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Wissenschaftsminister Glauber zu Besuch bei BlueFlux: Erste Großaufträge an Land gezogen

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Von: Bernhard Jepsen

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Vorstand Hubert Kohler erklärt Thorsten Glauber (blaues Sakko) die „blueFluxEnergy“-Technologie.
Vorstand Hubert Kohler erklärt Thorsten Glauber (blaues Sakko) die „blueFluxEnergy“-Technologie. © Bernhard Jepsen

Und schon wieder gab sich ein bayerischer Staatsminister der Freien Wähler (FW) bei der Firma „blueFluxEnergy AG“ in Peißenberg die Ehre: Nach Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Herbst 2020 besuchte nun auch Umweltminister Thorsten Glauber den Unternehmenssitz am ehemaligen Peißenberger Bergwerksgelände.

Peißenberg – Der prominente Besuch ließ noch ein bisschen auf sich warten, da versprühte „blueFluxEnergy“-Vorstand Hubert Kohler vor dem Haupteingang des Unternehmens bereits puren Optimismus: „Es läuft super! Wir haben schon die ersten Aufträge an Land gezogen. Es ist wichtig, dass wir nicht nur entwickeln, sondern jetzt auch bauen“.

Mehrere Jahre hatten Kohler und sein Team an der technologischen Planung von Anlagen gefeilt, die biogene Abfälle innerhalb weniger Stunden kohlendioxidneutral und zu wettbewerbsfähigen Preisen in grünen Wasserstoff, Biokohle, Biomethanol und Biomethan umwandeln können. Nun soll es ans Eingemachte gehen – nämlich an die Vermarktung: Für eine Großanlage hat man bereits einen Käufer gefunden. In rund vier Wochen soll der Deal fix sein.

Im bayerischen Wirtschaftsministerium werden noch die letzten Förderdetails geklärt. „Der Ruf nach grünem Wasserstoff ist groß“, konstatierte „blueFluxEnergy“-Prokurist Ulrich Mach: „Die Technologie hat Riesenpotenzial. Durch die regionale Implementierung ist man nicht mehr von anderen Ländern abhängig.“ Mit viertelstündiger Verspätung kam schließlich der Minister-Tross um Thorsten Glauber vorgefahren. Eingefädelt hatte den Besuch das Büro des Landtagsabgeordneten und FW-Fraktionsvorsitzenden, Florian Streibl. Glauber stieg leger in weißen Turnschuhen und mit blauem Sakko aus seinem Dienstwagen – „die Farbe passt zu ,blueFlux‘“, scherzte der Minister.

Viel Lobby-Arbeit mussten Kohler und sein Führungsteam beim gebürtigen Oberfranken (Forchheim) nicht leisten. Für die Energiewende, so betonte Glauber, sei die Erzeugung von grünem Wasserstoff ein „entscheidender Baustein“. Die Technologie müsse nun „raus aus dem Labormaßstab und hinein in die reale Umsetzung“. An genau dieser Schnittstelle wolle man von Seiten der Politik „blueFlux“ unterstützen. „Es begeistert einfach, was Sie hier machen. Das ist sehr cool“, formulierte es Glauber salopp.

Die Firma betreibe „Ingenieurbau made in Oberbayern“ und biete vor allem Städten und Gemeinden eine „Idealform“ für die Entsorgung von Klärschlamm an: „Vielen Kommunen ist noch gar nicht bewusst, vor welchen Herausforderungen sie da stehen.“ Glauber sprach sich bei seiner Stippvisite in Peißenberg für Technologieoffenheit aus. Nur so könne die Energiewende erfolgreich gestaltet werden: „Ich will mich da nicht rausstehlen“, erklärte der Minister, „aber wer glaubt, Klimaschutz allein mit blühenden Bäumen zu betreiben, der ist auf dem Holzweg.

Die Peißenberger Firma hat ehrgeizige Ziele. Laut Kohler möchte man bei der Herstellung von grünem Wasserstoff nicht weniger als Weltmarktführer werden. Dazu müssen freilich die Produktionskapazitäten ausgebaut werden. Ein neuer Firmenstandort ist dem Vernehmen nach so gut wie fix. Das Unternehmen wird in Peißenberg bleiben. Wo genau, will man allerdings noch nicht verraten: „In vier Wochen wissen wir mehr“, hielt sich Kohler bedeckt.

Aber nicht nur räumlich, sondern auch personell rüstet „blueFlux“ auf – wobei man sich verstärkt bei zwei schwächelnden Großfirmen am Ort bedient: „Da ziehen wir momentan relativ gut ab“, so Kohler – und: „Unsere Technologie hat irres Potenzial. Aber die Unterstützung der Politik ist lebensnotwendig.“

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