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Stopp auf Langeoog: die Reisegruppe um Alois Zellner (rechts) und Hermann Deutschenbaur (3.v.re.).

Flugreise mal anders

Ein Peißenberger geht in die Luft - mit dem Motorsegler auf großer Reise

Sie sind rund 2700 Kilometer geflogen, haben 17 Flugstunden in ihren Motorseglern verbracht und sind durch die Lüfte über die Nordsee und die Ostsee bis nach Prag gereist. Nachdem Hermann Deutschenbaur wieder zurück in Paterzell war, hat er von der Reise erzählt.

Paterzell – Bevor Hermann Deutschenbaur und Alois Zellner am 1. Juli in Paterzell am Flughafen starteten, hatten sie einige Vorarbeit zu leisten. Sie haben die Route geplant, die Karten und vor allem den Wetterbericht studiert: „Das Wetter ist das Wichtigste“, erklärt Deutschenbaur, nachdem er wieder zurück in Paterzell ist, und von der Flugreise erzählt, die sie über die Rhön nach Wilhelmshafen, an die Nordsee, die Ostsee, nach Flensburg, auf eine dänische Insel, nach Stralsund, auf Rügen und schließlich bis in die tschechische Hauptstadt Prag geführt hat.

Als Deutschenbaur und Zellner in Paterzell gestartet sind, waren sie noch zu zweit. Doch das blieb nicht lange so. Das erste Ziel des Duos war die Rhön, wo zwei weitere Flieger mit jeweils zwei Insassen dazustießen. Die sechs Männer sind ein eingespieltes Team. Sie haben schon öfter schöne Flugreisen miteinander unternommen. „Wir kennen uns seit 41 Jahren“, sagt der Peißenberger Deutschenbaur.

Insgesamt haben die Reiseteilnehmer 2700 Kilometer fliegend zurückgelegt und 17 Stunden im Flugzeug verbracht. Doch so schön es ist, durch die Lüfte zu fliegen und die Welt von oben zu betrachten, während unten Kilometer um Kilometer vorüberziehen, das allein wäre den Piloten und Copiloten zu wenig. „A bisserl Sightseeing musst auch machen“, erzählt Deutschenbaur.

Die sechs Männer haben deswegen auch am Boden allerhand gesehen und erlebt: Sie haben das Museumsschiff „Gorch Fock“ besichtigt, haben sich Görlitz angeschaut, sind in der Dämmerung durch Flensburg geschlendert und haben sich mit vielen Besuchern in der Prager Altstadt gedrängt. Am Tag bevor die Peißenberger in der tschechischen Hauptstadt landeten, hatten just auf diesem Flughafen die „Rolling Stones“ ein Konzert gegeben, zudem fand am darauffolgenden Wochenende ein große Harley-Davidson-Treffen in der Metropole an der Moldau statt: „Wir sind fast durch die Altstadt geschoben worden.“

Die Enge waren die Reiseteilnehmer nach den vielen Stunden in ihren Flugzeugen bereits gewohnt. Denn allzu viel Platz hatten sie auch dort nicht. In den Motorseglern gibt es so gut wie keinen Stauraum. Wofür aber noch Platz sein musste, war für die gelben Schwimmwesten, die die Männer bei ihren Flügen über die Nordsee und die Ostsee tragen mussten. „Schwimmwesten sind Pflicht, wenn man über große Gewässer fliegt, und da halten wir uns natürlich dran“, erzählt Deutschenbaur.

Das Wetter sei all die Tage phantastisch gewesen, erzählt der Peißenberger, was einen herrlichen Weitblick ermöglich habe. „Wir hatten Sicht bis zum Anschlag“, sagt Deutschenbaur. Lediglich am Tag des Rückfluges sei der Himmel bedeckt und die Sicht nicht ganz so grandios wie an den übrigen Tagen gewesen.

Beim Heimflug von Prag nach Paterzell trennten sich die Wege der Reiseteilnehmer in der Nähe von Nürnberg, und die beiden Flugzeuge flogen Richtung Rhön, während Hermann Deutschenbaur und Alois Zellner Paterzell ansteuerten. Um 19.30 Uhr kamen die beiden dort an.

Deutschenbaur hat mit 14 Jahren zu fliegen begonnen und ist seitdem leidenschaftlicher Pilot. Der Peißenberger fliegt aber nicht nur zum Vergnügen. Zusammen mit Martin Pape, dem Präsidenten des Luftsportvereins Weilheim-Peißenberg, übernimmt er auch Luftbeobachtungsflüge, um zum Beispiel die Waldbrandgefahr einschätzen zu können. Aber auch wenn er teilweise in ernster Sache in der Luft ist: „Fliegen bedeutet Freiheit“, sagt Hermann Deutschenbaur. Beim Fliegen sei er konzentriert und entspannt gleichermaßen. „Zu fliegen ist immer entspannend und faszinierend.“

Text: Kathrin Hauser

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