung ist unmissverständlich, die Autofahrer derzeit auf der Bert-Schratzlseer-Straße visuell erhalten. In dem verkehrsberuhigten Bereich wurden vier inoffizielle, mit dem Logo eines Radiosenders und eines Versicherungsunternehmens versehene Straßenschilder aufgestellt – „vermutlich von einem oder mehreren Anwohnern“, wie Gemeinderat Dr. Klaus Geldsetzer (SPD) vermutet, der selbst im Quartier wohnt.

Die Verkehrssituation an der Bert-Schratzlseer-Straße war unlängst Thema im Peißenberger Bauausschuss. Einige Anwohner beklagen den hohen und vor allem zu schnellen Durchgangsverkehr auf der bei Autofahrern beliebten Abkürzungsroute zwischen Böbinger- und Schongauer Straße.

Die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit, so der Vorwurf, werde kaum eingehalten. Zur Lösung des Problems wurde im Marktrat vorgeschlagen, die nördliche Ausfahrt der Bert-Schratzlseer-Straße zur Wilhelm-Röntgen-Straße zu sperren. Um nicht vorschnell über die Köpfe der Anlieger hinweg zu entscheiden und ein umfassendes Meinungsbild zu erhalten, wurde aber zunächst von der Rathausverwaltung eine Bürgerbefragung im betroffenen Wohnquartier initiiert. Die Aktion läuft noch bis Anfang März.

Auf den Fragebögen können wahlweise vier Varianten angekreuzt werden, nämlich die Sperrung der südlichen Zufahrt zur Wilhelm-Röntgen-Straße, die Schließung der Verbindung zur Schongauer Straße, der Einbau von Temposchwellen oder die Variante „alles so belassen, wie es ist“. Nach Auskunft von Bauamtsmitarbeiter Bernhard Schregle ist die Resonanz auf die Umfrage bislang sehr positiv: „Die Anwohner finden es gut, dass sie in die Diskussion miteingebunden werden.“

Im Rathaus seien samt den Fragebögen bereits „umfangreiche Stellungnahmen“ eingegangen: „Es gibt viele Anwohner, die sagen, dass man die Bert-Schratzlseer-Straße so belassen soll, wie sie ist“, berichtet Schregle. Eine Tendenz „in eine eindeutige Richtung“ sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen. Schregle hat mit vielen Anwohnern auch telefonischen Kontakt: „Da hat mir allerdings niemand gesagt, dass inzwischen Schilder aufgestellt wurden. Deshalb bin ich darüber etwas verblüfft“, sagt Schregle.

Grundsätzlich seien solch eigenmächtige Eingriffe in die verkehrsrechtlichen Vorgaben nicht erlaubt. Im konkreten Fall würden die Tafeln aber nicht den Anschein einer amtlichen Beschilderung erwecken. Zudem seien sie außerhalb der öffentlichen Verkehrsflächen angebracht und würden keine Sichtbehinderung darstellen.

„Zunächst dulden wir diese Beschilderung für einen noch nicht näher bestimmten, aber dennoch nicht allzu langen Zeitraum“, erklärt Schregle auf Nachfrage. Parallel dazu hat die Rathausverwaltung Fotomaterial an die Polizeiinspektion Weilheim geschickt. Ein Prüfungsergebnis lag  noch nicht vor.

Bernhard Jepsen

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