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Zum Jubiläum sang diese Gruppe das Kuhlied: „Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe.“ 

50 Jahre Kindergarten St. Johann

Bodenständigkeit zum Wohlfühlen

Es war ein ganz besonderes Sommerfest, das die Kindertagesstätte von St. Johann kürzlich veranstaltete. Die von der katholischen Kirche getragene Einrichtung wird heuer 50 Jahre alt – und das Jubiläum wurde von den Kindern, Betreuerinnen und Eltern gebührend gefeiert.

Peißenberg – Der Kindergarten von St. Johann ist neben dem in St. Barbara der älteste in der Marktgemeinde – „auch wenn man ihm sein Alter gar nicht ansieht“, wie Bürgermeisterin Manuela Vanni beim Sommerfest in ihrem Grußwort betonte. 2010 war die alte Bausubstanz des Kindergartens in der Oskar-Dietlmeier-Straße abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt worden. Seitdem bietet er Platz für 100 Kinder. „Unser Nachwuchs braucht ein Ambiente, in dem er sich wohlfühlen kann“, erklärte Vanni. Die Rathauschefin erinnerte an die Anfänge der Kinderbetreuung in Peißenberg. 1909 wurde durch einen kirchlichen Verein im Iblheranwesen neben dem damaligen Knappschaftskrankenhaus eine „Kinderbewahranstalt“ eröffnet: „Daran sieht man, wie sich die Zeiten verändert haben“, so Vanni. Von einer „Kinderbewahranstalt“ kann im Zusammenhang mit dem Kindergarten von St. Johann natürlich keine Rede sein. Die Kinder werden von einem zehnköpfigen Fachpersonal pädagogisch betreut. Und was ist das Charakteristikum der Kita von St. Johann? „Dass wir so bodenständig sind und kaum Wechsel im Personal haben“, erklärt Ingrid Gast, die den Kindergarten seit 1986 leitet. In der Jubiläumsfestschrift heißt es, dass Gast „viel Zeit und Energie“ für die Einrichtung aufbringt und „wie unsere Feuerwehr immer im Einsatz ist“. Zudem sei die Kindergartenchefin „als wildeste Hügel-Rutscherin bekannt“. Für das Sommerfest studierten die Kinder mehrere Lieder und Aufführungen ein. Unter anderem wuselten Badenixen, Zauberer, Schafe und Kühe übers Freigelände. Dafür gab´s vom Publikum reichlich Applaus. Zudem warteten die Erzieherinnen mit einem „Bayerischen Geburtstags-Gstanzl“ auf: „Vor 50 Johr, do war de Wiesn leer, do hot de Kirch gsogt, do muaß a Kindergarten her. Schaugts eich amoi um, do steht jetzt a groß Haus, da schaugn vui Kinder zum Fenster heraus.“

In der Festschrift durfte übrigens auch die Zielgruppe über ihr Kindergartenleben berichten – unter anderem der kleine Franzi, der über seine Probleme mit der Outdoor-Kleidung und seine täglichen Aktivitäten erzählte: „Ich habe zunächst meine Matschhose nie angezogen, weil die mir nicht gefallen hat. Am Anfang habe ich eigentlich nie geweint, bloß eben bei der Matschhose. Jetzt geht es schon, ich ziehe sie schon an. Im Garten mag ich Sandspielen mit dem gelben Laster. Drinnen male ich gern oder webe – und sonst tu ich eigentlich nix mehr.“

Bernhard Jepsen

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