Die Impfkampagne hängt von den Lieferungen ab. dpA
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Die Impfkampagne hängt von den Lieferungen ab.

1000 Dosen weniger

Vom „Impfstoff-Tsunami“ keine Spur: Impfzentrum beklagt drastisch gesunkene Impfstoffmenge - „Sorgt für Probleme“

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Selbst dem eigentlich chronisch gut gelaunten Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller, hat es gründlich die Laune verhagelt. Grund sind die drastisch gesunken Impfstoff-Liefermengen in dieser Woche.

Landkreis - In der vergangenen Woche hatte sich Peter Lidzba, ärztlicher Koordinator der niedergelassenen Ärzte im Landkreis Weilheim-Schongau, noch über die Nachricht gefreut, dass die Arztpraxen in dieser Woche mit deutlich mehr Impfstoff rechnen können als noch vergangene Woche (wir berichteten). „Ich habe eine konkrete Ahnung, wo dieser zusätzliche Impfstoff für die Arztpraxen herkommt“, sagt Achmüller. Denn im Gegenzug wurde die Impfstoff-Lieferung für die Impfzentren deutlich reduziert. Kamen in der vergangenen Woche noch 2800 Impfdosen in Peißenberg an, sind es in dieser Woche rund 1000 Dosen weniger. „Das sorgt für Probleme“, prognostizierte Achmüller.

Corona: Mehr Impfstoff für Arztpraxen - weniger Lieferungen für Impfzentrum

Das eine sei intern – bei der Personalplanung sei man davon ausgegangen, dass mindestens genauso viel Impfstoff geliefert wird wie vergangene Woche. Aber es könnte auch nötig werden, bereits vereinbarte Termine im Impfzentrum abzusagen, weil einfach nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, so Achmüller.

Denn von den 1800 Dosen werden rund zwei Drittel für Zweitimpfungen benötigt. „Da bleibt nicht viel für Erstimpfungen übrig“, so Achmüller. Sollten sich die gekürzten Lieferungen dauerhaft auf diesem niedrigeren Niveau einpendeln, habe das auch Auswirkungen auf die weiteren Planungen. „Ich kann schon jetzt sagen, dass sich die Einrichtung eines Drive-In-Impfzentrums in Peiting (wir berichteten) um mindestens eine Woche verzögern wird“, so der Leiter des Impfzentrums der Johanniter, die auch die Anlage in Peiting betreiben sollen.

An der Außenstelle in Penzberg halte man weiter fest, gestern und heute fanden dort wieder Erstimpfungen statt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Penzberg war von Anfang an hervorragend, wir haben alle Unterstützung bekommen, die wir benötigten“, sagte Achmüller. Es sei schwierig gewesen, aber „wir haben knapp 24 Stunden vorher in Penzberg angerufen und konnten planmäßig um 9 Uhr am ersten Tag die erste Impfung setzen.“

Corona-Impfung in Bayern: Impfzentrum impft weiter streng nach Prioritätsliste

Achmüller ist überzeugt davon, dass die Impfzentren zumindest noch bis zum Sommer weiter benötigt werden. Jetzt ganz auf die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu setzen, wäre verfrüht und könnte diese überlasten, warnte er. „Wir haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass wir stabil 500 Impfungen pro Tag abwickeln können“, sagte der Verwaltungsleiter des Impfzentrums weiter.

Er betonte zudem, dass im Impfzentrum weiterhin streng nach Prioritätenliste verfahren werde. Die Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs in Bayern habe da keine Auswirkungen, da seit Anfang der vergangenen Woche keine Erstimpfungen mehr mit dem Astrazeneca-Impfstoff in den Impfzentren erfolgen. Dieses Vakzin wird seitdem nur in den Praxen niedergelassener Ärzte verabreicht.

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