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Bitte einsteigen: (v.l.) Martin Heinz, Manuela Vanni und Erich Zimmermann hoffen auf viele Nutzer des neuen „teilAuto“-Fahrzeugs am Peißenberger Bahnhof. 

Carsharing in Peißenberg

Der Zündschlüssel liegt im Tresor

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Peißenberg ist im Carsharing-Zeitalter angekommen. 17 Jahre nach dem Start seines Projekts in der Region startet der Verein „ÖkoMobil Pfaffenwinkel“ die erste Abholstation in der Marktgemeinde. Seit 1. Juli steht am Bahnhof ein Hyundai „i20“ zum Ausleihen bereit.

Peißenberg– „Peißenberg wird CarSharing-Stadt“, sagt denn auch Martin Heinz, seit März Geschäftsführer des Projekts „teilAuto Pfaffenwinkel“, bei der Vorstellung voller Stolz. Die Marktgemeinde habe sich als Standort angeboten, meint er. Denn so wird eine Lücke auf der Ost-West-Achse von Weilheim bis Schongau geschlossen. Bislang mussten Teilnehmer aus Peißenberg mindestens bis Weilheim kommen, um sich dort ein Fahrzeug ausleihen zu können. Vier Kunden zählt der Verein derzeit in der Marktgemeinde – Studenten, Angestellte und Unternehmer. Zog eine Infoveranstaltung im Mai lediglich fünf Interessierte an, hoffen die Anbieter jetzt auf mehr Resonanz. Zwölf bis 15 Nutzer braucht es etwa, damit sich laut Verein der Wagen lohnt. Geschäftsführer Heinz ist optimistisch: „Es werden immer mehr“, spricht er von steigender Resonanz. Als Vorsitzender und „ÖkoMobil“-Grüner Erich Zimmermann im April 2000 startete, hatte er sechs Teilnehmer. Mittlerweile werden um die 270 Kunden gezählt. Diese verteilen sich auf 25 Fahrzeuge in jetzt acht Gemeinden – Weilheim, Penzberg, Schongau, Peiting, Bernried, Murnau, Benediktbeuern und Peißenberg.

Den dortigen Hyundai mit 75 PS hat der Verein gekauft. Laut Zimmermann wurden 1. 000 Euro investiert. Die Fahrzeugflotte umfasst elf eigene und 14 geleaste Autos – vom Cabrio über einen Hybrid bis zum Transporter. Unterstützt wird der Verein mit seiner neuen Station von der Marktgemeinde: Diese stellt den Parkplatz am Bahnhof zur Verfügung. „Das ist ein zusätzliches und gutes Angebot für Peißenberg“, sagt Bürgermeisterin Manuela Vanni. In der eigenen Verwaltung sei Carsharing allerdings noch kein Thema, die Mitarbeiter teilen sich die eigenen Dienstfahrzeuge – zwei Wagen und zwei Elektroautos gibt es.

Ein durchdachtes System sorgt am Bahnhof für einen reibungslosen Ablauf. Den Autoschlüssel gibt es in einem Tresor in der Säule, zu dem jeder Teilnehmer Zugang erhält. Bei Wagenabgabe wird der Schlüssel wieder eingeschlossen und ein Fahrbericht zur Abrechnung in den Briefkasten geworfen. Monatlich stellt der Verein eine Rechnung aus. Interessenten machen einen Vertrag. Zu zahlen sind eine Kaution – je nach Tarif 350 oder 511 Euro – sowie 51 Euro Aufnahmegebühr. Monatlich sind 11 Euro fällig. Der Wagen wird nach Zeit und Fahrstrecke abgerechnet – laut Zimmermann im Schnitt 2,30 Euro die Stunde und 28 Cent je Kilometer. Neu sind Sondertarife für Studenten und Urlauber. Die Autos dürfen nämlich auch für die Ferientour ins Ausland genutzt werden. Im Schnitt fährt ein „teilAuto“ 60 Kilometer, rechnet Martin Heinz vor, die Zeiten reichen in der Regel von einer Stunde bis zu drei Wochen.

Mit dem neuen Standort war es das vorerst für den Verein. Laut Geschäftsführer ist keine Ausdehnung geplant. Somit bleibt Hohenpeißenberg der weiße Fleck auf der Ost-West-Achse. Es ist eine Standortfrage: Der Bahnhof, man hat gerade Pendler und Teilzeitautofahrer im Blick, ist zu weit weg von der Wohnbebauung, sagt Heinz. Aber bei der Gewerbeschau an diesem Wochenende im Schongauer Eisstadion können die Carsharing-Experten weiter Werbung für ihr Projekt machen. Dort hat der Verein einen Infostand.

Buchbar

sind die Autos im Internet auf www.carsharing-pfaf fenwinkel.de oder unter Telefon 0175/8438266.

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