Abgebaut wurde am Montag die Rutsche, das Wahrzeichen der „Rigi-Rutsch’n“.
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Abgebaut wurde am Montag die Rutsche, das Wahrzeichen der „Rigi-Rutsch’n“.

Überraschung in der „Rigi-Rutsch‘n“

Die Rutsche ist weg!

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Peißenberg hat eines seiner Wahrzeichen verloren – zumindest vorerst. Am Montag wurde nach 38 Betriebsjahren die große Wasserrutsche der „Rigi-Rutsch’n“ per Schneidbrenner und Kran demontiert. Die gute Nachricht: 2022 zum 40-jährigen Jubiläum des Bäderparks soll bereits eine neue – eventuell sogar noch größere – Rutsche stehen.

Peißenberg – Es war durchaus ein ortshistorisches Ereignis, das sich am Montag auf dem Gelände der „Rigi-Rutsch’n“ abspielte: Nachdem sie im August 2020 aufgrund von Belagsschäden stillgelegt werden musste, wurde die große Rutschanlage nun komplett abgebaut. Unterstützt von der Firma „Ressler“, die kostenlos Autokran und Pressluftschrauber zur Verfügung stellte, machte sich das Bäderparkteam um Schwimmmeister Hannes Meyer an die Demontage der Wannenteile. Bereits gegen Mittag waren 17 von insgesamt 21 der markant gelben Elemente per Schneidbrenner von der blauen Stahlbetonstützkonstruktion gelöst worden. Bei der Arbeit war viel Wehmut mit dabei: „Es war kein Leichtes die Rutsche, die ein Teil der Kollegenschaft über 23 Jahre betreut hat, abzubauen. Da blutet das Herz“, berichtete Meyer im Nachgang.

Eine Rutsche in ihren Einzelteilen.

Zum Abbruch gab es aber keine Alternative mehr – zumindest keine wirtschaftlich sinnvolle. Die Materialschäden am Kunststoffbelag häuften sich in den letzten Jahren. Die Reparaturen waren jedes Mal kostenintensiv. Die Gemeindewerke als Bäderparkbetreiber entschlossen sich nach der Stilllegung im Sommer zur kompletten Erneuerung. Auch die Kommunalpolitik gab ihr Plazet für eine robuste und weniger wartungsintensive Edelstahlausführung. Der grobe Zeitplan ist bereits abgesteckt: 2021 müssen die Badegäste demnach auf eine große Wasserrutsche verzichten. „Aber zum Jubiläum 2022 wird es auf alle Fälle wieder eine Rutsche geben – und wenn alles gut läuft, dann wird sie sogar noch größer werden“, verspricht Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl. Die Bauvariante wird letztlich davon abhängen, ob das Kommunalunternehmen respektive die Marktgemeinde Berücksichtigung im Bundeskonjunkturprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ findet. Für das Modernisierungs- und Instandsetzungsprojekt „Gesundheits- und Bäderpark Rigi-Rutsch’n 2,0“ wurde ein Investitionsvolumen von 4,6 Millionen Euro angemeldet (wir berichteten). Eine Entscheidung der Vergabestellen wird bis Ende März erwartet.

Am Montag wurde die Rutsche abgebaut.

Laut Haberl hatte man für die Rutschen-Erneuerung in gleicher Architektur respektive Linienführung zunächst 250 000 Euro netto angesetzt. Doch schnell kam die Idee auf, das Budget im Falle einer Förderung auf 400 000 Euro aufzustocken. Die neue Anlage könnte damit um etwa ein Drittel größer ausfallen. Haberl und ihr Team haben sich bereits auf Fachmessen über moderne und attraktive Rutschanlagen informiert. „Jetzt hängt alles von der Förderzusage ab“, erklärt Haberl. Schlüpft man nicht in das Konjunkturprogramm, müssten die Angebotsunterlagen noch einmal aktualisiert respektive abgespeckt werden. Eine neue Rutsche mit Ampel- und Zeitmessanlage soll es aber auch ohne Förderzusage geben.

Und was passiert mit den Bauteilen der alten Rutsche? Sie werden in Absprache mit der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft zerkleinert und als Restmüll entsorgt. Die Metallteile landen beim Schrotthändler.

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