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Corona-Impfung: 9806 Briefe auf dem Weg

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Bei der Pressekonferenz: (v.l.) Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Christoph Wittermann, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Impfzentrums-Chef Christian Achmüller von den Johannitern.  Foto: EMANUEL GRONAU
Bei der Pressekonferenz: (v.l.) Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Christoph Wittermann, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Impfzentrums-Chef Christian Achmüller von den Johannitern. © Foto: Gronau

Alle über 80-Jährigen im Landkreis Weilheim-Schongau bekommen in den kommenden Tagen Post von Landrätin Andrea Jochner-Weiß. In diesem Brief soll ihnen mitgeteilt werden, dass sie sich gegen Corona impfen lassen können. Befürchtet wird nun ein Massenansturm auf die Hotline.

Landkreis – „Seit nun fast einem Jahr beeinflusst das Coronavirus unser Leben. (...) Doch ein Lichtblick ist, dass es inzwischen möglich ist, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. (...) Nachdem Sie das 80. Lebensjahr vollendet haben, gehören Sie zu der Gruppe, die bei der Impfreihenfolge die höchste Priorität genießen“, heißt es in dem Schreiben, dass eine Dienstleistungsfirma im Auftrag des Landratsamtes ab sofort an alle Betroffenen im Landkreis verschickt. Dem Anschreiben liegt auch das aktuelle Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19 bei.

Bis 11 Uhr schon 800 Anrufe bei der Hotline - Personal deutlich aufgestockt

Im Laufe der kommenden Woche sollen die Briefe bei den Empfängern ankommen. Damit verbunden ist auch die Aufforderung, sich telefonisch oder per Internet für die Impfung zu registrieren. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir die Briefe gern ein paar Wochen später verschickt hätten, wenn alles rund läuft und sich die derzeit sehr zähe Versorgungslage mit Impfstoffen gebessert hat“, so die Landrätin im Gespräch mit der Heimatzeitung. Aber das Bayerische Gesundsministerium habe darauf gedrungen, dass die Briefe bereits jetzt verschickt werden.

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„Daher bleibt mir nur der Appell: Lassen Sie sich bitte impfen, haben Sie aber auch Geduld und rufen Sie nach Möglichkeit nicht alle gleich am ersten Tag an“, sagte Jochner-Weiß deutlich. Vergangenen Freitag hätten sich – auch ohne schriftliche Aufforderung – bis 11 Uhr morgens schon 800 Interessenten bei der Hotline gemeldet. Diese sei natürlich vollkommen überlastet gewesen, berichtete die Landrätin. Zwar habe man seitdem die Zahl der Mitarbeiter an der Hotline verdoppelt, aber „wenn 9800 Leute gleichzeitig anrufen und sich einen Termin holen wollen, kann das nicht funktionieren“.

Wer kann, soll sich online registrieren

Jochner-Weiß appellierte daher noch einmal, nach Möglichkeit die Online-Registrierung zu nutzen. Diese ist unter https://impfzentren.bayern/citizen erreichbar. Dafür benötigt man allerdings einen Internetzugang und pro Impf-Interessent eine eigene E-Mail-Adresse. Wenn also Kinder oder Enkel ihre Angehörigen registrieren, sollten sie daran denken, dass pro E-Mail-Adresse derzeit nur eine Anmeldung möglich ist. Die Landrätin meinte zudem, dass auch diejenigen, die bereits geimpft wurden oder einen festen Termin vereinbart haben, aus technischen Gründen nochmals angeschrieben würden. Sie müssten sich selbstverständlich nicht noch einmal melden.

2300 Menschen im Landkreis haben ihre Erstimpfung schon erhalten

Insgesamt haben bislang im Landkreis Weilheim-Schongau 2300 Menschen ihre Erstimpfung erhalten. Der größte Teil von ihnen sei über 80 Jahre alt, so der Verwaltungsleiter des Impfzentrums Peißenberg, Christian Achmüller. Nur sieben Impfdosen seien in dieser Zeit „verworfen“ worden. Etwa, weil sie herunterfielen und nicht mehr verwendet werden konnten. Das sei im Vergleich zu anderen Impfzentren „so gut wie nichts“, so Achmüller. Er berichtete, dass heute neue Impfdosen geliefert werden sollen. Dann werde man sehen, wie viele Erstimpfungen man vornehmen könne. „Die Zweitimpfungen für vollständigen Schutz, die am Sonntag beginnen, weil die 21-Tage-Frist vergangen ist, sind aber gesichert“, versprach der Leiter des Impfzentrums.

Bewusster Verzicht auf den „Moderna“-Impfstoff, dafür mehr Biontech

Er berichtete, dass derzeit ausschließlich der Biontech-Pfizer-Impfstoff verwendet werde. Weil der frisch zugelassene „Moderna“-Impfstoff schwierig zu lagern und zu verarbeiten sei und die entsprechenden medizinischen Kühlschränke in Peißenberg nicht vorhanden sind, gehen die „Moderna“-Lieferungen zunächst an die großen Krankenhäuser. Ein Wechsel zwischen den beiden Impfstoffen würde auch immense organisatorische Probleme mit sich bringen. Denn während beim Biontech-Serum die Zweitimpfung nach 21 Tagen erfolgen muss, sind es bei „Moderna“ 28 Tage. Das würde die ohnehin anspruchsvolle Terminplanung noch weiter verkomplizieren. Sein Tipp für alle, die sich online registriert haben: „Ich würde ab dem 21. Januar einmal täglich meine Mails kontrollieren.“

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