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Gute Musik und Herzensanliegen hatten „Vivid Curls“ und Sarah Straub (r.) in die Tiefstollenhalle mitgebracht. 

Duo „Vivid Curls“ 

Pure Magie mit Locken

In Bayern herangereifte Songwriter-Musik gab es am Samstag in der Tiefstollenhalle gleich im Doppelpack zu erleben. Erstmals im Landkreis kombinierte sich das Duo „Vivid Curls“ mit Sarah Straub.

Peißenberg – Optisch sind die Hippie-Frauen und die pechschwarz auftretende Schwäbin sehr unterschiedlich, stimmlich und musikalisch aber verbanden sich die Drei zu purer Magie. Die gewohnten Allgäuer Songs wirkten neu aufgefrischt, denn Straubs Klavierbegleitung vom Keyboard führte sie vom erdigen, rein gitarrenbasierten Countryfolk in Richtung einer eher britisch-irischen, gewissermaßen „internationaleren“ Klangwelt. Eine Verbiegung der „Vivid Curls“ war dies aber keineswegs, hatten diese doch früher auch gerne englischen Pop gecovert.

Englische Songs oblagen beim Konzert Sarah Straub, die nur solcherart komponiert. Doch die Künstlerinnen spielten nicht einfach nur nebeneinander, sie hatten die Umsetzung ihrer Lieder perfekt verzahnt: Ob Deutsch oder Englisch, die Intonierung der Strophen wanderte frei hin und her. Dies ergab quasi ein Büffet an drei charakterstarken Stimmen: Metallen-groovig von Sarah Straub, hell-folkig von Inka Kuchler und dunkel-timbriert von Irene Schindele. Zum endgültigen Zauber führten die Refraingesänge im Trio und die inspirierten Vokalfolgen – da meinte man oft, einer angesagten Band aus den USA zu lauschen, so farbkräftig variierten die Drei. Der warme Soulgesang von Schindele gewann sogar noch an Tiefe, als Straubs Stimme sie als hoher Gegenpol herausforderte.

Die „Curls“ und Sarah Straub befruchteten sich somit noch in ihrer Kreativität. So streifte der Song „Schier varruckt“ einen A-capella-Abschnitt und mündete in ein gänsehautträchtiges Gesangspianissimo von Straub. Die beweist in ihren eigenen Stücken eine meisterliche Flexibilität zwischen Klarheit und Lebensschmerz. Und sie bestellte passend Rotwein ans Keyboard, „denn der senkt die Gefahr einer Demenzerkrankung um 30 bis 50 Prozent“, wie die promovierte Psychologin dem verblüfften Publikum erklärte.

Zwischendrin lüfteten die Musiker ihre Herzensanliegen: Die „Vivid Curls“ wollen eine einige, gerechte Welt und sangen dazu das Lied „Wir gehen Hand in Hand“ – mit einer wohl bewusst (zu) einfachen Struktur. Sarah Straub hingegen versucht, ihre kommende CD über „Crowdfunding“ zu finanzieren und ermunterte, auf www.startnext.com einzuzahlen – mit garantierter Gegenleistung. „20 Euro, und man bekommt die CD zwei Monate früher, oder 500 Euro, und man bekommt ein Wohnzimmerkonzert von mir.“

Wie gefesselt hingen die rund 70 Zuhörer an den englischen Songs – die mal hoffnungsstark kamen („Moving Mountains“), mal nachdenklich („Reflection Loss“), aber stets von einer inneren Stärke sprachen. Regelrechtes akustisches „Soulfood“ – das von innen wärmt und Glücksgefühle freisetzt – steuerten dazu die Allgäuerinnen bei: Bei „Jäger der Glückseligkeit“ oder bei „Bring mi hoim“ konnte man in den positiven Schwingungen regelrecht baden.

Andreas Bretting

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