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Mit seiner Rede kam Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gut an.

BDM-Milchbauernabend am Berghof

Applaus für den „bayerischen Weg“

Beim Milchbauernabend in Peißenberg unterstützte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner  die Forderungen der Milchbauern. 200 Besucher waren ins Festzelt gekommen.

Peißenberg – Viel Applaus gab es für Helmut Brunner, den der Kreisvorsitzende des „Bundes Deutscher Milchviehhalter“ (BDM), Bernhard Heger, am Dienstag im Festzelt auf dem Berghof in Peißenberg begrüßte. Nach einer kurzen Unterbrechung der Veranstaltung wegen des Unwetters sprach der bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Milchkrise und mögliche Lösungen – sein Thema: „Bayerns Milchmarktpolitik – zukunftweisend für Deutschland und Europa?“

Brunner hält es für fahrlässig, die Hände in den Schoß zu legen in der Erwartung, dass der Markt das Problem der Milchbauern von selbst regle. Der Markt würde es schon regeln, mit Sicherheit aber „nicht sozialverträglich“, sagte Brunner. Sinnvoller sei es, präventiv zu handeln. Für seine Äußerung „Wir brauchen ein Instrument, um auf Krisen zu reagieren“ erhielt der Minister spontanen Applaus. Immerhin unterstützt er damit die Forderung des BDM, durch Reduzierung der Produktionsmenge einen Preisverfall zu verhindern. Brunner wehrt sich dagegen, „auf den Strukturwandel zu setzen“. Dieser bedrohe vor allem die kleinen Höfe, die typisch für Bayern seien. Er warnte die Bauern davor zu denken: „Was ist schon so schlimm daran, wenn der Nachbar aufhört?“ Bei der nächsten Krise könnte er schon selbst der Betroffene sein. Er warnte auch davor, „das Heil nur im Wachsen zu sehen“.

Im Gegenteil: Eine Reduzierung der Milchproduktion – etwa durch geringeren Einsatz von Kraftfutter, Verfüttern von Milch an Kälber oder die Verringerung der Kuhzahlen – sei eine mögliche Lösung des Problems. Beim Einkommen würde die geringere Menge durch höhere Preise kompensiert werden. Viele Verbraucher können nach Einschätzung Brunners höhere Preise für Lebensmittel zahlen. Dies zeige die Tatsache, dass ein Bürger in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 76 Kilogramm Lebensmittel wegwerfe, für die er auch Geld ausgegeben habe.

Bei allen Maßnahmen sei aber auch Solidarität erforderlich. Es müssten die Bauern in allen europäischen Ländern mitmachen. Brunner betonte, dass er sich weiter für die bayerischen Bauern einsetzen werde, etwa durch die Unterstützung der Weidehaltung und die stärkere Förderung von Grünlandbetrieben und „überschaubaren Einheiten“. Die Philosophie des „bayerischen Wegs“ sei es, den Familienbetrieben eine Zukunft zu bieten und so die Kultur Bayerns zu erhalten, die zu einem großen Teil durch die Bauern getragen werde, etwa im Ehrenamt oder bei der Pflege christlicher Werte. Die rund 200 Besucher applaudierten dazu.

Der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl wünschte in seinem Grußwort den Bauern, „dass es eine Zukunft für Ihre Höfe gibt“. Gleichzeitig hoffe er, „dass der jetzt etwas bessere Milchpreis nicht nur der Bundestagswahl geschuldet ist“. Auch das beklatschten die Anwesenden.

„Drei Milchkrisen in sieben Jahren“, so Thomas Bertl vom BDM-Kreisvorstand, seien zu viel für zahlreiche Landwirte gewesen. Viele von ihnen hätte schon ihren Betrieb aufgegeben oder würden ans Aufgeben denken. Einer von ihnen schilderte zum Abschluss seine Geschichte.

Alfred Schubert

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