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Grünen-Chef Robert Habeck muss bei seinem Auftritt in Peißenberg mit einer „Gegenveranstaltung“ rechnen.

„Wir wollen hier keine grünen Maulaufreißer“

Grünen-Chef Habeck tritt bei Ortsjubiläum auf: Bayernpartei kündigt Protest an - AfD will mitmachen

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Am Montag wird Grünen-Chef Habeck in Peißenberg auftreten - was die Bayernpartei per „Einreiseverbot“ verhindern wollte. Jetzt wird es eine „Gegenveranstaltung“ geben. 

Bayernpartei-Vorsitzende kündigt Gegenveranstaltung zu Auftritt von Grünen-Chef Habeck an

Update vom 21. Juni 2019: Regina Schropp (Bayernpartei) hat vergeblich versucht, für Grünen-Chef Robert Habeck ein Einreiseverbot in den Landkreis Weilheim-Schongau zu erwirken und damit seinen Auftritt bei der 100-Jahr-Feier in Peißenberg zu verhindern. Nun lädt sie unter dem Motto „Weiß-blau statt grün“ zu einer Gegenveranstaltung zu dem politischen Abend mit Habeck ein. Ihre Begründung: „Wir wollen hier keine grünen Maulaufreisser, die mit der Heimat und Bayern nichts anfangen können.“ Die Protestaktion findet am Montag, 24. Juni, ab 17.30 Uhr neben dem Festzelt statt. Mit dabei sind die Peitinger Goaßlschnalzer. „Damit wir den Grünen mal zeigen, was Tradition und Brauchtum ist“, so Schropp. Außerdem hat der Kreisverband Weilheim-Schongau der AfD angekündigt, seinen Bürgerdialog im nahen Oderding, der für Montag geplant war, abzusagen und sich stattdessen bei der „Kundgebung der Initiative weiß-blau statt grün“ zu „treffen“. Der politische Abend ist ab 20 Uhr im Festzelt.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat Sorge, dass sich Bundeswehr und Bundespolizei immer mehr der AfD zuwenden. Außerdem nahm er den sächischen Ministerpräsident Michael Kretschmer in Schutz, der ein Ende der Sanktionen gegen Russland gefordert hatte.

Lesen Sie auch: Bayerischer FDP-Mann verunglimpft CSD-Parade und sorgt für Eklat: „So ein schwules ...“

Grünen-Chef Habeck tritt in Peißenberg auf - jetzt sind seine Plakate verschwunden

Update vom 14. Juni 2019: Bei den Peißenberger Grünen herrscht Rätselraten: In der Nacht zum Donnerstag sind im Ort sämtliche Plakate verschwunden, auf denen mit dem Konterfei des Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck für eine Veranstaltung am 24. Juni anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Markterhebung Peißenbergs geworben wird.

Michael Sendl stellte gestern wieder Habeck-Plakate auf.

Der Grüne Michael Sendl kann sich nicht vorstellen, dass der Diebstahl von Habeck-Fans verübt wurde, die sich den smarten Parteichef übers Bett hängen wollen. „Ich glaube, die Plakate haben jemanden gestört“, vermutet er. Deswegen habe er auch Strafanzeige bei der Polizei gestellt.

Habecks Auftritt in Peißenberg ist umstritten. Zuletzt sorgte die Vize-Generalsekretärin der Bayernpartei, Regina Schropp, die auch in Peißenberg wohnt, für Schlagzeilen, als sie im Kreisausschuss in Weilheim ein Einreiseverbot für ihn beantragte. Habeck habe sich wiederholt abfällig über Bayern geäußert, so ihr Argument. Der Antrag wurde abgelehnt. 

Nun sind die Habeck-Plakate verschwunden. Allerdings hatte Michael Sendl noch welche auf Lager, die er am Donnerstagvormittag aufhängte. 

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Update vom 1. Juni 2019: Plötzlich sind die Peißenberger Festwoche und Regina Schropp, Kreisvorsitzende der Bayernpartei, in ganz Deutschland bekannt geworden. Es gab viel Häme wegen ihres Antrags, Robert Habeck nicht in den Landreis einreisen zu lassen, dennoch bereut sie nichts. Obwohl das Zitat falsch war.

Bayernpartei-Kreisvorsitzende Schropp will Habeck Einreise in Freistaat verbieten

Erstmeldung vom 31. Mai 2019 - Peißenberg – Die Vorbereitungen für die Festwoche, die anlässlich „100 Jahre Markt Peißenberg“ gefeiert wird, laufen auf Hochtouren. Einer der vielen Höhepunkte dabei ist der politische Abend, für den die Marktgemeinde Robert Habeck, den Bundesvorsitzenden von „Bündnis 90/Die Grünen“, als Gastredner verpflichten konnte.

Doch wenn es nach Regina Schropp, der stellvertretenden Generalsekretärin und Kreisvorsitzenden der Bayernpartei, geht, dann steht die Marktgemeinde am 24. Juni ohne Redner da. Denn nach der Vorstellung von Schropp soll Habeck an der Landkreisgrenze abgewiesen werden, wenn er zum politischen Abend nach Peißenberg fahren will.

Die Peißenbergerin, die Mitglied im Kreistag ist, hat aus diesem Grund einen entsprechenden Antrag an den Kreisausschuss gestellt. „Der Kreisausschuss möge beschließen: Die Einreise des Grünenpolitikers Robert Habeck am 24. Juni in den Landkreis Weilheim-Schongau wird untersagt“, schreibt Schropp. Habeck habe sich „wiederholt bayernfeindlich geäußert“. Das rechtfertige ihrer Ansicht nach ein solches Einreiseverbot.

Antrag der Bayernpartei wurde im Büro Habeck für Witz gehalten

Regina Schropp, die stellvertretende Generalsekretärin und Kreisvorsitzende der Bayernpartei

„Man muss mal ein Zeichen setzen“, sagt Schropp auf die Frage nach den Beweggründen für ihren Antrag. Nachdem sich in Peißenberg einige gegen den Auftritt Habecks ausgesprochen hätten, habe sie die Idee gehabt, es auf einem offiziellen Weg zu versuchen. „Nichts ist unmöglich“, sagt sie über die Erfolgsaussichten für ihre Idee.

Für den Fall, dass es Habeck trotz ihres Antrag gelingt, am 24. Juni in den Landkreis einzureisen und in Peißenberg zu reden, plant Schropp eine Gegenveranstaltung, für die sie sich mit mehreren anderen Gruppierungen zusammenschließen möchte. „Wenn sich jemand so äußert, was will er dann da?“, fragt sich die Bayernpartei-Politikerin.

Habecks Büro stufte Schropp-Antrag als Witz ein

Obwohl er dazu die Grenzen des Landkreises und des Freistaats überwinden musste, ist dieser Antrag auch in Habecks Büro in Berlin angekommen. Doch dort wurde das Schreiben zunächst schlicht nicht ernst genommen und als Witz eingestuft.

Nachdem klar war, dass dieser Vorstoß der Bayernpartei-Politikerin der bittere Ernst ist, reagierte auch Robert Habeck selber: „Ich habe Bayern als sehr weltoffen und gastfreundlich erlebt. Einreiseverbote passen also gar nicht zu dem Bayern, das ich kennen- und schätzen gelernt habe.“

Bürgermeisterin Vanni hält Schropps (Bayernpartei) Anliegen für „Faschingsscherz“

Dass es sich um Satire handelt, dachte zunächst auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Krahl, doch dann sei ihm bewusst geworden, dass der Antrag ernst gemeint ist. „Es ist witzig und traurig zugleich, dass das Realität ist“, sagt Krahl.

Abgesehen davon, dass die Idee Schropps rechtlich jeglicher Grundlage entbehre, sei ihr Vorstoß eine bessere Werbung als jede Plakatierung. Eine Partei wie die Grünen, die weltoffen auftreten würden, passe eben nicht in das Weltbild einer Frau Schropp.

Manuela Vanni, die Peißenberger Bürgermeisterin, kann den Antrag ebenfalls nicht ernst nehmen: „Ich denke, es kann sich nur um einen verspäteten Faschingsscherz handeln von jemandem, der nach Wahrnehmung heischt.“

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