So sieht der aktuelle Belegungsplan für die Solarwiese am Dornbichlweg aus. Die PV-Anlage grenzt direkt an die Bahnlinie nach Weilheim.
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So sieht der aktuelle Belegungsplan für die Solarwiese am Dornbichlweg aus. Die PV-Anlage grenzt direkt an die Bahnlinie nach Weilheim.

Bürgerkraftwerk soll im März starten

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Der Marktrat wird am kommenden Mittwoch final über die Photovoltaikfreiflächenanlage abstimmen. Der Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans und der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan sind aber nur noch Formsache.

  • In Peißenberg soll es ein Bürgerkraftwerk geben
  • Das Kraftwerk soll im März 2021 in Betrieb gehen
  • Auch Kleinanleger können sich an der „Solarwiese“ beteiligen

Peißenberg – Die Planungen für die von der Peißenberger Energiegenossenschaft in Kooperation mit den Gemeindewerken initiierten Freiflächenphotovoltaikanlage sind inzwischen weit gediehen. Wie berichtet, war auf Wunsch der Anwohner an der Alten Bahn die Standortfrage noch einmal neu aufgerollt worden. Im partnerschaftlichen Dialog einigte man sich auf eine rund 2,5 Hektar großes Areal am Dornbichlweg direkt an der Bahnlinie nach Weilheim und der Gemeindegrenze zu Polling.

Das Grundstück wurde von den Gemeindewerken erworben, die es wiederum dauerhaft als Pachtfläche für den Betrieb der PV-Anlage – deren Leistung soll bei 2,3 MWp liegen – zur Verfügung stellen. Nach dem zu erwartenden, positiven Beschluss des Marktrats – im vorberatenden Bauausschuss wurden keinerlei Einwände gegen das Projekt erhoben – muss abschließend nur noch das Landratsamt sein Plazet geben. Die Verantwortlichen der Energiegenossenschaft rechnen Ende Oktober mit der endgültigen Genehmigung für die PV-Anlage.

Inzwischen wird genossenschaftsintern weiter an den Organisationsstrukturen gefeilt. Vor ein paar Tagen wurde die „Solarwiese Dornbichlweg GmbH“ gegründet, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Genossenschaft. Die GmbH wird Träger des als „Bürgeranlage“ konzipierten Projekts. Bis Ende des Monats können Interessierte eine Absichtserklärung für eine Darlehenszusage abgeben. Bislang hat man bereits ein potenzielles Volumen von 334 000 Euro akquiriert. „Davon werden etwa 200 000 Euro von den Gemeindewerken kommen“, berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende der Energiegenossenschaft, Alexander Rossner. Damit wären die im Vorfeld kalkulierten Beteiligungsgelder (305 000 Euro) zur Finanzierung der etwa 1,2 Millionen Euro teuren Anlage überschritten. Bürgerdarlehen können in der Tranche zwischen 1000 und 25 000 Euro gegeben werden. Damit ist auch Kleinanlegern eine Beteiligung möglich. Die Laufzeit der Darlehen soll 20 Jahre betragen, bei einer Verzinsung von jährlich 2,1 Prozent.

Ziel der Genossenschaft, respektive der „Solarwiese Dornbichlweg GmbH“, ist laut Rossner, die Bürgerfinanzierung noch weiter nach oben zu schrauben: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Finanzierung mit 400 000 Euro Eigenmitteln und 800 000 Euro Bankdarlehen stemmen.“ Letzteres soll über einen günstigen KfW-Kredit aufgenommen werden.

Anfang Oktober wird die Trägergesellschaft bereits an der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen. Der am Dornbichlweg erzeugte Solarstrom soll einen Preis von 5 Cent/kWh erzielen. Die jährliche Strommenge ist mit 2800 MWh angesetzt.

Um den Kritikern bezüglich der Flächenversiegelung den Wind aus den Segeln zu nehmen, will man bei der Umsetzung des Projekts Aspekte der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit in den Fokus rücken. Der Baumbestand auf dem Grundstück soll weitestgehend erhalten bleiben und rings um die Modulfläche eine Hecke gepflanzt werden. Die Wiese soll zudem regelmäßig durch Schafe abgegrast werden. Außerdem ist man mit Imkern im Gespräch, um an der PV-Anlage einen Lebensraum für Bienen zu schaffen.

Und wann soll die Solarwiese am Dornbichlweg fertig sein? „Im März 2021 geht die Anlage in Betrieb“, versichert Rossner.

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