Die Blaupause: Bei einem Sammeltermin in Seeshaupt wurden vor einigen Tagen schon einmal 350 Senioren geimpft, die nicht extra bis nach Peißenberg fahren mussten.
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Die Blaupause: Bei einem Sammeltermin in Seeshaupt wurden vor einigen Tagen schon einmal 350 Senioren geimpft, die nicht extra bis nach Peißenberg fahren mussten.

1200 Impfdosen pro Tag ab Ende April

Impf-Turbo kommt: Hausärzte stehen in den Startlöchern - Sammeltermine geplant

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Ende dieser Woche sollen alle aus der Prioritätsgruppe 1, die sich für eine Corona-Schutzimpfung registriert haben, zumindest ein Impfangebot erhalten haben, so der Chef des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller. Danach ist die Gruppe 2 an der Reihe.

Landkreis – Achmüller rechnet damit, dass in der kommenden Woche die ersten Termine an Angehörige aus der Prioritätsgruppe 2 vergeben werden. Dabei werden zuerst diejenigen mit schweren Vorerkrankungen, die jünger als 80 Jahre sind, ein Impfangebot erhalten.

Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Impfzentrum bekommt 1700 Dosen Impfstoff geliefert

Morgen werden im Impfzentrum in Peißenberg insgesamt 1000 Dosen des Biontech-Impfstoffs angeliefert. Dazu erwartet man noch 700 Astrazeneca-Impfdosen. Ein Drittel der insgesamt angelieferten Impfdosen benötige man für die Zweitimpfungen, der Rest soll für Erstimpfungen verwendet werden, so Achmüller.

Allerdings weist er darauf hin, dass diejenigen aus der Prioritätsgruppe 1, die registriert sind, zu Hause gepflegt werden und nicht persönlich ins Impfzentrum kommen konnten, noch kein Impfangebot bekommen hätten. Aber auch das solle sich ab kommender Woche ändern. Dann würden die Hausärzte im Landkreis damit beginnen, die Pflegebedürftigen zu Hause aufzusuchen und ihnen die Erstimpfung zu verabreichen, so der Leiter des Impfzentrums. Vorerst sei geplant, dass die Hausärzte über die Apotheken mit dem Astrazeneca-Impfstoff beliefert werden und die pflegebedürftigen Patienten zuerst versorgen. Zu Beginn sollen 20 Impfdosen pro Hausarztpraxis zur Verfügung stehen, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß gestern am späten Nachmittag.

Corona-Impfung: Auch Hausärzte dürfen bald impfen - Wichtiger Bestandteil des Impfkonzepts

In Zukunft, wenn die Menge an gelieferten Impfdosen tatsächlich wie von der Politik versprochen stark ansteigen sollte, seien die Hausärzte ein wichtiger Bestandteil des Impfkonzepts, das man jetzt gerade wieder einmal überarbeite. „Wir haben 100 Hausärzte im Landkreis, die in etwas mehr als 60 Hausarztpraxen tätig sind“, so Achmüller. Wenn die ab April dann spezielle Impftermine anbieten, genügend Impfstoff verfügbar ist, „dann können auf diesem Weg sehr schnell sehr viele Impfungen erfolgen“. Die Landrätin kündigte an, dass ab Montag, 26. April, täglich 500 Impfdosen für das Impfzentrum und seine mobilen Impfteams und weitere 700 Impfdosen für die Hausarztpraxen geliefert werden sollen. Die umstrittene Dokumentationspflicht für die Impfungen sei für die Hausärzte ausgesetzt worden.

Diese Erleichterungen würden aber nicht für das Impfzentrum in Peißenberg gelten. Dieses bleibe dennoch bis auf weiteres erhalten und geöffnet. Wie die Landrätin gestern Nachmittag mitteilte, soll der Vertrag mit den Johhannitern für die Betreibung des Impfzentrums, der ursprünglich bis Ende Juni laufen sollte, um drei Monate bis Ende September verlängert werden. Die Zahl der mobilen Impfteams soll nach dem derzeitigen Stand der Planungen sogar aufgestockt werden.

Corona-Impfung in Weilheim-Schongau: Auch Sammeltermine in Aussicht

„Dann können wir auch Sammeltermine anbieten“, so Achmüller. Konkret würde das dann so aussehen: Wenn genügend Impfstoff zugesagt ist, werden einzelne Gemeinden angesprochen. Diese müssen dann einen geeigneten Saal zur Verfügung stellen und eine festgelegte Zahl an Impfwilligen einladen. Dabei wird nach Prioritätenliste verfahren, so Achmüller. Sind alle Termine vergeben, rücken die Johanniter an und nehmen die Impfungen vor – wie bereits in Seeshaupt.

Bei den Sammelterminen sollen Bürger aus den jeweils umliegenden Gemeinden mit eingeladen werden. Die Bürgermeister sollen in den kommenden Tagen angeschrieben und gefragt werden, ob sie bereit sind, diese Aufgaben zu übernehmen.

Parallel dazu werden auch weiterhin Erst- und Zweitimpfungen im Impfzentrum in Peißenberg angeboten. Neu ist seit dieser Woche, dass die Zweitimpfungen für den Biontech und Moderna-Impfstoff ab sofort erst nach sechs Wochen angesetzt werden. Achmüller betonte, dass dies nur für diejenigen gilt, die jetzt ihre Erstimpfungen erhalten.

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(Von Sebastian Tauchnitz)

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