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Das ausrangierte Pumpenhäuschen am PKG-Wehr könnte im Rahmen des Hotspot-Projekts in eine „Erlebnisstation Naturschutz“ umfunktioniert werden.

Betriebsgebäude wird Erlebnisstation

Peißenberg unterstützt „Hotspot-Projekt“

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Wird das alte Betriebsgebäude am PKG-Wehr zu einer „Erlebnisstation Ammer“ umgebaut, in der sich Besucher über die Fluss-Ökologie informieren können? Gut möglich. Peißenberg will jedenfalls beim Hotspotprojekt „Modellregion Pfaffenwinkel – gut leben und wirtschaften im Einklang mit der Natur“ mitmachen.

Peißenberg – Zumindest in ihrem Oberlauf ist die Ammer einer der letzten verbliebenen Wildflüsse in Deutschland. Die Ammer ist aber nicht nur ein „Hotspot“ für Artenvielfalt und Naturschutz. Der Fluss ist einem zunehmenden Druck durch Tourismus, Freizeitaktivitäten sowie Land- und Forstwirtschaft ausgesetzt. In genau diesem Spannungsfeld will das vom Tourismusverband Pfaffenwinkel begleitete Kooperationsprojekt „Modellregion Pfaffenwinkel – gut leben und wirtschaften im Einklang mit der Natur“ ansetzen. Es will die widerstreitenden Interessen „versöhnen“ und – vereinfacht gesagt - Besucherströme zum Schutz ökologischer Premiumabschnitte kanalisieren. „Es sollen alle Interessen profitieren“, erklärte Susanne Lengger in der jüngsten Marktratssitzung.

Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands warb im Gremium für das Hotspotprojekt: „Es wäre toll für Peißenberg und die Chance, etwas zu entwickeln.“ Konkret geht es um „Ideen“ aus dem bereits vor einem Jahr präsentierten „Naturtourismuskonzept Ammer“. Demnach könnten im ökologisch nicht ganz so sensiblen Bereich zwischen Böbinger Ammerbrücke und Campingplatz weitere touristische und freizeitgestalterische Nutzungen zugelassen werden. Im Gespräch ist zum Beispiel eine „Erlebnisstation Naturschutz“, an der Besucher alles Wissenswerte über die Ammer und deren ökologische Vielfalt erfahren könnten. „Die Ammer ist halt da, aber es ist wenig bewusst, was sie eigentlich für einen Wert hat“, erklärte Lengger den Hintergedanken. Standort der Info-Station könnte eventuell das alte Pumpenhäusel am PKG-Wehr sein, das eigentlich im Zuge der geplanten Renaturierung der Wehranlage abgerissen werden müsste. „Wie das Projekt genau ausschauen soll, so weit sind wir noch nicht“, stellte Lengger jedoch klar.

Generell, so führte die Geschäftsführerin aus, solle die „Aufenthaltsqualität“ in besagtem Flussabschnitt gesteigert werden, beispielsweise durch Naturspielelemente für Kinder oder einen Jugend-Grillplatz am KJR-Zeltplatz. Unangetastet soll hingegen der Flussabschnitt Richtung Oberhausen und das Ammer-Altwasser bleiben. Allenfalls ein paar Liegebänke sollen in dem Bereich an exponierten Stellen platziert werden. Lengger brachte auch den Abschnitt am ehemaligen Ammerstüberl zur Sprache. Der Bereich am östlichen Schnalzende gehöre eigentlich nicht mehr zum Gemeindegebiet beträfe Peißenberg aber genauso wie Hohenpeißenberg. Dort solle die Parkplatzsituation verbessert und eine offizielle Badestelle mit „legalisiertem Grillplatz“ entstehen – zur Besucherlenkung und Entlastung der besonders schützenswerten Ammerschlucht, wie Lengger betonte.

Der Marktrat war von den Ausführungen angetan. Er stimmte einer Teilnahme am Projekt vom Grundsatz her zu: „Das Ganze macht nur Sinn, wenn alle Anrainer-Gemeinden an der Ammer mitmachen“, meinte Vize-Rathauschef Robert Halbritter (SPD). Natürlich werden bei der Umsetzung der ortsbezogenen Projekte auch Kosten auf den Markt zukommen. „Können wir da noch die Reißleine ziehen?“, wollte Sandra Rößle (CSU/Parteilose) von Lengger wissen. Die Antwort: „Bis zur konkreten Antragsstellung ja.“

Lengger sprach für den Abschnitt „Peißenberg“ von Gesamtkosten von rund 250 000 Euro. Davon würden im Idealfall 90 Prozent staatlich gefördert. Insgesamt sei das Hotspotprojekt auf acht Jahre ausgelegt – „davon zwei Jahre Konzeptions- und sechs Jahre Umsetzungsphase“, so Lengger.

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