Neubaugebiet für Einfamilienhäuser
+
Heute ist eine dichte Bebauung wie auf diesem Symbolbild selbstverständlich.

In der Oberen Au in Peißenberg

Die zweite Reihe bleibt noch frei

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
    schließen

Es wurde schon mehrfach heftig diskutiert über den Wunsch eines Peißenberger Bauträgers, in der Oberen Au in zweiter Reihe zu bauen. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Bauausschuss der Marktgemeinde erneut mit dem Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Wohngebäudes in der Oberen Au.

Peißenberg – Im September hatte das Landratsamt einen Antrag auf Errichtung eines Mehrfamilienhauses abgelehnt. Der Bau könne nur genehmigt werden, wenn sich das Gebäude nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfüge. Das geplante Gebäude füge sich aber hinsichtlich der Größe der Grundstücksfläche, die bebaut werden soll, nicht in die umliegende Bebauung ein. Zudem wurde die Firsthöhe deutlich höher geplant als sie bei den Gebäuden in der näheren Umgebung ist.

Im April hatte der Bauträger einen neuen Antrag gestellt, der auf die Errichtung eines Zweifamilienhauses mit Garagen abzielte. Wie berichtet, wurde in der April-Sitzung des Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Marktgemeinde PeißenbergBauausschusses überwiegend die Auffassung vertreten, dass sich auch das von einem Mehrfamilien- auf ein Zweifamilienhaus verkleinerte Bauvorhaben nicht in die Umgebung einfüge. Die Entscheidung wurde aber zurückgestellt. Zunächst wollte sich das Gremium das Grundstück und die umliegende Bebauung bei einem Ortstermin anschauen. Im Anschluss daran entschied der Marktgemeinderat, dass das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden kann, weil sich das Vorhaben nicht in die umliegende Bebauung einfügt.

Nun hat der Bauträger einen neuen Versuch gestartet und auch sein erneuter Antrag sorgte für eine lange und lebhafte Diskussion im Bauausschuss. Der Antragsteller hat in seinen Plänen das Wohngebäude weiter verkleinert und stellte diesmal den Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage. Das Haus soll auf einem bereits bebauten Grundstück in der Nähe der Bavariastraße errichtet werden.

„Die Vorgeschichte ist bekannt, es ist diskutiert und in Augenschein genommen worden“, erläuterte Marktbaumeister Bernhard Schregle, als er dem Gremium den neuen Antrag vorstellte. Die Grundfläche sei zwar jetzt auf 144 Quadratmeter reduziert, allerdings müsse auf das Baufenster geachtet werden. Die Problematik der nicht überbaubaren Grundstücksfläche bestehe aber weiterhin. Erneut sorgte der Antrag für eine ausgiebige Diskussion.

„Damit kann ich jetzt schon leben“, sagte Gemeinderat Jürgen Forstner (FW): „Das ist für mich jetzt Nachverdichtung.“ Er werde zustimmen. Zudem sei er der Meinung, dass das Gebiet insofern neu überplant werden sollte, alsdass dort Nachverdichtung grundsätzlich möglich gemacht werden sollte, so Forstner. Bürgermeister Frank Zellner (CSU) gab zu bedenken, dass das Landratsamt das Bauvorhaben unter diesen Voraussetzungen möglicherweise für unzulässig halten könnte. Für ihn sei es so die falsche Reihenfolge, sagte Anton Höck (PL): „Bevor wir die zweite Reihe aufmachen, müssen wir erst sehen, dass die Infrastruktur passt“, sagte er. Seiner Meinung nach müsse der Antrag abgelehnt werden, weil zunächst die Bauleitplaung entsprechend festgelegt werden müsse. So sah es auch Patricia Puncet (CSU/Parteilose).

Dem widersprach Stefan Rießenberger (PB): „Wir haben damals gesagt, wir könnten uns ein Einfamilienhaus vorstellen. Jetzt ist es da und ich kann es mir auch weiter vorstellen.“ Auch Bernd Schewe (SPD) meinte: „Wir sollten es befürworten.“

Der Marktbaumeister plädierte dagegen dafür, einen Bebauungsplan aufzustellen, in dem dann festgelegt werde, dass nachverdichtet werden kann. Seiner Ansicht nach würde auch das gemeindliche Einvernehmen dem Bauträger nichts nützen, weil das Landratsamt ohnehin wieder ablehnen müsse.

In der Pause setzten Zellner und Schregle einen neuen Beschlussvorschlag auf, den der Bürgermeister anschließend dem Gremium unterbreitete: Das gemeindliche Einvernehmen soll nicht erteilt werden. Im Juli soll eine Veränderungssperre erlassen und mit der Aufstellung des Bebauungsplanes begonnen werden – mit dem Ziel, eine Nachverdichtung in der Oberen Au zu ermöglichen. Diesem Vorschlag stimmten schließlich neun der anwesenden Mitglieder des Peißenberger Bauausschusses zu, zwei (Rießenberger und Forstner) stimmten dagegen. Damit wurde der Antrag des Bauträgers wieder einmal abgelehnt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare