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Im Bürgerhaus Peißenberg nahmen die Geehrten ihre AWO-Förderpreise entgegen

AWO vergibt sechs Preise für das Ehrenamt

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Soziales, ehrenamtliches Engagement wertschätzen und in der Öffentlichkeit bekannt machen – das ist die Intention des 2009 ins Leben gerufenen Förderpreises der AWO-Kreisverbände Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Bei der Vergabe in Peißenberg wurden nun sechs Projekte und Institutionen ausgezeichnet.

Peißenberg – Ehrenamtliches Engagement kann unheimlich vielfältig sein, läuft aber meistens im Verborgenen ab – vor allem, wenn es um soziale Belange geht. „Mir war ehrlich gesagt nicht alles bekannt“, gestand Manuela Vanni, nachdem sie einen Blick auf die Preisträgerliste für den diesjährigen Förderpreis der Arbeiterwohlfahrt geworfen hatte. Peißenbergs Bürgermeisterin sprach als „Hausherrin“ ein Grußwort bei der kleinen Feierstunde im neu errichteten Bürgerhaus – ebenso wie „Schirmherrin“ Andrea Jochner-Weiß.

Ehrenamtliches Engagement, so betonte die Landrätin, lasse sich nicht verordnen. Hinter den ausgewählten Projekten des Förderpreises würden Menschen stehen, „die den Konjunktiv beiseitelegen und denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist“: „Sie stärken das soziale Netzwerk“, lobte Jochner-Weiß die Preisträger: „Die Projekte sind alle vorbildlich.“

Eine wesentliche Rolle spielt bei einem Teil der Förderpreisempfänger der Inklusionsgedanke – so Beispiel beim Gewinner des ersten Preises. Die Staatliche Wirtschaftsschule Garmisch-Partenkirchen organisierte ein „Sommerfest Europa“ für Patienten der Kinderrheumaklinik – und zwar mit angepassten Spielstationen, bei denen jeder nach seinen individuellen körperlichen Fähigkeiten mitmachen konnte. Das Preisgeld in Höhe von 800 Euro will die Schule nun in weitere Projekte wie die Organisation eines Faschingsballs in einem Garmisch-Partenkirchener Kindergarten stecken.

Auch der zweite Preisträger hat viel mit Inklusion zu tun. Die „Spaßvögel“ sind eine Kontaktgruppe für geistig behinderte, lernbehinderte und nicht behinderte Menschen. „Seit über 32 gehören wir zum normalen Stadtbild in Penzberg“, erklärte Mitorganisatorin Agnes Eberl bei der Vorstellung der „Spaßvögel“. Das Förderpreisgeld (500 Euro) soll in die Anmietung eines Fahrzeugs gesteckt werden – denn: „Die Mobilität ist unser größtes Problem“, so Eberl.

Der dritte Preis (300 Euro) ging an die Nachbarschaftshilfe Wielenbach und ihr Projekt „Generationen lernen – Workshops für Jung und Alt“. Die Idee: Junge und alte Menschen sollen sich ungezwungen treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Thematischer Aufhänger ist unter anderem die Digitalisierung. Bei Kaffeerunden weisen zum Beispiel Jugendliche Senioren in die Bedienung von Smart-Phones ein. In der Planungsphase ist derzeit die Organisation eines Computerkurses.

Mit jeweils 100 Euro wurden zudem die Christophorusschule Farchant mit ihrem „Beschäftigungsangebot für Senioren“, der AWO-Ortsverein Penzberg mit seinem „Lernpatenprojekt“ und das Staffelsee-Gymnasium Murnau für seine „Unterstützung von Patenkindern in unterschiedlichen Ländern“ ausgezeichnet. Die beiden Schülerinnen, die den Geldpreis für das Gymnasium in Empfang nahmen, erhielten von Weilheim-Schongaus AWO-Kreisvorsitzenden, Michael Asam, noch eine besondere „Einladung“: „Ich würde mir so wünschen, wenn ihr Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt werden würdet.“ Der Altersdurchschnitt bei der AWO sei leider relativ hoch. Da müsse man dringend von unten auffüllen: „Aber das ist natürlich nicht der Hintergedanken des Preises“, schob Asam schmunzelnd nach.

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