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Aufwändige Restaurierung: Die Arbeiten an dem rund 500 Jahre alten Gebäude dauerten drei Jahren lang. 

Bauausschuss lehnte Antrag ab

Eberlhof kein Eventhof

Peißenberg - Die Pächter des Eberlhofs wollten diesen für Veranstaltungen nutzen.  Der Bauausschuss lehnte den Antrag zur Umnutzung des historischen Anwesens ab. 

 Nach jahrelangem Dornröschenschlaf ist der rund 500 Jahre alte Eberlhof zu einem richtigen Schmuckkästchen geworden. Der historische Einödhof ist frisch saniert und liegt in Rapoltskreut am Osthang des Hohen Peißenbergs in Traumlage.

Das wiederum weckt offenbar Begehrlichkeiten, was die künftige Nutzung anbelangt: Der Peißenberger Bauausschuss musste sich in seiner jüngsten Sitzung mit einem Antrag auf Vorbescheid zur Umnutzung der bestehenden Tenne als Veranstaltungsstätte beschäftigen. Anklang fanden die Pläne im Gremium allerdings nicht – ganz im Gegenteil: Die Ausschussmitglieder lehnten den Vorbescheidsantrag einhellig und mit scharfer Kritik ab.

Nach dem vorliegenden Konzept soll die Tenne für Feste wie Hochzeiten und Taufen oder für Lehrgänge und Firmenseminare genutzt werden. Ein zusätzlicher Ausbau wäre dafür nicht erforderlich. Der Sanitärbereich umfasst bereits jetzt zwei getrennte Toiletten mit Vorraum. Kurios: Nicht die „Weidegenossenschaft Peißenberg“ als Eigentümerin des Eberlhofs, sondern der Pächter hatten den Vorbescheidsantrag zur Umnutzung im Rathaus eingereicht: „Das ist bei Bauvoranfragen möglich. Die kann auch jemand anderes als der Eigentümer stellen“, verwies Bürgermeisterin Manuela Vanni auf die rechtlichen Vorschriften.

Die Rathauschefin fand die Idee mit der Veranstaltungsstätte auch „gar nicht so schlecht“, doch dann kam das große „Aber“: Der Eberlhof liegt im planungsrechtlichen Außenbereich, dort sind Bau- oder Umnutzungsaktivitäten nur in ganz bestimmten Ausnahmen zulässig. Außerdem verläuft die Zufahrt von der Sulzer Straße aus über einen öffentlich gewidmeten Forstweg und daran anschließend über einen nicht ausgebauten Privatweg. Ein Anschluss an die kommunale Abwasserbeseitigung besteht momentan nicht, die Wasserversorgung erfolgt über die Nachbargemeinde Hohenpeißenberg. Kurzum: Die Erschließung ist keinesfalls gesichert – zumal bei einer gastronomischen Nutzung auch die Stellplatzfrage geklärt werden müsste. Der Pächter hatte in seinen Antragsunterlagen angegeben, Rücksprache mit den Eigentümern der Parkplätze an der gemeindlichen Tiefstollenhalle und im Bereich der Gaststätte Bad Sulz zu halten. „Aber das ist nicht geschehen“, berichtete Marktbaumeister David Oppermann im Ausschuss. Ohnehin könnten die benötigten Stellplätze nicht ohne Weiteres auf öffentlichen oder privaten Parkflächen nachgewiesen werden. Auch unklar sei, inwiefern die Kapazität der bestehenden Kleinkläranlage auf eine Nutzung als Veranstaltungsstätte ausgerichtet sei. Oppermanns Fazit: „Das ganze Projekt ist sehr fragwürdig.“ Genauso sahen es die Ausschussmitglieder: „Das Grundstück liegt im Außenbereich. Das ist widersinnig wie nur grad was. Da ist jedes Wort zu schade. Außerdem haben wir genügend Gaststätten im Ort“, kritisierte Stefan Barnsteiner. Ins gleiche Horn stieß Werner Haseidl: „Was ist eigentlich mit der Zufahrt für die Feuerwehr? Die käme im Ernstfall nie dort hoch. An das Projekt braucht man gar nicht dran denken.“ Jutta Geldsetzer brachte den Denkmalschutz ins Spiel: „Gibt es da nicht Auflagen, die eingehalten werden müssen?“ Hauptgründe für die Ablehnung des Antrags waren letztlich die fehlende Erschließung und die Lage im baurechtlichen Außenbereich.

Bernhard Jepsen

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