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Symbolfoto.

Auf allen Flächen der Marktgemeinde

Peißenberg will glyphosatfrei werden

Ähnlich wie Wessobrunn will auch Peißenberg eine „glyphosatfreie Gemeinde“ werden. Und zwar ausnahmslos auf allen kommunaleigenen Flächen.

Peißenberg –  In der ersten Bauausschusssitzung im neuen Jahr sprach sich das Gremium in seiner Beschlussempfehlung für den Gemeinderat einhellig dafür aus, dass sich der Markt explizit dazu verpflichtet, auf den gemeindeeigenen Grundstücken keinerlei chemische Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat einzusetzen. „Ich habe das Thema von mir aus auf die Tagesordnung setzen lassen, weil ich damit gerechnet habe, dass von den Fraktionen sowieso bald entsprechende Anträge gekommen wären“, erklärte Bürgermeisterin Manuela Vanni im Ausschuss. Der Beschluss zur „glyphosatfreien Gemeinde“, der am kommenden Mittwoch im Gemeinderat endgültig abgesegnet werden soll, unterstreicht zunächst einmal nur die bereits gängige Praxis.

Obwohl die EU unter Mithilfe von CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Zulässigkeit von Glyphosat bis Ende 2023 verlängert hat, darf die öffentliche Hand auf selbstbewirtschafteten Flächen schon jetzt keine Unkrautvernichtungsmittel mehr einsetzen. „Wir verwenden in dieser Richtung gar nichts mehr“, bestätigte Vanni.

Auf dem Friedhof zum Beispiel würde man zur Unkrautbekämpfung auf Heißwassergeräte zurückgreifen, und das Naherholungsgebiet auf der Bergehalde werde seit ein paar Jahren als „ökologisches Ausgleichsflächenkonto“ geführt. Dort sei der Einsatz von Glyphosat ohnehin tabu.

Doch der vom Ausschuss verabschiedete Beschlussvorschlag geht inhaltlich weiter. Demnach soll das Verbot von chemischen Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmitteln auch bei gemeindeeigenen Flächen durchgesetzt werden, die an Dritte verpachtet sind.

Nach Intention des Ausschusses soll die Rathausverwaltung allerdings damit beauftragt werden, beim Neuabschluss von Pachtverträgen chemische Unkrautvernichter auszuschließen. Laufende Verträge sollen zudem entsprechend nachverhandelt und angepasst werden.

„Die vom Markt angelegten Blühwiesen werden von der Bevölkerung sehr positiv angenommen, und die Peißenberger Bürgervereinigung hat einen Antrag zum Schutz der Wildbienen gestellt“, führte Vanni im Ausschuss aus, „Von daher ist es nur folgerichtig, den Einsatz von Glyphosat auf allen gemeindeeigenen Flächen zu verbieten.“ Die Formulierung der Beschlussempfehlung beschränkt sich übrigens nicht nur auf die kommunalen Flächen. „Der Markt“ so heißt es, „appelliert an alle Grundstückseigentümer, im Gemeindegebiet zukünftig auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmitteln zu verzichten.“ Anders als bei den eigenen Flächen fehlt der Gemeinde bei den privaten Grundstücken allerdings – noch – die rechtliche Handhabe. Deshalb ist nur von einem „Appell“ die Rede.

Bernhard Jepsen

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