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Symbolischer Spatenstich: Angela Engel zeigt, wo die Kapelle entstehen soll. 

Diözese war anfangs dagegen

Die Engels dürfen Hofkapelle bauen

Für die Familie Engel im Weiler „Armeleiten“ geht ein Wunsch in Erfüllung. Sie dürfen eine Hofkapelle bauen, obwohl sich die Diözese anfangs sträubte.

Peißenberg – Wohnhäuser, Garagen, Carports oder Gewerbehallen: Meist sind es gewöhnliche Bauwerke, mit denen sich die Mitglieder des Peißenberger Bauausschusses beschäftigen müssen. So gesehen war es schon etwas Besonderes, als das Gremium in seiner jüngsten Sitzung sein Einvernehmen zur Errichtung einer Hofkapelle am Weiler „Armeleiten“ im südlichen Gemeindegebiet erteilte.

Eingereicht wurde der Antrag auf Baugenehmigung von Johann Engel. Der Landwirt möchte die Kapelle mit einer geplanten Grundfläche von 13 Quadratmetern etwa 25 Meter östlich neben dem Armeleiten-Hof platzieren. Für Engel und seine Familie soll damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen.

„Meine Mutter und meine Oma wollten schon immer eine Kapelle haben“, erzählt Engel. Doch das nicht ganz billige und aufwendige Projekt wurde immer wieder geschoben. Vor zwei Jahren dann starb Engels Mutter. Das traurige Ereignis war für die Familie ein zusätzlicher Antrieb, die Kapelle nun bald zu realisieren – „und das hat nichts mit Extrem-gläubig-Sein zu tun“, betont Engel: „Wir wollen die Kapelle einfach nur für uns bauen.“ Wenn die Witterung wieder besser wird, sollen die Rohbauarbeiten beginnen – Kosten: rund 13 000 Euro. „Die Genehmigung für den Bau zu bekommen, war gar nicht so einfach“, berichtet Engel – und damit meint er nicht etwa die Peißenberger Rathausverwaltung oder das Landratsamt.

Nein, Widerstand kam von anderer Stelle: Die Diözese Augsburg stellte sich anfangs quer: „Die haben mich gefragt, ob ich die Baukosten nicht lieber spenden wollen würde. Es hieß, die Kirche würde sicher Gutes mit dem Geld anfangen“, so Engel.

Erst als Engel zusagte, in der Kapelle ohne vorherige Genehmigung keine Taufen oder anderen kirchlichen Feierlichkeiten stattfinden zu lassen – außer für die Familie Engel – gab es aus Augsburg grünes Licht für eine offizielle Weihung. Wie die Kapelle im Weiler „Armeleiten“ heißen wird, das hat Familie Engel noch nicht entschieden. Im Bauausschuss wurde das Projekt aber schon einmal ausdrücklich gelobt: „Das wird eine schöne Sache“, stellte Marktbaumeister David Oppermann fest.

Bernhard Jepsen

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