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Eine Lösung für die Ebertstraße soll nach Willen der BV weiter gesucht werden.

Peißenberg

BV will Ebertstraße im Auge behalten

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Nach dem Hauptausschuss hat sich nun auch der Marktrat mit deutlicher Mehrheit gegen den Bau eines Fuß- und Radwegs an der Ebertstraße ausgesprochen. Für die Bürgervereinigung (BV) ist das Thema damit aber nicht erledigt. Die Rathausverwaltung soll Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entwickeln.

Dass ihr Antrag für einen Fuß- und Radweg in der Eberstraße nach der deutlichen Abfuhr im vorberatenden Hauptausschuss auch im großen Plenum keine Chance haben würde, das dürfte der BV im Vorfeld der jüngsten Marktratssitzung klar gewesen sein. Dennoch hielt die Fraktion in der von zahlreichen Anliegern verfolgten Gremiumsdebatte beharrlich an ihrer Meinung fest. Die Ebertstraße, so argumentierte BV-Sprecher Stefan Rießenberger, sei als „Haupteinflugschneise“ für Schule und Friedhof „stark frequentiert“ und nachts „schlecht beleuchtet“. Die Verkehrssicherheit für die Fußgänger zu erhöhen, wäre deshalb „eine sehr, sehr sinnvolle Maßnahme“. Laut Rießenberger sollte die Angelegenheit auch mit der Peißenberger Baugenossenschaft besprochen werden. Die verwaltet entlang der Eberstraße zahlreiche Wohnanlagen. Sein eindringlicher Appell an die Rathausverwaltung: „Ich bitte darum, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren.“ Rießenberger verwies zudem darauf, dass früher entlang der Ebertstraße die Vorfahrtsregel galt. Auch schlug er vor, eine mobile Messstation aufzustellen, um die Verkehrsbelastung zu dokumentieren.

Begeisterung mit seiner Wortmeldung löste Rießenberger im Gemeinderat aber nicht aus. „Eine Verkehrszählung macht nur dann Sinn, wenn man Vergleichsdaten hat“, erwiderte Peter Blome. Der SPD-Ortschef bezweifelte, dass sich infolge des Einbaus der Querungsinsel auf Höhe des Sportgeschäfts „Paschen“ und der Fahrbahnverengung am ehemaligen Gasthaus „Blüte“ der Verkehr zunehmend von der Haupt- in die Eberstraße verlagern würde: „Das würde mir als Autofahrer gar nicht erst in den Sinn kommen.“ Blome wollte zudem wissen, ob sich Anlieger aus der Ebertstraße in der jüngeren Vergangenheit kritisch über die Verkehrssituation geäußert hätten. Bauamtsmitarbeiter Bernhard Schregle winkte ab: „In der letzten Zeit hatten wir keine Beschwerden.“ Auch bezüglich einer Änderung der Vorfahrtsregel gab es eine klare Auskunft vom designierten Bauamtschef: Die Ebertstraße sei demnach verkehrsrechtlich nicht „rechts-vor-links“-tauglich, da sie mit ihrer breiten Fahrbahn im Vergleich zu den Seitenstraßen einen übergeordneten Charakter habe. Bedenken in finanzieller Hinsicht meldete Dr. Klaus Geldsetzer (SPD) an. Der Antrag der BV sei zwar „grundsätzlich gut“, allerdings dürfe man in Anbetracht der Kosten keine Konkurrenz zu anderen wichtigen Projekten wie zum Beispiel den Hochwasserschutz in der Bachstraße schaffen. In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeisterin Manuela Vanni. Wer wie die BV fordere, dass für einen Fuß- und Radwegbau entsprechende Gelder in den Haushalt eingestellt werden sollen, der müsse auch die Frage von Einsparmöglichkeiten beantworten. „Man kann nicht auf allen Straßen Gehwege finanzieren“, betonte Vanni.

Das Problem der Debatte: Sie verharrte zu sehr am Wortlaut des BV-Antrags, wonach 2019 Finanzmittel für den Fuß- und Radwegbau einkalkuliert werden sollten. Nach Schätzungen der Rathausverwaltung würde ein Fuß- und Radwegbau rund 700 000 Euro kosten. Selbst BV-Fraktionsmitglied Matthias Reichhart räumte ein, „dass der Haushalt 2019 eine solche Summe nicht hergibt“: „Uns ist bewusst, dass so ein Projekt Geld kostet.“ Allerdings wäre es zu begrüßen, wenn die Rathausverwaltung die Verkehrssituation zumindest untersuchen und eine Planung entwickeln würde. Den Antrag, so Reichhart, könne man gerne in diese Richtung uminterpretieren. Doch das geschah in der Sitzung nicht – was wiederum BV-Neuling Walter Wurzinger verärgerte: „Es geht darum, den Ort in verschiedenen Punkten weiterzuentwickeln und zu verbessern. Aber mir kommt es so vor, als ob man das alles gar nicht will.“ Dem Vernehmen nach will die BV in Bälde einen weiteren Antrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Ebertstraße nachschieben.

Bernhard Jepsen

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