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Beim BDM-Vortrag in Peißenberg wurde auch das neue Transparent vorgestellt.

Bauern sind Leidtragenden des Bienen-Volksbegehrens

BDM sucht Dialog mit den Verbrauchern

„Wir wären nicht der BDM, wenn wir uns der Thematik nicht stellen würden.“ Mit diesen Worten begrüßte Bernhard Heger vom Kreisvorstand des „Bundes Deutscher Milchviehhalter“ (BDM) die knapp 50 Bauern, die zur Ortsvertreterversammlung in den Gasthof „zur Post“ in Peißenberg gekommen waren.

Peißenberg – Der BDM werde daher auf der Oberlandausstellung in Weilheim den Dialog mit den Verbrauchern suchen, kündigte Bernhard Heger an. Auch Hans Foldenauer vom BDM-Vorstand will, dass sich die Bauern, die die Leidtragenden des Bienen-Volksbegehrens seien, „nicht in eine Wagenburg zurückziehen, wo sie sich selbst bejammen“. Im Gegenteil: Der BDM als Vertreter der Milchbauern müsse an die Öffentlichkeit gehen.

Foldenauer sieht zwei grundsätzliche Probleme für die Bauern: die Agrarpolitik und die – oft mangelnde oder falsche – Information der Verbraucher. Die „politische beschlossene Absenkung der Lebensmittelpreise“ und die Weltmarktorientierung würden vor allem zu Lasten der bäuerlichen Landwirtschaft gehen.

Gleichzeitig sei sie ein Problem für die Verbraucher und die Umwelt. Der Import von großen Mengen von eiweißhaltigen Futtermitteln wie Soja in die Europäische Union würde die Umwelt in den Lieferländern und in Europa schädigen.

Große Betriebe verdrängen kleine 

Auch der Wachstumszwang in der Landwirtschaft hat laut Foldenauer negative Auswirkungen auf die bäuerliche Landwirtschaft. Große Betriebe würden kleine verdrängen. Bedenklich sei zudem, dass Milchprodukte aus der EU so billig exportiert werden, dass sie außerhalb Europas heimische Produkte verdrängen und damit die dortigen Bauern schädigen.

Der Billigexport sei nur möglich, „weil sie uns die Milch stehlen“, so Foldenauer mit Bezug auf den nicht kostendeckenden Milchpreis.

„Die Grundausrichtung der Agrarpolitik muss geändert werden“, so Foldenauers Forderung. Den Verbrauchern können die Bauern laut Foldenauer keinen Vorwurf machen. Sie würden nur das kaufen, was angeboten wird. Das Problem sei, dass es eine „Bussi-Bussi-Gesellschaft“ aus Lebensmittelindustrie, Handelskonzernen und Futtermittelhandel gebe, die sich gegen die Bauern richte.

Milchpreis soll sich an Herstellungskosten orientieren 

Foldenauer fordert, dass sich der Milchpreis künftig an den Herstellungskosten orientiert. Dabei müsse auch die Arbeitskraft der Bauern angemessen bezahlt werden. Der Landwirt ging noch einen Schritt weiter. Er will, dass jeder, der Vollzeit arbeitet, von seinem Einkommen gut leben kann. „Wenn eine Putzfrau, die acht oder zehn Stunden arbeitet, davon nicht leben kann“, dann stimme etwas am Wirtschaftssystem nicht, so seine Befürchtung.

Mit Bauern diskutieren können die Besucher der Oberlandausstellung (ORLA), die vom 2. bis 6. Oktober in Weilheim stattfindet. Damit sie schon im nächsten Frühling etwas für die Bienen tun können, erhalten Kinder Wiesenblumensamen. Außerdem gibt es ein Preisausschreiben, bei dem es unter anderem Fahrten mit dem „Alpine Coaster“ in Obergammergau zu gewinnen gibt.

Auch außerhalb der ORLA will der BDM auf sein Anliegen aufmerksam machen. In den nächsten Tagen werden dazu im Landkreis großflächige Plakate an gut sichtbaren Stellen angebracht.

VON ALFRED SCHUBERT

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