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Sigi Willberger  ist regelmäßig  beim Boxtraining dabei, so wie hier am Dienstag in der Turnhalle Wörth.
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Wimpelsammler: Sigi Willberger auf einem Foto aus dem Jahr 2000.

was macht eigentlich ... Sigi Willberger?

Der Boxchef hat noch nicht genug

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Seit 1962 ist Sigi Willberger Abteilungsleiter der Peißenberger Boxer.  Noch immer ist das „Faustfechten“ sein Leben. Seine Zeit verbringt er aber auch gern mit seinen sechs Enkeln.

Peißenberg – Am Dienstag war wieder so ein Tag: Da hat sich Siegfried „Sigi“ Willberger zur Wörther Turnhalle aufgemacht, um den Peißenberger Boxern beim Training zuzuschauen. Kaum eine Einheit vergeht, ohne dass der 79-Jährige dabei ist. „Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass ich nicht komme“, sagt er und lacht. Der Abteilungsleiter will schließlich auf dem Laufenden bleiben, will wissen, was bei den 35 bis 50 Sportlern, die pro Einheit etwa da sind, los ist. Seit Jahrzehnten engagiert er sich für die Box-Abteilung des TSV Peißenberg. Um genau zu sein: Im Oktober werden es 55 Jahre, die er der Sparte vorsteht. „Wahnsinn, ge“, sagt er und schmunzelt. Und auch, wenn er mittlerweile ein wenig kürzer getreten ist: Ohne den Sport geht’s für Willberger auch heute noch nicht.

„Eigentlich habe ich schon vor zehn Jahren gesagt, ich will nicht mehr“, gibt er zu. „Aber es ist einfach so viel Herzblut dabei.“ Wenn die Jugendlichen, Männer und Frauen fleißig trainieren und Erfolge erzielen, ist die Freude so groß. Da kann er einfach nicht aufhören. Sein Einsatz hat ihm auch zwei Ehrenmitgliedschaften beschert – im „Bayerischen Amateur-Box-Verband“ und beim TSV Peißenberg.

Doch bei aller Leidenschaft muss der Peißenberger auch auf sich Acht geben. Die Gesundheit hat ihm bereits seine Grenzen aufgezeigt. Zum Beispiel im vergangenen Jahr. Ausgerechnet, als „seine“ Boxer im Weilheimer Festzelt in den Ring stiegen, lag er im Krankenhaus. „Aber die Kameraden waren gleich nach der Veranstaltung zu Besuch da“, berichtet Willberger. Er bezeichnet die gesundheitlichen Probleme im Rückblick als „Streifschüsse“. „Ein bisschen halte ich mich seitdem zurück.“

Das fällt ihm nicht leicht, immerhin steht heuer einiges für die Abteilung an: „Wir sind schon sehr aktiv“, betont Willberger. Viele Kämpfe führen die Peißenberger in die Ferne – die „Faustfechter“ sind aber auch im Landkreis zu sehen. An Christi Himmelfahrt, 25. Mai, und am Pfingstsonntag, 4. Juni, boxen sie in Weilheim. Und am 1. Juli steigen zwei von ihnen in der Peißenberger Eishalle in den Ring. Denn zur Feier des 70-jährigen Bestehens der Sparte haben Willberger und seine Mitstreiter für 1. Juli einen Box-Länderkampf – die bayerische gegen eine italienische Auswahl – organisiert. Von Peißenberg sind Alex Rigas und Leon Gavanas dabei. Willberger ist stolz darauf. Er kann ihre und auch die Erfolge anderer Peißenberger Boxer aus dem Effeff aufzählen. Die sprudeln genauso spontan aus ihm heraus wie die vielen Geschichten, die er in 55 Jahren als Abteilungsleiter erlebt hat.

Aber Willberger treibt mehr um als das Boxen. Zum Beispiel die Familie. Als Opa von sechs Enkelkindern „bewegt sich immer was“, sagt er. Und als ehemaliger Personalrat bei der Deutschen Bahn engagiert er sich im Seniorenrat der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. „Wir sind für die Rentner und Pensionisten da“, sagt Willberger und ergänzt: „Ich lebe eben nicht für den Sport allein.“ Aber ohne Boxen möchte Sigi Willberger auch nicht sein.

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