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So geht’s: Franz-Josef Fischer erklärte in seiner Brauerei die Arbeitsschritte beim Bierbrauen. 

Volkshochschule Peißenberg

Mehr als Hopfen und Malz

Dass es zum Bierbrauen mehr braucht als nur Hopfen und Malz, erfuhren die fünf Teilnehmer eines Bier- und Brauseminars der Peißenberger Volkshochschule, die am Samstag zum „Plötz-Bräu 2“ gekommen waren.

Peißenberg –  Braumeister Franz-Josef Fischer erklärte, wie wichtig Wasser und Hefe für die Herstellung von Bier sind und führte die ersten Schritte vor – von der Auswahl des Malzes über dessen Zerkleinerung bis zum Einmaischen. Der Rest musste theoretisch abgehandelt werden, denn der ganze Brauvorgang passt zeitlich nicht in den Rahmen eines halbtägigen Seminars. „Temperatur und Zeit im Auge behalten“, das ist laut Fischer neben der Auswahl der geeigneten Zutaten das wichtigste beim Bierbrauen. Und dabei müsse der Brauer immer wieder kontrollieren. Nur „wenn Farbe, Schaum und Geschmack stimmen, dann passt’s“, sagte der 68-Jährige.

Die Teilnehmer zeigten Interesse fürs Detail. „Wie kommt die Farbe ins dunkle Bier?“, wollte einer wissen, ein anderer, was der Unterschied zwischen obergärig und untergärig ist. Fischer erklärte, dass es an der Temperatur beim Mälzen und an der Hefe liegt. Auch auf die Technik in großen Brauerein ging er ein: „Der Energieverbrauch bei den verschiedenen Herstellungsverfahren spielt eine zunehmende Rolle“, so der Bier-Experte.

In Peißenberg lebte früher das Brauen vom Bergwerk, wie Fischer aus der Familienchronik und aus eigener Erfahrung weiß. Die Bergleute tranken einmal sogar so viel, dass Fischers Großvater Josef, der 1919 aus Abensberg nach Peißenberg gekommen war, seine Gaststätte schließen musste, weil ihm das Bier ausgegangen war.

Kleine Brauereien haben wieder eine Zukunft

Mit dem Ende des Bergwerks ging es auch mit dem Brauen bergab und Fischer verkaufte die Brauerei – und er war nicht der Einzige. 1913 stammte noch jedes zehnte Bier weltweit aus Bayern, hundert Jahre später sind 27 Prozent der deutschen Bierproduktion in ausländischer Hand. Fischer blieb aber seinem Beruf treu. Er baute eine Brauerei in Rumänien auf und richtete sich als Rentner eine kleine Brauerei in Peißenberg ein. „Die Arbeit macht mir einfach Spaß“, so seine Begründung für die Aktivitäten rund ums Bier, zu denen auch die Bier- und Brauseminare gehören.

Die kleinen Brauereien haben nach Fischers Einschätzung sogar wieder eine Zukunft. Zu den in Amerika produzierten Craft-Bieren meint der Braumeister zwar in vorsichtig positiver Formulierung: „Es gibt auch ein paar gute darunter“, in Deutschland sei die Situation aber viel besser. Hier würden die Biertrinker höhere Ansprüche stellen, entsprechend hoch sei auch die Qualität der Craft-Biere. Fischer wagte auch den Test. Der Braumeister servierte den fünf Teilnehmern unter dem Seminarpunkt „Biersensorik“ je vier Biere in neutralen Gläsern. Sie konnten diese dann nach verschiedenen Kriterien bewerten. Dabei schnitt das von Fischer gebraute Bier am besten ab.

„Das ist eine richtige Wissenschaft“

Die Motivation der Teilnehmer für den Besuch des Seminars war unterschiedlich. Angela Söll aus Peiting war „einfach nur aus Neugier“ gekommen. Sie kannte das Bierbrauen schon aus dem Fernsehen, meinte aber: „Das Ganze selber miterleben, ist wieder ganz was anderes.“ Konkrete Pläne hatte hingegen Peter Graupe. Der Weilheimer hatte sich vorgenommen, selbst Bier herzustellen. Seine angepeilte Menge von „maximal 50 Litern pro Monat“ war nur für den privaten Konsum im Freundeskreis gedacht. Nach dem Besuch des Seminars meinte er aber: „Ich glaube, ich werde das noch intensiver lernen müssen. Das ist ja eine richtige Wissenschaft.“  Von Alfred Schubert

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