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Ungewöhnliche Buchpräsentation: Dr. Susanne Aloé (l.) und Jürgen Schäffer machten bei Ursula Einbergers Geschäft „PeissenBuch“ Werbung für das Werk, das über die Irland-Reise erschienen ist. 

Dr. Susanne Aloé und Jürgen Schäffer aus Peißenberg-Oberbuchau

Als Wanderreiter zwei Monate in Irland 

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Dr. Susanne Aloé und Jürgen Schäffer aus Peißenberg-Oberbuchau gehörten zu einem Team, das zwei Monate lang durch Irland ritt.

Peißenberg – Die Iren, sie haben’s Dr. Susanne Aloé und Jürgen Schäffer angetan. Diese sympathischen, menschlichen Iren. Klar, die Landschaft auf der Insel war auch schön. Das Reiten sowieso. Das Abenteuer natürlich auch. „Aber das Highlight waren einfach die Menschen“, sagt Schäffer (49). Von denen haben die beiden Pferdeliebhaber aus dem Peißenberger Weiler Oberbuchau einige kennengelernt. Denn sie gehörten zu einem sechsköpfigen Team, das zwei Monate durch Irland geritten ist. Es wurde angeführt vom Oberammergauer Florian Wagner, der darüber nun ein Buch veröffentlicht hat. „Abenteuer Irland – Mit dem Pferd entlang des Wild Atlantic Way“ heißt das Werk.

Aloé und Schäffer haben daran weder mitgeschrieben noch die Bilder ausgesucht. Aber sie spielen als Reiter und Mitglieder des Teams im Buch eine große Rolle. Locker und lässig sieht der Wanderritt auf den Fotos aus – so manch Motiv ist allerdings nicht gleich beim ersten Mal geglückt. „Das war ein Modeljob, hin und her, vor und zurück“, berichtet die 39-Jährige schmunzelnd.

Aloé und Schäffer haben die 240 Seiten schon gespannt durchgeblättert. Viele Erinnerungen kommen beim Anblick der Bilder hoch. Das Buch liegt auf dem Tresen in ihrem kleinen, privaten „Irish-Pub“. Den haben sie nach ihrem Abenteuer in einem alten Schuppen auf ihrem Hof eingerichtet. An der Wand hängt ein Fernseher, ein Video läuft – eine Reportage über die Reise. Denn zum sechsköpfigen Team gehörte auch ein Filmemacher. Er fasste die Tour in dreimal 45 Minuten zusammen.

Schäffer schaut auf den Bildschirm und grinst. Mehrere Männer sind darauf zu sehen, wie sie gerade einen Reifen an einem der beiden Pferdeanhänger wechseln. „Der war uns genau neben einer Werkstatt geplatzt“, sagt er. Und – natürlich – eilte ihnen gleich ein Ire zu Hilfe. „Wir mussten nicht mal die Pferde ausladen.“ Fünf Stück hatte die Gruppe dabei – drei gehören Wagner, die anderen beiden den Peißenbergern.

Über die Liebe zu den Tieren war auch der Kontakt zu dem Fotografen entstanden. Schäffer und Aloé hatten ihn zu einer Buchpräsentation in einen Saal in Paterzell eingeladen – denn Wagner hatte bereits zuvor „Abenteuer Deutschland“ veröffentlicht, das von seinem Wanderritt von der Zugspitze an die Nordsee erzählt. Beim Vortrag in Paterzell kamen die drei ins Gespräch, Aloé und Schäffer erfuhren von Wagners Plan, nun Irland zu durchreiten – die Idee entstand, das gemeinsam zu tun.

2016 war es soweit. Die Tierärztin Aloé bekam zwei Monate lang frei, Schäffer musste für seinen Traum von Irland kündigen. „Ich wollte Teil von ,Adventure Ireland‘ sein“, sagt er. Er hat es nicht bereut. Nicht nur, weil er längst wieder Arbeit gefunden hat. Sondern einfach, weil die Tour das Risiko wert war. „Es war ein Riesenerlebnis.“ Aloé umschreibt es so: „Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer.“ Über so lange Zeit als Gruppe so eng beinander zu sein, sei „anstrengend“ gewesen, sagt sie.

Aber auch lehrreich. Die wichtigste Feststellung: „Man kann Irland gar nicht durchreiten“, sagt Schäffer und schmunzelt. Die Natur ist in dem Land in privater Hand, Zäune und Gatter setzen manchem Ausflug schnell ein Ende. Und vor allem die sumpfigen Gebiete sind gefährlich, wenn man sich nicht richtig gut auskennt – „wir würden die Pferde dort mehrmals am Tag versenken“, vermutet Schäffer.

Doch Irland nur auf Teerstraßen von Nord nach Süd zu durchreiten, war keine Option – das wollten sie den Pferden nicht antun. Und so wurde der Plan geändert. Einzelne Passagen legten sie mit den Fahrzeugen zurück. Und von den Zwischenstationen aus starteten die Reittouren – begleitet von Einheimischen. Zum Beispiel von Willy Daly, Irlands letztem Hochzeitsvermittler. Der bekam prompt während des Ausflugs auf seinem rosa Handy einen Anruf von einem Mann, der eine Frau suchte – und nahm sich seiner natürlich an.

Die Peißenberger lächeln beim Rückblick auf all die besonderen Bekanntschaften in Irland. „Die Menschen dort sind arm an Geld“, sagt Aloé, „aber reich an Herzlichkeit.“

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