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So friedlich die Lourdesgrotte ausschaut, so gefährlich ist es derzeit, am Gitter zu stehen. Deswegen wurde abgesperrt.

Damit das Gebet nicht zur Gefahr wird: Lourdesgrotte in Peißenberg gesperrt

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Sie ist ein verwunschenes Fleckchen Peißenberg, die Lourdesgrotte am Maximiliansweg, die im Jahr 1895 erbaut wurde. Derzeit ist der Friede an diesem Platz der Einkehr ein wenig gestört: Seit Monaten ist die Grotte wegen Steinschlags gesperrt. Die Pfarreiengemeinschaft rechnet damit, dass die Sanierung rund 40 000 Euro kostet.

Peißenberg – Wer nicht weiß, welches verwunschene Kleinod sich am Maximiliansweg in Peißenberg hinter dem halbhohen Zaun mit Holztürchen verbirgt, mag einfach daran vorbeigehen. Wer die Holztür aber ein Mal geöffnet hat und den kurzen Kiesweg Richtung Guggenberg gegangen ist, findet sich in einer anderen Welt wieder: Kerzen tauchen die Felsgrotte in warmes Licht, ein Rosenstrauß ziert das Metallgitter, hinter dem eine Madonna betend ihre Hände hält und nach oben blickt.

Die Lourdesgrotte, dieses verwunschene Fleckchen Peißenberg, strahlt einen ganz besonderen Frieden aus. Überdachte Sitzbänke laden bei jedem Wetter zum Verweilen, Innehalten und Beten ein.

Doch der Friede dieses fast schon magischen Ortes ist seit ein paar Monaten gestört: „Wegen Steinschlags gesperrt“, steht auf einem Schild, das an einem Seil ein paar Meter vor dem Gitter hängt. Bereits vor ein paar Monaten musste die die „Katholische Kirchenstiftung St. Johann“ diese Entscheidung treffen – es wäre schlicht zu gefährlich, die, die diesen Platz aufsuchen, nicht vor den Steinbrocken zu schützen, die von oben herabfallen könnten.

Die Lourdesgrotte soll saniert werden

„Das Problem ist, dass die obere Konstruktion der ganzen Grotte stark verrostet ist“, sagt der Kirchenpfleger von St. Johann, Robert Pfeifer: „Die Steine lassen sich mit der Hand abbrechen, so marode ist die Grotte.“ Sicher ist allerdings, dass die Lourdesgrotte auch nach der Sanierung nicht anders aussehen darf als vorher: „Sie muss so erhalten werden, weil sie unter Denkmalschutz steht“, sagt der Peißenberger Pfarrer Georg Fetsch.

Die Feuchtigkeit hat der Mariengrotte zugesetzt, die die Peißenberger Wirtsleute des Gasthofes „Zur Post“, Therese und Michael Grünwald, im Jahr 1895 am Nordhang des Guggenbergs errichten ließen. Ihre schwer kranke Tochter Therese war auf wundersame Weise geheilt worden, nachdem die Eltern ein Gelübde geleistet und eine Wallfahrt nach Lourdes unternommen hatten. Um ihr Gelübde zu erfüllen, und als Dank beauftragte das Ehepaar Grünwald den Baumeister Joachim Kögl aus Schwabbruck mit dem Bau einer Marien-Grotte.

Die Peißenberger Lourdesgrotte ist ein beliebter Ort, wie Fetsch sagt: „Wir hatten schon viele Anfragen im Pfarrbüro, wann die Sperrung aufgehoben wird.“ Eine Gruppe halte regelmäßig Andachten an diesem mystischen Platz, zudem „kommen viele stille Beter mit ihren Anliegen hierher“, sagt Fetsch. Manche stellten Kerzen auf, andere suchten nur ein paar Minuten Ruhe.

König Maximilian soll aus der Quelle getrunken haben

Auch König Maximilian von Bayern soll bei einem Aufenthalt in Bad Sulz die Peißenberger Lourdesgrotte aufgesucht und dabei auch aus der kleinen Quelle getrunken haben, die dort entspringt. Zur Erinnerung an diese Begebenheit ließen die ehemaligen Besitzer von Bad Sulz, die Eheleute Popp, im August 1850 einen Gedenkstein errichten.

Weil die Lourdesgrotte nach wie vor so beliebt ist, soll sie renoviert werden. „Wir versuchen alles, dass wir die Grotte bald wieder eröffnen können“, so Pfeifer. Die Sanierung kostet nach ersten Voranschlägen rund 40 000 Euro.

Ob es dabei bleibt, lasse sich aber erst sagen, wenn die Arbeiten laufen. Die Pfarreiengemeinschaft hofft auf die Unterstützung von Spendern, „damit wir das Ganze stemmen können“, sagt Pfeifer.

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