Wo vor einem Jahr noch ein Laden war, öffnet in ein paar Tagen das Peißenberger Corona-Testzentrum im ehemaligen „Ruprich“.
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Wo vor einem Jahr noch ein Laden war, öffnet in ein paar Tagen das Peißenberger Corona-Testzentrum im ehemaligen „Ruprich“.

Im ehemaligen „Ruprich“

Ein Testzentrum für Peißenberg

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Nachdem Peißenberg bereits ein großes Impfzentrum hat, soll nun demnächst ein großes Corona-Testzentrum im ehemaligen Ruprich eröffnet werden. Dazu haben sich der Apotheker Dr. Philipp Kircher, Reinhard Huber und die Gemeinde Peißenberg zusammengetan. Am kommenden Mittwoch soll es in Betrieb gehen.

Peißenberg – Seit Anfang März hat Dr. Philipp Kircher, der die „St. Ulrich-Apotheke“ in Peißenberg führt, sein eigenes kleines Corona-Testzentrum betrieben. Erst im Wohnwagen auf dem Parkplatz des „Rigi-Centers“, dann im Zelt. Nachdem die Zahl der Coronatest-Kandidaten zu Beginn überschaubar war, ist diese immer weiter gestiegen. „Am Dienstag waren es 150 Leute, die ich allein getestet habe“, sagt Kircher. Auch wenn das Anmelde- und Testverfahren im Laufe der Wochen optimiert worden sei, seien seine Mitarbeiter und er an der Belastungsgrenze angekommen, sagt der Apotheker. Unter anderem deswegen sei er froh gewesen, als Mitarbeiter der Marktgemeinde ihm den Vorschlag gemacht haben, ein größeres Corona-Testzentrum einzurichten. Zunächst sei das Bürgerhaus und Jugendzentrum „Flöz“ als Standort im Gespräch gewesen, dann habe sich herauskristallisiert, dass die 300 Quadratmeter großen Räume des aufgegebenen Haushalts- Küchengeräte- und Elektrowerkzeuge-Ladens „Ruprich“ unter anderem wegen der Parkmöglichkeiten besser geeignet seien.

Kircher, die Marktgemeinde Peißenberg und Reinhard Huber, der in Peißenberg durch das „Therapiezentrum Pro“ bekannt ist, arbeiten nun bei der Einrichtung und beim Betrieb des Testzentrums als Kooperationspartner zusammen. „Coro.Care“ soll das Corona-Testzentrum heißen, bei dem auch Drive-In-Tests angeboten werden sollen. Philipp Kircher übernimmt die medizinische Leitung. Er organisiert den Betrieb, nimmt die Buchungen entgegen, sorgt für das Personal und will ab und zu auch weiter selber testen. Dass die Tests wichtig sind, hat der Apotheker in den vergangenen Wochen bereits erlebt: „Etwa jeder 300. Test ist positiv“, sagt er.

Die Teststation der St. Ulrich-Apotheke wird zum kommenden Mittwoch, 5. Mai, wenn das neue Testzentrum im „Ruprich“ in Betrieb geht, geschlossen. Derzeit schließt Kircher die Verträge mit dem Personal, das in der Station arbeiten soll, denn dieses wird über ihn angestellt: „Es war uns wichtig, dass es medizinisch ausgebildetes Personal ist“, sagt der Apotheker. Diese Aufgabe sehe er als Dienst an der Marktgemeinde an, sagt Kircher: „Wir wollen, dass die Leute auch mit Testpflicht in Peißenberg einkaufen gehen können.“

Auch Bürgermeister Frank Zellner hält ein größeres Testzentrum für notwendig: „Es war mir wichtig, dass wir in Peißenberg Testkapazitäten haben und aufbauen“, sagt er: Die Leute sollen sich hier testen lassen und einkaufen können.“ Auf Dauer kann er sich vorstellen, dass auf diese Weise auch weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen möglich seien wie zum Beispiel die Öffnung der Gastronomie in Peißenberg. Konkret stellt die Marktgemeinde die Einrichtungsgegenstände wie zum Beispiel Tische und Stühle zur Verfügung.

Huber ist der dritte im Bunde: „Wir haben uns zusammengeschlossen, um eine größere Einheit an einem anderen Standort einzurichten“, sagt er. Neben den Coronatests, die im Testzentrum und in der Drive-In-Station angeboten werden sollen, schwebt ihm unter anderem eine Zusammenarbeit mit Gaststätten und Firmen vor: „Wir wollen in Gaststätten und in Betriebe gehen, um dort zu testen.“

Eröffnung

Am kommenden Mittwoch, 5. Mai, wird das Testzentrum „Coro.Care“ im „Ruprich“ an der Schongauer Straße 22 in Peißenberg eröffnet. Weitere Informationen im Internet unter www.coro.care.

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