zwei-frauen-in-einem-buchladen
+
Katrin Führer (li.) übernimmt die Buchhandlung von Ursula Einberger (re.).

In Peißenberg

Ehemalige Apotheke wird zur Buchhandlung

  • Kathrin Hauser
    VonKathrin Hauser
    schließen

Veränderungen stehen an der Peißenberger Hauptstraße an: Ursula Einberger hat die Buchhandlung „Peissenbuch“ verkauft. Ab 1. Februar ist Katrin Führer die neue Inhaberin. Diese zieht mit ihrem Buchladen in die Räume der ehemaligen „Barbara-Apotheke“.

Peißenberg – Auch wenn die Zeiten in der Geschäftswelt wegen der Corona-Beschränkungen eher von Stillstand geprägt sind, an der Peißenberger Hauptstraße bewegt sich derzeit etwas: Ursula Einberger hat ihre Buchhandlung „Peissenbuch“ verkauft. Im Moment ist sie dabei, ihren Laden an der Hauptstraße 73a auszuräumen, denn die neue Eigentümerin, Katrin Führer, übernimmt nicht einfach die Geschäftsräume und führt dort weiter, was Ursula Einberger im Jahr 2006 in Peißenberg begonnen hatte. Katrin Führer zieht mit der Buchhandlung an die Hauptstraße 24, in die ehemalige „Barbara-Apotheke“, die im Jahr 2014 geschlossen worden war, nachdem die Apotheker Dr. Wolfgang und Phillip Kircher eine Apotheke im „Rigi-Center“ eröffnet hatten.

Große Feierlichkeiten wird es wegen des Lockdowns und der Corona-Maßnahmen weder zum Abschied noch zum Neuanfang geben, was sowohl Ursula Einberger als auch Katrin Führer bedauern. Die scheidende Buchhändlerin möchte den Peißenbergern „als Abschiedsgeschenk“ eine Bücherzelle schenken, in der eine Bücherei im Kleinformat untergebracht wird. Diese wird dann im neuen „Peissenbuch“ aufgestellt, sobald sich die Corona-Wogen ein wenig geglättet haben. Im Moment steht die ausgediente Telefonzelle noch in Berlin.

Katrin Führer eröffnet das neue „Peissenbuch“ am 1. Februar. Die Räume werden an diesem Tag auch geweiht. „Da können leider nur die Mitarbeiter und ich dabei sein“, sagt die neue Eigentümerin. Im Frühjahr, wenn die Corona-Infektionszahlen hoffentlich gesunken sind, soll die Einweihungsfeier nachgeholt werden. Vorerst läuft die Peißenberger Buchhandlung wie gewohnt weiter: Es ist geöffnet, allerdings gibt es nur die Möglichkeit, telefonisch oder online zu bestellen. Im Webshop können verschiedene Geschenkartikel online oder telefonisch bestellt werden.

„Ich wollte einfach mehr Zeit für mich haben“, sagt Ursula Einberger über die Gründe für den Verkauf ihrer Buchhandlung an Katrin Führer. Als Selbstständige sei sie eben immer und ständig zuständig für ihr Geschäft, sagt die 59-Jährige. Sie habe schon geraume Zeit den Wunsch gehabt, beruflich weniger eingespannt zu sein. Davon habe sie Katrin Führer erzählt, die als begeisterte Leseratte gute Kundin in der Peißenberger Buchhandlung war.

„Es war schon immer ein Traum von mir, in einer Buchhandlung zu arbeiten“, sagt die Hohenpeißenbergerin, die Mutter von drei Kindern ist. Dass sie gleich einen Buchladen kaufen und führen würde, daran habe sie zunächst nicht gedacht. Aber nachdem sie gehört habe, dass Ursula Einberger kürzer treten wolle, freundete sie sich nach und nach mit dem Gedanken an, „Peissenbuch“ zu übernehmen: „Ich dachte mir, es muss doch irgendwie weitergehen.“

Deswegen hat Katrin Führer sich entschlossen, den Schritt zu wagen. Die beiden Frauen seien sich schnell einig geworden, sagt die neue Inhaberin, die seit einem Dreivierteljahr bei „Peissenbuch“ mitarbeitet. Die eigene Buchhandlung ist für Katrin Führer Neuland, sie hat aber bereits nach dem Abitur in einem Buchladen gejobbt, wie sie erzählt.

Auch Ursula Einberger ist damals im Jahr 2006 ins kalte Wasser gesprungen, als sie ihre Buchhandlung in Peißenberg eröffnet hat. Zuvor hatte sie unter anderem bei „Siemens“ in ganz anderen Bereichen gearbeitet. Die Buchhändler-Ausbildung hat sie erst nachgeholt, als sie ihr Geschäft schon fünf Jahre hatte. „Ich finde, es ist ein sehr vielfältiger Beruf.“ Das habe ihr die vergangenen Jahre Freude gemacht. Auch der Umgang mit den verschiedenen Kunden und die vielen Gespräche, die sie geführt habe, der Austausch, den es gegeben habe, seien schön gewesen.

Weil Ursula Einberger gerne mit Menschen zu tun hat und ihre Nachfolgerin unterstützen möchte, ist sie noch weiter im Laden: „Ich arbeite mindestens noch ein halbes Jahr halbtags mit.“ Sie sieht es positiv, nun mehr Zeit für sich und ihre anderen Interessen zu haben: „Mal in die Berge oder einen Kaffee trinken gehen und nicht von morgens bis abends im Laden stehen, darauf freue ich mich“, sagt Ursula Einberger. Sie sei nicht wehmütig, weil sie ihren Laden nun in ein paar Tagen übergebe – vielmehr sei sie froh, dass er weiter bestehe: „Ich kann das gut abgeben“, sagt sie. Und die neuen Räume seien auch gut geeignet für eine Buchhandlung.

Das fand auch Katrin Führer, als sie sich entschlossen hat, aus der ehemaligen Apotheke einen Buchladen zu machen. „Wenn es die Corona-Maßnahmen zulassen, möchte ich in einen Raum zum Café machen“, sagt Katrin Führer. Dort soll es unter anderem Kaffee aus der Weilheimer Kaffeerösterei „Hülsmann“ und selbst gebackenen Kuchen geben. Zudem möchte die neue Inhaberin Vorlesenachmittage für die Kleinen und Lesungen für die Großen anbieten.

Dafür, dass aus der „Barbara-Apotheke“, wie das Gebäude in der Marktgemeinde immer noch genannt wird, nun ein Buchladen wird, hat sie auch den passenden Spruch gefunden: „Wenn Du Dich schlecht fühlst, geh nicht in die Apotheke sondern zum Buchhändler.“

Bestellungen:

Bei der Buchhandlung „Peissenbuch“ kann über Telefon 08803/498581 oder per Mail mail@peissenbuch.de bestellt werden. Die Internetadresse des Geschäftes lautet: www.peissenbuch.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare