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Symbolfoto.

Breitbandausbau in Peißenberg

„Familienkutsche oder Maybach?“

Peißenberg - Der Hauptausschuss war sich uneinig darüber, wie der Breitbandausbau in Außenbereichen gestaltet werden soll. Nun entscheidet der Gemeinderat.

Den Anschluss an die superschnelle Datenautobahn als wichtigen Standortfaktor will keine Kommune verpassen – auch Peißenberg nicht. Im Kernbereich der Gemeinde wird die „Telekom“ in den nächsten zwei bis drei Jahren die Technik auf Übertragungsraten von mehr als 100 Mbit/s aufrüsten. Und was passiert mit den rund 220 Haushalten in den Außenbereichen?

Dort will die Gemeinde auf eigene Rechnung und mit Fördergeldern aktiv werden. „Ich habe einige Schreiben von Freiberuflern bekommen, die sagen: ,Wir haben hier draußen ja gar nix‘. Auch die Landwirtschaft ist immer mehr ans Internet gebunden“, sagte Bürgermeisterin Manuela Vanni im Haupt- und Finanzausschuss. Über die Notwendigkeit des Breitbandausbaus gibt es im Gemeinderat keinen Zweifel. Nicht einer Meinung war man sich im Ausschuss aber über den Standard der geplanten Aufrüstung. Für die Glasfaserversorgung bis zu jeder Haustür würden abzüglich der Förderung rund 260 000 Euro bei der Gemeinde an Kosten hängen bleiben. Legt man die Glasfaserkabel nur bis zum jeweiligen Verzweiger und nutzt bis zu den Häusern die Kupferleitungen, würde der Ausbau rund 100 000 Euro billiger. Für die Kommune durchaus ein Argument. Über Breitbandverstärker ließen sich auch bei der abgespeckten Variante Übertragungsraten von etwa 50 Mbit/s erreichen. „Das ist schon wirklich hammerartig schnell“, argumentierte Peter Blome (SPD) im Ausschuss gegen die „Luxusversion“. Ins gleiche Horn blies Fraktionskollege Robert Halbritter: Zuerst einmal müsse man mit den Anwohnern reden, wie viele denn einen Glasfaseranschluss wollen. Auch müsse den Hauseigentümern klar gemacht werden, dass sie auch in ihren eigenen vier Wänden Glasfaserkabel verlegen lassen müssten, um die Technik nutzen zu können – und zwar auf eigene Kosten: „Das wissen die meisten nicht“, so Halbritter, der die Breitbandversorgung mit einem Garagenbau verglich: „Die Frage ist nur, ob ich mir dann eine Familienkutsche oder einen Maybach reinstelle.“ Halbritter blieb die Antwort nicht schuldig: „Man sollte nicht das Teuerste vom Teuren nehmen.“

Stefan Barnsteiner, der selbst im Außenbereich in Fendt wohnt, hielt dagegen: „Die Entwicklung in der Breitbandtechnik geht rasant voran. Wir können es den Leuten nicht verweigern“, betonte der CSU-Gemeinderat. Wenn man schon Fördergelder bekomme, solle man den modernsten Standard wählen – um nicht später für teures Geld nachrüsten zu müssen. Ein Beschlussvorschlag für die Gemeinderatssitzung am heutigen Mittwoch wurde im Ausschuss nicht formuliert. Stattdessen will man noch einmal einen Fachmann der Seefelder Beratungsfirma „Corwese“ einladen, um eine technische Expertise über die Vor- und Nachteile der einzelnen Ausbauvarianten zu erhalten. Von der Rathausverwaltung gab es keine Empfehlung: „Der Breitbandausbau ist letztlich eine politische Entscheidung“, sagte Kämmerer Michael Liedl. Vorbehaltlich der jeweiligen Haushaltsgenehmigung soll die Aufrüstung in den Jahren 2017 respektive 2018 über die Bühne gehen – mit welcher Variante auch immer. 

Bernhard Jepsen

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