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Fühlte sich wohl in der Bücherei: Monika Veit fällt der Abschied nicht leicht. 

Bücherei-Leiterin geht in den Ruhestand

„Mein Herz hängt schon sehr dran“

Peißenberg - Monika Veit (64) geht im April in den Ruhestand. 16 Jahre war sie die  Peißenberger Bücherei-Leiterin.

Beim Pressegespräch, das inmitten „ihrer“ Bücherregale stattfindet, merkt man es Monika Veit sofort an: Der Abschied von ihrem Arbeitsplatz fällt ihr nicht leicht. Immer wieder lässt sie den Blick über die 250 Quadratmeter große Peißenberger Gemeindebücherei schweifen. Nach 16 Dienstjahren als Einrichtungsleiterin fühlt sie sich zwar „schon ein bisschen ausgepowert“, doch mit dem Ruhestand, der für sie offiziell zum 1. April beginnt, kann sich die 64-jährige Diplom-Bibliothekarin noch nicht so recht anfreunden: „Ich verlasse die Bücherei mit Tränen in den Augen. Mein Beruf hat mich sehr erfüllt. Die Herausforderung wird mir fehlen“, sagt Veit mit wehmütigem Gesichtsausdruck: „Mein Herz hängt schon sehr dran.“

Dass sich die Uffingerin derart mit der Marktbücherei identifiziert, kommt nicht von ungefähr. Als sie im Mai 2000 anfing, stand kurz danach der Umzug vom „Rigi-Center“ ins neu errichtete Gemeindehaus an der Schongauer Straße 2 an. „Ich bin quasi in einen leeren Raum gekommen und habe jedes einzelne Regal selber gerückt“, erinnert sich Veit. Sie baute die Bücherei nach und nach aus, von anfangs 3000 auf nunmehr 20 000 Medien. Neben Büchern gibt es auch Spiele, Zeitschriften, Hörbücher und DVD-Angebote. Über den Bibliotheksverbund können die Nutzer inzwischen sogar auf insgesamt 300 000 Medien zurückgreifen. „Wir haben eine gut funktionierende Bücherei“, sagt Veit mit Stolz – sie weiß: „Peißenberg ist als Standort nicht ganz so einfach.“ Mit der Weilheimer Stadtbibliothek sitzt nur ein paar Kilometer entfernt ein starker Konkurrent im Nacken. Da heißt es, schnell und gezielt auf die Leserwünsche zu reagieren – und genau das war eine von Veits Stärken: „Sie hatte ein unheimlich gutes Feeling, was bei den Leuten ankommt. Sie war immer mit Leib und Seele bei der Arbeit, und ihre menschliche Seite war stark ausgeprägt“, schwärmt Rathaus-Hauptamtsleiter Johannes Pfleger über die scheidende Bücherei-Leiterin: „Ohne Sie wäre der Aufbau der Bücherei nie so vonstatten gegangen.“

Aber auch von Veit gibt es warme Worte. Pfleger, Bürgermeisterin Manuela Vanni sowie Kämmerer Reinhold Walter und dessen Nachfolger Michael Liedl hätten sie, ebenso wie ihre loyalen Mitarbeiter, „unglaublich unterstützt“: „Das war für mich immer ein Zeichen, dass sie der Bildung einen hohen Wert beimessen“, ist Veit dafür dankbar.

Denn Bildung zu vermitteln, das ist für die gebürtige Pfaffenhofenerin und ehemalige Lehrerin die Kernaufgabe einer Bücherei – und das Faszinierende an ihrem Beruf: „Es ist eine total vielseitige und positive Arbeit. Die Menschen kommen ja gerne in die Bücherei.“

Und was braucht eine Bücherei für Medienangebote, um in Peißenberg bestehen zu können? Veit muss bei dieser Frage nicht lange überlegen. Der Lesegeschmack, so führt die Expertin aus, orientiere sich immer an der Sozialstruktur eines Ortes. In Peißenberg brauche es demnach ein „breites Angebot“, angefangen vom Unterhaltungsgenre bis hin zur anspruchsvollen Literatur – und ganz wichtig: „Es gibt sehr viele Krimi-Leser in Peißenberg. Die darf man ja nicht vernachlässigen“, weiß Veit.

Dass sie selbst eine „ausgeprägte Liebe zu Büchern“ hat, erübrigt sich fast zu erwähnen: „Literatur wird immer ein Teil meines Lebens sein“, sagt Veit. „Und jetzt hab’ ich mehr Zeit, mich darauf zu konzentrieren.“ Aber es müssen schon besondere Bücher sein, wenn sie in der Uffinger Heimbibliothek nicht frühzeitig ins Regal zurückwandern sollen. Eine „Konsumleserin“ ist Veit jedenfalls nicht: „Ich bin da ganz eine Heikle. Es muss etwas sein, was mich wirklich fasziniert.“ Ihr bevorzugtes Genre? „Das verrate ich lieber nicht“, antwortet Monika Veit mit einem Schmunzeln.

Bernhard Jepsen

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