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Erleben entspannte Urlaubstage im Wohnwagen im eigenen Garten: Claudia und Claus Bichlmeyr.       

Campingurlaub im eigenen Garten in Peißenberg

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Das Wetter ist traumhaft, der Ausblick herrlich, der Wildbach plätschert ... Claudia und Claus Bichlmeyr aus Peißenberg scheinen mit der Wahl ihres Urlaubsortes alles richtig gemacht zu haben. Und sie hatten keine stressige Anreise. Sie haben ein paar entspannte Tage im Wohnwagen im eigenen Garten verbracht.

Peißenberg – Es ist später Vormittag am Fuße des Hohen Peißenbergs in Peißenberg. Die Sonne wärmt schon kräftig. Claudia und Claus Bichlmeyr sitzen auf der kleinen Terrasse vor ihrem Wohnwagen, die Kaffeetassen vor sich genießen sie den herrlichen Bergblick, der vom Hörnle bis zum Heimgarten reicht. Neben ihnen plätschert der Buchaugraben, der offiziell ein Wildbach ist, wie Claudia Bichlmeyr erzählt.

„Ich sage immer, dass wir Urlaub am Wildbach machen“, so die Taxifahrerin, die wegen der Maßnahmen zu Einschränkung der Corona-Pandemie die vergangenen Tage Überstunden abgebaut hat. Die Münchener Firma, bei der ihr Mann Claus als Industriemeister arbeitet, hat Kurzarbeit angemeldet, sodass das Peißenberger Ehepaar unverhofft ein paar gemeinsame freie Tage hatte. Und plötzlich sei ein paar Tage vor Ostern die Idee entstanden, Wohnwagenurlaub im eigenen Garten zu machen, erzählen die beiden. „Man muss das Beste aus der Situation machen, es bringt ja nix“, sagt Claus Bichlmeyr: „Ich habe das Wasser aufgefüllt, Gas geholt und wir haben den Kühlschrank bestückt“, erzählt er. Dann habe der Urlaub im eigenen Garten begonnen. „Es ist eine total schöne Zeit“, schwärmt seine Frau.

Die Urlaubstage beginnen bei Bichlmeyrs mit einem gemütlichen Frühstück und der ausgiebigen Zeitungslektüre auf der kleinen Terrasse, die sich die Wohnwagencamper vor dem Urlaubsstart extra neben ihr Feriendomizil gebaut haben. Dann wird meist etwas im Garten gewerkelt. „Was man mit dem Material machen kann, das wir haben“, sagt Claus Bichlmeyr: „Wir sind den ganzen Tag draußen, wie man es eben im Urlaub so macht.“ Am Abend dann wird gegrillt oder gekocht und wenn es dann dunkel und kalt wird, ziehen sich Bichlmeyrs in den Wohnwagen zurück, werfen die Heizung an und machen Spiele. „Da kommt dann oft auch unsere Tochter zu Besuch“, sagt Claudia Bichlmeyr. Diese wollte nicht mit in den Wohnwagenurlaub gehen, leistet ihren Eltern dort aber ab und zu Gesellschaft.

Wenn es dann Nacht wird am Fuße des Hohen Peißenbergs und Bichlmeyrs im Wohnwagen im Bett liegt, dann lauschen sie dem leisen Plätschern des Buchaugrabens und nehmen die Stille wahr, die sich in diesen Zeiten nachts wie eine Decke über die Landschaft legt. „Sonst hören wir manchmal die Straße, aber jetzt hörst gar nichts mehr“, sagt Claus Bichlmeyr. Nur einmal, als ein Gewitter über den Hohen Peißenberg zog, da sei es ein wenig lauter geworden. Das Ehepaar hat zu Beginn der Zeit im Wohnwagen den hellen Vollmond bewundert: „Das war ein so helles und schönes Licht“, schwärmt Claudia Bichlmeyr. Die Urlaubstage seien wie im Fluge vergangen und das Wetter habe sich von seiner schönsten Seite gezeigt.

Eine Hummel fliegt summend zu dem rosa blühenden Strauch neben der kleinen Terrasse. Ein Nachbar wäscht einen Reifen im Bach. „Mir fehlt hier noch die italienische Musik“, ruft er den Gartencampern zu. Diese lachen. „Wir haben es uns hier richtig gut gehen lassen“, sagt Claudia Bichlmeyr. Und ein Tapetenwechsel habe in diesen Zeiten irgendwie auch gut getan.

Demnächst ist die Urlaubszeit im Wohnwagen vorbei und Claudia und Claus Bichlmeyr verlassen ihren Ferienort wieder. Denn, wenn alles nach Plan läuft, dann geht bei beiden demnächst die Arbeit wieder los. In den Pfingstferien möchten sie eigentlich in die Nähe von Schweinfurt fahren und dort campen, aber ob die Corona-Krise bis dahin das Reisen wieder erlaubt, müsse man sehen, meinen Bichlmeyrs. „Wenn wir nicht wegfahren können, dann machen wir das nochmal wie jetzt“, sagt Claus Bichlmeyr.

          

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