Ärger über Vorgehen in Impfzentrum

Wer Astrazeneca haben will, bekommt es nicht

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
    schließen

Für drei Tage, an denen das Impfzentrum Peißenberg ausschließlich Astrazeneca-Impfungen anbietet, gibt es noch hunderte freie Termine. Doch so einfach kommt man nicht an eine Corona-Impfung.

Landkreis - Sie berichteten, dass sie sich gern mit Astrazeneca impfen lassen würden und zur Prioritätengruppe 2 gehören, ihnen an der Hotline aber gesagt wurde, dass sie die freien Termine nicht bekommen können – weil sie noch nicht an der Reihe seien.

Die Redaktion fragte deswegen noch einmal bei Christian Achmüller, dem Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, nach. Er erklärte, dass im Impfzentrum die Termine ausschließlich über das zentrale Registrierungsportal des Freistaats Bayern vergeben werden – BayImco. Wer sich dort registriert hat, bekommt eine Priorisierung, die neben dem Alter auch die Vorerkrankungen mit einberechnet. Und aufgrund dieser Priorisierung bekommt man einen Platz auf der Liste, die festlegt, wann wer eingeladen wird.

Astrazeneca-Impfungen: Hunderte Termine übrig - doch so einfach kommt man nicht dran

So läuft das jetzt auch bei den Astrazeneca-Tagen. Will meinen, dass diejenigen, die jetzt laut BayImco an der Reihe wären, eine Mail oder eine SMS bekommen und sich einen Termin aussuchen können. Bei den einzelnen Terminen werde neuerdings angezeigt, welcher Impfstoff an dem zur Auswahl stehenden Termin verabreicht werden soll, so Achmüller. Und da entscheiden sich die meisten wohl dafür, lieber einen Tag zu nehmen, an dem sie Biontech* bekommen. Deswegen sind in der Tat zahlreiche Termine am Mittwoch, Donnerstag und Freitag derzeit noch nicht vergeben.

Corona in Bayern: Kein Aufhebeln der Impfreihenfolge - Astrazeneca-Dosen sollen an Hausärzte gehen

Achmüller lehnte aber auf Nachfrage ab, dass man diese Termine einfach an diejenigen gibt, die die Kriterien (über 60 Jahre alt) erfüllen, bereit sind, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen und sich bei der Hotline melden – „das ist organisatorisch nicht zu stemmen“. Auch freie Impftage wie in anderen Bundesländern, bei denen man sich anstellt und mit Glück eine Impfung mit Astrazeneca bekommt, sollen im Landkreis Weilheim-Schongau nicht angeboten werden. Stattdessen sollen nun die unbesetzten Termine am Mittwoch, Donnerstag und Freitag einfach auf Biontech umgestellt werden. Sollte dadurch Astrazeneca-Impfstoff übrig bleiben, werde dieser dann in der kommenden Woche an die niedergelassenen Ärzte abgegeben, so Achmüller. Denn ab 19. April sollen auf Anweisung des Freistaats Bayern die Impfzentren keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr vornehmen. Das Vakzin soll ab dann ausschließlich von den niedergelassenen Ärzten verimpft werden.

Auch die Aufteilung der Impfstofflieferungen, die für Ende April erwartet werden, ist mittlerweile geklärt. Wie Achmüller berichtet, erwartet man im Landkreis Weilheim-Schongau dann rund 1200 Impfdosen pro Tag. Davon sollen 600 bis 700 im Impfzentrum in Peißenberg und einem möglichen Drive-In-Impfzentrum verabreicht werden (wir berichteten). Die restlichen Dosen sollen den niedergelassenen Ärzten zur Verfügung gestellt werden.

Schongau-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Rubriklistenbild: © Robert Michael

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare