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„Der Nockherberg war nur das Vorgeplänkel“: Auch in Peißenberg ging‘s wieder deftig zu

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Feuchtfröhlich geriet der Fassanstich von (v.l.) Bürgermeister Frank Zellner. Die Aktion wurde von Alexander Dobrindt, Thomas Bierling, Alexandra Bertl und Andrea Jochner-Weiß zum Teil skeptisch beäugt.
Feuchtfröhlich geriet der Fassanstich von (v.l.) Bürgermeister Frank Zellner. Die Aktion wurde von Alexander Dobrindt, Thomas Bierling, Alexandra Bertl und Andrea Jochner-Weiß zum Teil skeptisch beäugt. © Ralf Ruder

Fastenzeit ist Starkbierzeit und der Anstich für die CSU ein traditionsreicher Tag. In Peißenberg wurde das Geschehen in der Marktgemeinde auf die Schippe genommen.

Peißenberg – „Der Nockherberg war nur das Vorgeplänkel“, verkündete Bürgermeister Frank Zellner augenzwinkernd und schlüpfte anschließend – tatkräftig unterstützt von Alexander Dobrindt – in seine karierte Platzhirsch-Schürze. Das Starkbier-Fass war bereits auf die Bühne gehievt worden und der goldene Zapfhahn glänzte verführerisch im Bühnenlicht. Lang dauerte es nicht, dann floss das „edle Elixier“ auch schon in die zahlreich herbeigeschafften Gläser. „Das waren jetzt gefühlt dreieinhalb Schläge“, kommentierte Alexander Dobrindt das respektable Anzapfen des Peißenberger Rathauschefs.

Im Anschluss befüllte Thomas Bierling zunächst die Gläser der Parteiprominenz, die neben Alexander Dobrindt in Person von Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bezirksrätin Alexandra Bertl vertreten war. Sobald sich die Führungsriege den ersten Schluck einverleibt hatte, kamen auch die übrigen Gäste zum Zug. Wie immer war das mahagonifarbene Genussmittel heiß begehrt. Als endlich alle versorgt waren, widmete man sich auf humorvolle Weise den Geschehnissen in der Marktgemeinde. Den Darstellern war selbstverständlich nichts entgangen. Jedes Fettnäpfchen, in das die Peißenberger Politik im vergangenen Jahr getreten war, wurde aufgegriffen und den Unglücklichen humorvoll unter die Nase gerieben.

Cannabis-Anbau im Kreisverkehr?

Den Anfang machten die „Ratschkathl’n“. Heidi Ehle hatte sich als Ersatz für die entschuldigte Hedi Resch Lothar Glockshuber an die Seite geholt. Ihr erstes Opfer war schnell gefunden. „Wenigstens war er beim Nockherberg pünktlich“, ging der erste Lacher auf die Kappe von Alexander Dobrindt, der am Samstag eine halbe Stunde zu spät eingetroffen war. Doch auch die Gemeinderäte kamen nicht ungeschoren davon. Christian Quecke musste beispielsweise einen Kommentar zu einem ominösen Parfümkauf über sich ergehen lassen, und Frank Zellner wurden Gummibärchen mit Alkohol ans Herz gelegt. „Damit er mal öfter auf den Tisch haut“, scherzten die „Ratschkath’ln“. Angesichts der Cannabis-Legalisierung brachten die beiden auch wieder eine Bepflanzung des Kreisverkehrs ins Spiel. Für medizinische Zwecke, versteht sich.

Dobrindt verleiht Starkbierorden

Nach einer kurzen Pause, in der die Peißenberger Knappschaftskapelle vorübergehend das Zepter übernommen hatte, betraten die „Bierdimpfl“ Tobias Schmitt und Alexander Dobrindt die Bühne. Letzterer stellte zunächst das Können der künstlichen Intelligenz auf die Probe und brachte sie dazu, wie bereits Klaus Härtl, eine Ode an Peißenberg zu dichten. Als „Ort voller Pracht“ bezeichnete diese die Marktgemeinde. „Gar ned so blöd, dieses Chat-GPT“, freute sich Dobrindt. Anschließend verliehen die beiden scherzhaft mehrere „Starkbierorden“ und kamen schließlich auf die Geschehnisse in der Gemeinde zu sprechen. Dass Ratsmitglied Stefan Rießenberger beim Stadtradeln auch für die hinteren Plätze eine Auszeichnung gefordert hatte, deutete Alexander Dobrindt als einen Wink mit dem Zaunpfahl. „Soll vielleicht nicht der Erste, sondern der Vierte Bürgermeister werden?“, fragte er. Außerdem machten sich die „Bierdimpfl“ über die neue Sparte beim TSV lustig. „Der Hund läuft und der Mensch schaut zu – und nimmt dabei ab. Eine geniale Idee“, fanden die beiden. Auch die „Zellner-Schorle“, bestehend aus Cola und Leitungswasser, entlockte dem Publikum einen herzhaften Lacher. Dass der Bürgermeister gerne die Nähe zur jüngeren Bevölkerung sucht, erkannten die „Bierdimpfl“ als Missverständnis. Der Rathauschef denke wohl, dass es sich bei der „Generation Z“ um den „Zellner-Fanclub“ handelt.

Hohenfurcher Feuerwehrkapelle gewohnt bissig

Abschließend marschierte die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle herein. Jürgen Fischer nahm wie gewohnt kein Blatt vor den Mund, holte zum Rundumschlag gegen Bundespolitik und Medien aus und deckte zudem der heimischen Landjugend den Rücken. Derbe Sprüche, die dem ein oder anderen möglicherweise auch etwas zu weit gingen, blieben nicht aus. „Ein bisschen Spaß muss sein“, legitimierte Fischer seinen Sinn für Humor. Das letztjährige Programm würde ihm heute aber einen Besuch von Nancy Faeser bescheren, vermutete er augenzwinkernd. Sätze wie „Lieber ein Ort im Grünen als einen Grünen im Ort“ oder „Kein Putin und kein Trump, wir brauchen den Zellner Frank“ brachten den Saal jedoch zum Beben.

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