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Warteschlangen an der Kasse: Beim Sonderverkaufstag im „Schick“ haben sich die Kunden mit Wintermode eingedeckt.

BRK-Kleidermarkt „Schick“

Eher Boutique als Kleiderkammer

Der BRK-Kleidermarkt in Peißenberg in Peißenberg wird bestens angenommen. 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sorgen dafür, dass das „Schick“ gut läuft. 

Peißenberg – Sorgfältig legt Maria Popp die senfgelbe, wattierte Jacke zusammen und packt sie auf den Stapel hinter der Kasse. Der gerät schon fast ins Wanken, so hoch ist er. Maria Popp zählt die Kleidungsstücke, die sie dort gestapelt hat: „Es sind zwölf Teile, die kosten heute insgesamt 18 Euro.“ An diesem Samstag lohnt sich der Einkauf im „Schick“, im Kleidermarkt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Peißenberg besonders: „Heute kostet alles nur 1,50 Euro“, sagt Maria Popp, die eine von 15 ehrenamtlichen Verkäuferinnen im BRK-Kleidermarkt am Marie-Juchacz-Weg ist.

Sie war früher beim BRK als Sanitäterin im Einsatz. Die Zeiten sind vorbei, „aber ich wollte mich weiter nützlich machen“, sagt sie. Deswegen sei sie im „Schick“ gelandet. Sie ist überzeugt vom Konzept des Kleidermarktes, in dem gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe, Wäsche, Hüte, Schals, Taschen und Gürtel für Kinder und Erwachsene sowie Kinderspielsachen zu Flohmarktpreisen verkauft werden, die als Spenden abgegeben werden. Und sie sorgt zusammen mit den anderen Frauen, die mindestens an einem Tag in der Woche ehrenamtlich im „Schick“ arbeiten, dafür, dass der BRK-Kleidermarkt eher wie ein Modegeschäft, als wie eine Kleiderkammer aussieht.

Die Kleidungsstücke sind sorgfältig nach Größen geordnet, die Wände schmücken schicke Modefotografien, gerade bestückt eine andere Verkäuferin einen neuen Kleiderständer nur mit Jeans. „Wir führen auch richtig gute Markensachen“, sagt Maria Popp. Es gebe Kunden, die nur noch im Peißenberger „Schick“ einkaufen würden.

Dass der Einkauf hier in Boutique-Atmosphäre stattfindet, ist Teil des Konzeptes: „Hier sollen Leute mit schmalem Geldbeutel gute Waren kaufen können“, sagt Hans Eberl, der BRK-Kreisgeschäftsführer ist. Und dieser Einkauf solle in einer Atmosphäre stattfinden, die auch die Kunden anspreche, die nicht so sehr auf ihr Geld achten müssten, erläutert Eberl, der heute nicht nur als BRK-Chef sondern auch als Kunde im „Schick“ ist. Er trägt eine große Tüte voller Kleidungsstücke in der Hand.

Denn der Kleidermarkt soll alle ansprechen: „Das Konzept lebt davon, dass alle hier einkaufen“, sagt Eberl, „wir brauchen Bedürftige als Kunden und solche, die unsere vollen Preise zahlen.“ Diejenigen, die nachweisen können, dass sie Sozialhilfe oder Hartz IV beziehen, bekommen eine Kundenkarte, die ihnen auf die ohnehin günstigen Preise noch 50 Prozent Rabatt einräumt.

Das „Schick“ wurde im Herbst 2015 eröffnet. Inzwischen laufe es so, „dass es grad rum geht“, sagt Eberl. Nachdem zu Beginn eine hauptamtliche Kraft dafür gesorgt habe, dass der Kleidermarkt gut gesDertartet sei, sorgen nun ausschließlich ehrenamtliche Verkäuferinnen dafür, dass das Angebot weiter läuft.

Die Stücke, die im Kleidermarkt in Peißenberg die Regale und Ständer füllen, wurden allesamt gespendet. Die Spendenbereitschaft von Menschen, die gut erhaltene Kleidung abgeben möchten, weil sie ihnen nicht mehr passt oder gefällt, ist eine der Säulen, auf denen das Konzept des Kleidermarktes ruht: „Wir hoffen immer auf gut erhaltene Ware“, sagt Eberl. Und in der Regel werde diese auch im Schick abgegeben. Weil es nun langsam auf das Ende des Winters zugeht und die Lagerräume im Kleidermarkt noch voller Winterware waren, wurde der Sonderverkaufstag angeboten, an dem jedes Stück nur 1.50 Euro kostet.

Sonderverkauf

Der nächste Sonderverkauf im BRK-Kleidermarkt „Schick“ in Peißenberg findet am Dienstag, 8. Mai, statt. Ansonsten ist der Kleidermarkt am Marie-Juchacz-Weg montags und dienstags von 9.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können auch Kleiderspenden abgegeben werden.

Kathrin Hauser

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