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In farbenfrohen Kostümen brachten die Darsteller von „Pasión de Buena Vista“ vergangenen Freitag kubanische Lebensfreude in die Peißenberger Tiefstollenhalle. 

„Pasión de Buena Vista“

Ein bisschen Kuba in der Tiefstollenhalle

Peißenberg - 230 Besucher kamen zur  Bühnenshow „Pasión de Buena Vista“ in der Tiefstollenhalle. Zum Schluss tanzte das ganze Publikum mit.

Gerade noch hat ein Mann seinen Begleiterinnen zur Einstimmung ein paar Cuba-Libre-Cocktails gebracht, da ertönt schon das „Buena Noche“ aus dem Mikrofon. Die „Buena Vista“-Band fängt an, kubanische Musik zu spielen, und auf der Bühne wirbeln wunderschöne Frauen und Männer in knalligen Outfits. Das Auge weiß an diesem Freitagabend in der Peißenberger Tiefstollenhalle gar nicht, wo es hinsehen soll.

Die Kostüme der Tänzer, die stolze acht Mal gewechselt werden, lassen bei den Frauen immer den Blick auf knappe Höschen und lange, nackte Beine frei. Bei den Männern betonen hautenge Schlaghosen die Muskeln. Auf dem Kopf tragen sie Hüte, während die langen schwarzen Haare der Frauen mal mit Blumen, Federn, einer übergroßen Schleife oder einem Gebilde aus Palmenblättern geschmückt sind. Alles in leuchtenden Farben und mit viel Rüschen und glitzernden Pailetten versehen. Und als wäre dieser Anblick nicht beeindruckend genug, werden die Frauen scheinbar mühelos von den Männern in flottem Tempo durch die Luft gewirbelt, lassen sich rückwärts in deren Arme fallen, springen in den Spagat und schwingen dann wieder gemeinsam gelenkig die Hüften. Sie alle sind ausgezeichneter Laune, lächeln das Publikum an und lächeln sich gegenseitig zu. Schwer zu sagen, was davon Show und was echt ist. In einer Szene berührt ein Kubaner seine Tanzpartnerin mit der Hand am Kinn, doch sie führt sie sanft weg und lächelt dabei ihr verführerischstes Lächeln, bevor sie sich wieder von ihm um die eigene Achse drehen lässt. Bei dem ganzen optischen und klanglichen Rambazamba kommt sogar der Oldtimer, der in einer Ecke der Bühne steht, in Stimmung: Seine Scheinwerfer blinken wie verrückt im Rhythmus der lateinamerikanischen Musik.

Doch die Show ist abwechslungsreich aufgebaut – neben temperamentvollen Salsarythmen erklingen auch sanfte Rumbaklänge. Wenn die Tänzer zum Kostümwechsel hinter der Bühne verschwinden, stimmen die Frontsängerin, zwei Frontsänger und drei Backgroundsänger im Wechsel oder auch mal im Duett oder Trio Balladen an. Die etwas älteren Frontsänger in ihren Anzügen und mit Hut könnte man sich gut mit einer kubanischen Zigarre im Mund vorstellen. Sie singen von der „mujer“ (Frau), dem „corazón“ (Herz), von der „amor“ (Liebe) – dem Leben eben.

Der Höhepunkt ist erreicht, als sich die Tänzer die Zuschauer aus den ersten Reihen schnappen und auf die Bühne holen, wo dann alle zusammen Gas geben. Eine Weile wirkt es, als sei der Funke noch nicht ganz auf die 230 Zuschauer übergesprungen – die Tatsache, dass die Darsteller entweder spanisch oder in nicht akzentfreiem Englisch sprechen, macht die Sache nicht einfacher. Doch bei der Zugabe singen und wippen dann schließlich doch noch alle stehend mit. Wer bis dahin noch wegen der herbstlichen Temperaturen draußen nachfröstelte, dem sind spätestens jetzt karibische Temperaturen in die Glieder gefahren.

Wenn Kuba wirklich so gut gelaunt, so farbenfroh und zärtlich ist, dann möchte man dort unbedingt seinen nächsten Urlaub verbringen. Darauf noch einen Schluck Cuba Libre.

Luca von Prittwitz

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