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Wolfgang Krebs bekam viel Applaus für seine Auftritte als Horst Seehofer und als Edmund Stoiber. 

CSU-Starkbieranstich mit Wolfgang Krebs

Dobrindts türkisches Pendant heißt Mahut Gebür

Mit zwei Schlägen zapfte Alexander Dobrindt am Sonntag beim Starkbieranstich der CSU das erste Fass an – nicht ohne vorher geprüft zu haben, ob der Zapfhahn zu ist. So blieben die Besucher in der ersten Reihe trocken.

Peißenberg – Die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle stieg stark ein: Mit türkischen Fähnchen geschmückt zogen sie zum Empfang des türkischen Verkehrsminister Mahut Gebür in den Saal im „Gasthof zur Post“ ein, wo sie von den rund 300 Gästen der CSU-Veranstaltung mit Applaus empfangen wurden.

Danach ließ Jürgen Fischer aber schnell nach. Zwar begrüßte er Fischer die „Peißenberger und alle normalen Gäste“ noch ganz artig, dann aber folgten Plattheiten wie die Aussage, dass man den Ort besser umfahre, um sich den Anblick des Elends dort zu ersparen. Damit wurde er der Marktgemeinde eher nicht gerecht – trotz des Minikreisels.

Dieser sorgt sogar für neue Perspektiven. So wird von den einheimischen Bierdimpfln schon gemutmaßt, dass die Volkshochschule mit starkem Zulauf zum Seminar „Besser kreiseln in Peißenberg“ rechnet. Ein Angebot für Planer soll folgen: „Erst denken, dann bauen.“

Dobrindt und Angie Eichberger, die sich für ihren Auftritt auf eine rote Kiste stellte, spannen ihre Ideen für die Marktgemeinde weiter: Live-Übertragungen aus der Angelique-Bar und Femen-Proteste gegen Baumfällungen wurden angesprochen.

Wolfgang Krebs bildete in seinen Paraderollen als Horst Seehofer und Edmund Stoiber zum Abschluss der dreistündigen Veranstaltung den Höhepunkt. Schon für seine Begrüßung – „liebe CSU-Wähler, liebe Nicht-Bayern und alle anderen – aber es sind ja keine da“ erntete der „Ministerpräsident auf Lebenszeit“ Applaus in der „heimlichen Hauptstadt Bayerns“. München, „die Stadt der Schönen, Reichen und Intelligenten, aber auch der Politiker“, sei nur formell die Landeshauptstadt.

Auch seine Ratschläge für Markus Söder, den „Minister für Heimat und lustige Kostüme“ sorgten für Lacher: „Markus, du kannst nicht zwei Standpunkte gleichzeitig vertreten, ich schon.“ Der Ministerpräsident, der von seinen „70 Lebensjahren fast 80 in der bayerischen Politik tätig“ war, lobte hingegen Dobrindt – für Maut und autonom fahrende Autos.

Als Stoiber steigerte sich Krebs noch. Kein bloßes Draufdreschen auf die anderen, sondern auch Selbstkritik war zu hören. Wenn jeder nur noch im Internet einkaufe, dann könne man Bürgermeisterin Manuela Vanni nicht vorwerfen, dass die Geschäfte schließen würden.

Ein anderes Problem sei die Verbreitung von Hass in Internet – „das haben wir früher besser organisiert“. Auch, dass sich Menschen in Parallelwelten mit gefilterten Informationen bewegen, sei nicht neu. Es sei früher genauso gewesen, „wenn man nur den Bayernkurier gelesen hat“.

Die CSU sieht er inzwischen vom Verfall bedroht: Heute würden am Aschermittwoch Aussagen mit dem Beamer an die Wand geworfen, früher seien Maßkrüge geworfen worden, wenn ein Redner nicht nach zwei Sätzen den Einmarsch in Ostpreußen gefordert habe.

Dobrindt war begeistert vom stilechten Auftritt, denn er könne vergleichen. „Ich kenne auch dein Double, den Edmund“, so der Bundesverkehrsminister zu Krebs.

Alfred Schubert

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