Pfaffenwinkelbahn

Barrierefreier Ausbau verzögert sich

  • Christoph Peters
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Schlechte Nachrichten für die Pfaffenwinkelbahn: Der barrierefreie Umbau der Bahnhöfe entlang der Strecke wird wohl frühestens bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Auch bei den Bahnübergängen und dem elektronischen Stellwerk in Peißenberg drohen Verzögerungen.

Weilheim-Schongau – Lange Fahrtzeit, wenig komfortable Bahnhöfe: Dass bei der Pfaffenwinkelbahn Handlungsbedarf besteht, ist seit langem bekannt. Vor vier Jahren schien endlich Bewegung in die Sache zu kommen. Alexander Dobrindt, damals Bundesverkehrsminister, versprach, dass die Pfaffenwinkelbahn bis 2019 schneller, sicherer und komfortabler werden sollte. Jetzt sieht es so aus, als müssten sich Fahrgäste und die Gemeinden entlang der Strecke doch noch ein bisschen länger gedulden, bis die Ankündigungen auch wirklich Realität werden.

Bei der Bahn jedenfalls gibt man sich zurückhaltend, wenn es um Fragen zum aktuellen Zeitplan geht. Derzeit könne man keinen genauen Termin nennen für den Start des barrierefreien Ausbaus der Bahnsteige entlang der Strecke, teilt ein Bahnsprecher auf Nachfrage der Heimatzeitung mit.

Im vergangenen Jahr hatte es noch geheißen, dass dieser 2019 beginnen und 2020 mit der Ertüchtigung des Schongauer Bahnhofs abgeschlossen sein soll. Ursache für die Hängepartie ist das sogenannte „Bahnsteighöhenkonzept 2017“, mit dem Bahn und das Bundesverkehrsministerium die Höhen der Bahnsteigkanten vereinheitlichen wollen.

Bahnsprecher: „Wir hängen in der Luft“

Als Regelbahnsteighöhe werden darin 76 Zentimeter vorgegeben. Das Problem: In der bisherigen Planung ist für die Bahnsteige der Pfaffenwinkelbahn eine Höhe von 55 Zentimeter vorgesehen. „Das ist der Grund, weshalb wir hier etwas in der Luft hängen“, erklärt der Bahnsprecher. Hier müsse die Politik eine Entscheidung fällen.

Das Thema hat längst den Landtag erreicht. Abgeordnete von SPD, Freien Wählern, und CSU fordern, dass die in vielen Stationen Bayerns gebräuchliche Bahnsteighöhe von 55 Zentimeter über Schienenoberkante als Regelhöhe in das Konzept aufgenommen werden. Schließlich sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Bahnhöfe in Bayern für viel Geld entsprechend barrierefrei ausgebaut worden. In Weilheim wurden beim Umbau wegen des Fernverkehrs beide Höhen realisiert.

Die Züge der Pfaffenwinkelbahn sind derzeit für eine Bahnsteighöhe von 55 Zentimeter optimiert, dort ist ein stufenfreier Einstieg möglich. Wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den geplanten Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Schongau und Weilheim fachlich begleitet, auf Anfrage mitteilt, wird diese Einstiegshöhe auch in der jüngst erfolgten Ausschreibung für den Betrieb der Pfaffenwinkelbahn ab 2021 gefordert.

So sehe es auch das bayerische Bahnsteighöhenkonzept, das schon 2006 vertraglich zwischen dem Freistaat und der DB vereinbart worden sei, vor. Dass die Bahn dieses nun in Frage stelle, führe nicht nur bei der Pfaffenwinkelbahn zu Verzögerung, sondern betreffe viele Projekte in Bayern.

„Wann genau die Maßnahmen auf der Pfaffenwinkelbahn von der DB angegangen und fertiggestellt werden, entzieht sich unserer Kenntnis.“ Aktuell geht man bei der BEG davon aus, dass die Bahnsteiganpassungen voraussichtlich bis Ende 2021 realisiert werden. Betroffen von der Bahnsteighöhenproblematik ist nicht nur der barrierefreie Ausbau der Stationen. Verzögern könnte sich dadurch auch der geplante Bau des elektronischen Stellwerks in Peißenberg, der eigentlich im kommenden Jahr abgeschlossen werden sollte.

Neue Technik ist wichtig für eine verkürzte Fahrzeit zwischen Schongau und Weilheim

Die neue Technik ist wichtig für die seit Jahren geforderte Verkürzung der Fahrtzeiten zwischen Schongau und Weilheim. „Aus unserer Sicht wäre es gut, wenn man Bahnsteige und die technische Ertüchtigung der Strecke gemeinsam angeht“, heißt es von Seiten der Bahn. Denn dann müsste nur einmal gesperrt werden. Dass dies 2019 passiert, ist aus aktueller Sicht mehr als unwahrscheinlich.

Für die Gemeinden entlang der Strecke sind das keine guten Nachrichten. Denn ohne elektronisches Stellwerk liegt auch die Erneuerung der Bahnübergänge in Peißenberg auf Eis. Noch gravierender sind die Auswirkungen für Peiting.

Gravierende Auswirkungen für Peiting

Dort wartet man sehnlichst darauf, dass die Bahn das mechanische Stellwerk im Bahnhofsgebäude aufgibt. Denn solange dies nicht geschieht, kann die Gemeinde ihre Pläne für eine Neugestaltung des Bahnhofareals mit Kino und Verbrauchermarkt nicht in die Tat umsetzen.

Bürgermeister Michael Asam ist deshalb mehr als verärgert über die neueste Entwicklung. „Für uns als Gemeinde ist das fatal. Endlich haben wir jemanden, der das bauen würde, was wir uns immer dort gewünscht haben. Durch die Verschiebung gerät das alles in Gefahr“, schimpft der Rathauschef. Asam will nun Alexander Dobrindt (CSU) an sein Versprechen erinnern, dass dieser vor vier Jahren, als er noch Bundesverkehrsminister in Berlin war, gegeben hat: „Es bleibt zu hoffen, dass er uns in dieser Sache helfen kann.“

Christoph Peters

Rubriklistenbild: © BRB Symbolbild

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