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Corona-Impfung in Bayern: Lieferungen bleiben aus - alle Termine abgesagt

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Der Impfstoff gegen das Corona-Virus wird in einer konzentrierten Form geliefert und muss noch weiter angemischt werden
In dieser Woche wird keinerlei Impfstoff für Erstimpfungen geliefert. © Foto: Ralf Ruder

In ganz Bayern wird fleißig gegen das Coronavirus geimpft. Ein Lieferengpass des Herstellers Biontech/Pfizer sorgt nun allerdings für einen Ausfall aller Impftermine. 

Landkreis – Christian Achmüller, Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, ist sauer: „Wenn ich am Freitag nicht extra noch einmal angerufen und nachfragt hätte“, schimpft er. Da lief die Nachricht bereits durch alle Medien, dass Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer Produktionsprobleme habe und die Lieferungen reduzieren müsse. „Doch mir wurde gesagt, es gebe kein Problem und wir könnten mit Lieferungen rechnen und Impftermine für diese Woche vergeben“, berichtet Achmüller. Also gab er dem Callcenter Bescheid und die Mitarbeiter vergaben Termine für Erstimpfungen in Peißenberg. Zudem kündigte man sich in Pflegeheimen und Krankenhäusern an. „Noch am Sonntagvormittag bin ich sehr zuversichtlich gewesen“, so Achmüller.

Corona-Impfungen in Bayern: Lieferengpass von Impfdosen führt zu Terminausfall

Am Sonntagabend kam dann allerdings die E-Mail, dass in dieser Woche keinerlei Impfdosen für Erstimpfungen geliefert werden können. „Wir haben Ende vergangener Woche lediglich 100 Dosen bekommen, um die Zweitimpfungen für die Patienten durchführen zu können, die als erstes Ende Dezember geimpft wurden“, so der Verwaltungsleiter.

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Nun haben etliche Menschen Termine in Peißenberg vereinbart, aber es ist wieder einmal kein Corona-Impfstoff da. Was bedeutet, dass die fünf Mitarbeiter des Callcenters jeden, der am Freitag, Samstag oder Sonntag einen Termin vereinbart hat, wieder anrufen müssen. „Ich denke, dass sind rund 200 Betroffene“, so Achmüller. Ihre Termine werden nun abgesagt, sie werden aber nach seiner Aussage auf einer Liste vermerkt und sollen wieder angerufen werden, sobald es wieder eine Lieferung gibt und die Termine vergeben werden können – wahrscheinlich in der kommenden Woche.

Lieferengpass bei Corona-Impfdosen: Terminausfall in Bayern sorgt für noch mehr Stress bei der Hotline

„Das tut mir sehr leid, aber wir können da nichts tun – wenn Impfstoff erst versprochen und dann nicht geliefert wird, sind uns die Hände gebunden“, so Achmüller. Das ganze Hin- und Her sorgt natürlich auch dafür, dass die ohnehin überlastete Hotline noch schwerer erreichbar ist, weil die Mitarbeiter jetzt erst einmal die Menschen anrufen müssen, die einen Termin vereinbart hatten.

Und das ausgerechnet in dem Moment, wo die Briefe des Landratsamtes bei den Über-80-Jährigen im Landkreis ankommen, in denen sie aufgefordert werden, sich für die Impfung zu registrieren. Landrätin Andrea Jochner-Weiß und die Johanniter, die das Impfzentrum betreiben, hatten sich bereits kritisch zur Forderung des Gesundheitsministeriums geäußert, die Briefe an die 9806 Betroffenen bereits jetzt zu verschicken. Sie hatten gemeint, dass das deutlich sinnvoller wäre, wenn genügend Impfstoff vorhanden wäre, um den Interessenten zeitnah einen Termin anbieten zu können. Doch die Ansage aus München war deutlich.

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