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So könnte es aussehen: Den Architektenwettbewerb zum Bau von Bürgerhaus und Jugendzentrum gewann im März 2015 „abp architekten, burian + pfeiffer“ (München).  Die Pläne des Büros dienen als Grundlage, daran kann sich noch einiges ändern.

Bürgerhaus und Jugendzentrum

Kostenlimit für Großprojekt

Peißenberg- Die Marktgemeinde will Bürgerhaus und Jugendzentrum für maximal 2,6 Millionen Euro realisieren. Das Café ist aber vorerst gestrichen.

Auf dem Lageplan ist auch das Café eingezeichnet, das vorerst gestrichen wurde.

Ständig steigende Kosten, zahlreiche Nachtragsforderungen von den beauftragten Baufirmen und ein vorübergehender Planungsstopp: Die vor gut einem Jahr beendete Generalsanierung der Josef-Zerhoch-Mittelschule hat die Gemeinde Peißenberg jede Menge Nerven gekostet. Doch aus Schaden wird man bekanntlich klug: Damit die Kosten beim nächsten Großprojekt, der geplanten Errichtung des Bürgerhauses respektive Jugendzentrums, nicht wieder ungebremst aus dem Ruder laufen, hat der Marktrat einstimmig eine Obergrenze beschlossen. 2,6 Millionen Euro brutto soll der Kombinationsbau am Zwickel zwischen „Rigi-Center“ und Bahnhof demnach „theoretisch“ kosten – mehr nicht. Der Betrag, in den der Aufwand für die Entsorgung der Bodenaltlasten nicht mit eingerechnet wurde, ist kein beliebiger Richtwert, sondern basiert auf detaillierten Kalkulationen von Marktbaumeister David Oppermann. Die Kostenobergrenze ist bereits mit der Regierung von Oberbayern als Zuschussgeber abgesprochen und wird in den Planungsverträgen schriftlich verankert. In der Praxis soll das dann so aussehen, dass die Architekten mögliche Kostensteigerungen zum Beispiel infolge von unerwartet hohen Ausschreibungsergebnissen im Marktrat erklären und absegnen lassen müssen. Das Gremium behält bezüglich der Bausumme also formal das Heft des Handelns in der Hand – so zumindest ist es gedacht: „Ich weiß nicht, ob es funktionieren wird. Wir haben so etwas noch nie gemacht. Aber wir haben die Hoffnung, dass es dieses Mal besser läuft“, sagte Bürgermeisterin Manuela in der Ratssitzung: „Man bekommt mit der Kostenobergrenze einfach besser mit, wenn etwas aus dem Ruder läuft.“ Der Kommunale Prüfungsverband habe der Gemeinde zu diesem Instrumentarium geraten. Auch der Landkreis wolle beim Berufsschulneubau in Weilheim ein Limit vorgeben.

Doch allein auf die Kostenobergrenze will sich der Marktrat nicht verlassen. Um den finanziellen Aufwand für das Großprojekt zu minimieren, hat man die Pläne für den Bau eines Cafés vorerst zurückgestellt. Im näheren Umfeld gibt es eine Eisdiele, eine Cateringfirma und bald ein Hotel. „Da stellt sich die Frage, ob man das Café wirklich braucht“, so Vanni auf Nachfrage der Heimatzeitung. Zudem wolle man erst einmal abwarten, wie das Bürgerhaus von der Bevölkerung angenommen wird. Kritische Stimmen behaupten, dass selbiges nur Mittel zum Zweck ist und gebaut wird, um Finanzmittel aus der Städtebauförderung abzugreifen (zum Teil bis zu 80 Prozent der Kosten). Ganz abwegig ist das nicht: Den Bau eines Jugendzentrums allein hätte die Regierung von Oberbayern nämlich nicht bezuschusst.

Doch Vanni sieht das Bürgerhaus nicht als fördertechnisches Anhängsel, sondern als „sehr sinnvolle Ergänzung zur Tiefstollenhalle“. In die Einrichtung sollen unter anderem das Bürgerbüro und die Beratungsstelle für Obdachlose einziehen. „Auch können dort Kinderkinos und Seniorennachmittage stattfinden“, sagt Vanni. Durch das Bürgerhaus werde ein „Mittelpunkt“ zwischen den beiden Peißenberger Ortsteilen geschaffen.

Bernhard Jepsen

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