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Drei weitere Solarwiesen sollen Peißenberger Ökostrom liefern

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Auf den rot markierten Flächen sollen die neuen Agri-PV-Anlagen entstehen.
Auf den rot markierten Flächen sollen die neuen Agri-PV-Anlagen entstehen. © Jepsen

Nach der „Sonnenwiese Dornbichl“ hat die Energiegenossenschaft Oberland drei weitere Freiflächenphotovoltaikprojekte für Peißenberg in der Pipeline - auf 18 Hektar.

Peißenberg – Eigentlich war der Tagesordnungspunkt „Projektvorstellung von ‘Agri-Photovoltaikanlagen‘ (Bereiche Fendt, Strallen, Roßlaich) durch die Energiegenossenschaft“ in der jüngsten Marktratssitzung für den nichtöffentlichen Teil vorgesehen. Doch auf Antrag von Altbürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberger Liste; „Ich sehe überhaupt keine Veranlassung, warum das nichtöffentlich behandelt werden soll“) wurde das Thema in die öffentliche Sitzung gehievt – und so erfuhren auch die Sitzungsbesucher und die Presse aus erster Hand über die neuesten Pläne der Peißenberger Energiegenossenschaft, die künftig als „Energiegenossenschaft Oberland“ tätig sein wird.

Die Namensänderung trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die Genossenschaft unter anderem in Kooperation mit dem Maschinenring Oberland räumlich ausdehnen möchte. Bis zu zehn Projekte stecken derzeit in der Entwicklungsphase. Drei davon sollen in Peißenberg verwirklicht werden. „Wir haben immer noch viel zu viel fossile Energie im Stromkreislauf“, konstatierte Stefan Sendl, der Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft, bei seiner Präsentation im Marktrat. Das müsse sich dringend ändern – nicht nur wegen der Versorgungsunabhängigkeit: „Wir brauchen mehr grünen Strom, damit wir wieder günstigere Strompreise erhalten.“

Auf 18 Hektar sollen Agri-PV-Anlagen entstehen

Die Rahmenbedingungen bezüglich der Photovoltaik könnten in der Region kaum besser sein: „Wir leben in einer der sonnenreichsten Gegenden in ganz Deutschland“, erklärte Sendl. Die Referenzanlage am Dornbichlweg würde jedenfalls bestens laufen. Und nun will die Energiegenossenschaft richtig in die Vollen gehen: Für Peißenberg sollen auf insgesamt 18 Hektar drei PV-Freiflächenanlagen installiert werden – nämlich an der Roßlaichbrücke, in Strallen hinter der Schlagbergkuppe und in Fendt.

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Insgesamt sollen mit den Modulen im Jahr rund 20 000 Megawattstunden (MWh) an Strom produziert werden. Das entspricht ziemlich genau der Hälfte des Stromjahresverbrauchs von ganz Peißenberg. Für die örtliche Energiewende wäre das ein Meilenstein: So würde der Anteil der regenerativen Stromversorgung in Peißenberg schlagartig von 30 auf 80 Prozent ansteigen.

Die geplanten Projekte sollen erneut in enger Kooperation mit den Peißenberger Gemeindewerken realisiert werden. Demnach ist geplant, den Solarstrom gegen Entgelt direkt in das Netz der Peißenberger Gemeindewerke einzuspeisen. Auf dieser Grundlage könnte das Kommunalunternehmen Planungssicherheit erlangen und einen regionalen Ökostromtarif auf den Markt bringen, der, wie es Sendl in seiner Präsentation formulierte, „alle Peißenberger Haushalte und Gewerbebetriebe kostengünstig und preisstabil versorgen kann“.

Ziel ist es also, regionale Wertschöpfungsketten zu bedienen. Dazu gehören auch die Landwirte. Die Anlagen sind im „Agri-PV“-Modus geplant. Das heißt, die Module sind so hoch aufgeständert, dass darunter Rinderweidewirtschaft ermöglicht wird. „Wir wollen die Konkurrenz zwischen Stromerzeugung und Landwirtschaft auflösen“, erklärte Sendl. Und wie sieht es bezüglich drei Peißenberger Vorhaben nun konkret mit dem Planungsstand aus? „Wir wollen die drei Projekte in allernächster Zeit ins Genehmigungsverfahren bringen“, kündigte Sendl an.

Mit der Marktgemeinde, den Eigentümern, Pächtern und Nachbarn seien bereits konstruktive Gespräche geführt worden. Auch mit der Naturschutzbehörde habe man die Rahmenbedingungen erörtert. Sendl warb im Marktrat um breite Unterstützung für die Projekte: „Durch unsere Ausrichtung am regionalen Gemeinwohl wären wir andernfalls gegenüber der konventionellen Konkurrenz im Hintertreffen.“

Im Gemeinderat bekam Sendl für die Pläne ausschließlich positive Resonanz: „Kernkraft wollen wir nicht, Wasser können wir nicht, Wind weht bei uns nicht – aber Sonne, die haben wir“, brachte es Georg Hutter (CSU/Parteilose) auf den Punkt: „Die drei Projekte sind aus meiner Sicht die ‘Eierlegende-Wollmilchsau‘. Der Ertrag bleibt vor Ort, die Vorteile sind einfach gewaltig.“

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