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Klaus-Wilhelm Gérard und sein Trüffelsuchhund Otto sind ein erfolgreiches Team.

INTERVIEW - mit Klaus-Wilhelm Gérard aus Peißenberg

„Ein Trüffelsucher hat viele Freunde“

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Klaus-Wilhelm Gérard stammt ursprünglich aus Peißenberg, lebt inzwischen aber hauptsächlich in den italienischen Marken , wo er seiner Leidenschaft, dem Trüffelsuchen nachgeht.

  • Klaus-Wilhelm Gérard ist begeisterter Trüffelsucher
  • Er stammt aus Peißenberg und lebt inzwischen hauptsächlich in den Marken
  • Beim Trüffelsuchen dort hat ihn ein Fernsehteam begleitet

Peißenberg/Monte San Vito –Klaus-Wilhelm Gérard ist in Peißenberg vor allem wegen seines Betriebs „Wohnwagen Gérard“ bekannt. Die Firma hat er inzwischen an seine Tochter Marie übergeben und so Zeit, sich seiner großen Leidenschaft, der Trüffelsuche in den italienischen Marken, zu widmen. Kürzlich wurde Gérard dabei von einem Fernsehteam begleitet. Wie das war, erzählt der Trüffel-Spezialist im Interview.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für Trüffel und die Trüffelsuche begeistert haben?

Trüffeln waren immer schon meine Leidenschaft; und ich war schon in den 1980er Jahren im November immer einige Tage im Piemont, das ja schon damals für sein Trüffelvorkommen bekannt war.

Was muss man bei der Trüffelsuche können und beachten?

Man muss wissen, wo Trüffeln wachsen. Das ist nicht einfach für einen Anfänger. Wenn man da nicht einen wirklich guten Freund hat, wird man viele ergebnislose und frustrierende Ausflüge in die Wälder und Berge machen. Für die Suche braucht man einen gut ausgebildeten Hund und – das ist besonders wichtig – eine Lizenz für die Trüffelsuche, die man nach einer nicht ganz einfachen mündlichen und schriftlichen Prüfung vor der Forstbehörde erhalten kann.

Im Moment ist ja Trüffelhoch-Saison, haben Sie schon welche gefunden?

Klar war ich schon am ersten Tag der Trüffelsaison am 1. Oktober mit meinem Hund Otto, der zur Rasse der Lagotto-Hunde gehört, in der Frühe um 5 Uhr unterwegs. Otto ist sechs Jahre alt und der Sohn meines vor ein paar Jahren verstorbenen Trüffelhundes Leo. Es gibt in den Marken schwarze und weiße Trüffeln. Viele meinen immer noch, Trüffeln kommen nur aus dem Piemont. Aber in den Marken gibt es viele und qualitativ hervorragende Trüffeln.

Wie groß war Ihr größter Fund?

Die größte schwarze Trüffel habe ich vor vier oder fünf Jahren gefunden. Sie hatte stolze 537 Gramm und war so groß wie eine Honigmelone. Die größte weiße Trüffel hatte 170 Gramm, die hätte in München im Feinkostgeschäft locker um die 800 Euro gekostet.

Kochen Sie selber viel mit Trüffeln, oder verkaufen Sie alles?

Wenn ich– bzw. Otto – fündig war, werden die Trüffeln möglichst schnell verarbeitet – mit der Familie oder Freunden, denn sie verlieren pro Tag etwa sieben Prozent an Gewicht und damit auch an Geschmack. Eigenartig – ein Trüffelsucher hat erstaunlich viele Freunde... Trüffeln verkaufe ich grundsätzlich nicht, manchmal schenke ich welche her – dem Maresciallo Capo der Carabinieri (Polizei) oder dem Bürgermeister. So kann ich mir erlauben, auf Suche zu gehen, wenn es mir danach ist.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Besonders gerne mag ich Spiegeleier mit weißen Trüffeln, aber auch Eiernudeln, wie Tagliatelle mit schwarzen Trüffeln und Butter. Ausgelöste Wachtelbrüstchen mit Trüffel-Portweinsauce sind auch nicht zu verachten.

Haben Sie wegen der Trüffeln Peißenberg den Rücken gekehrt und sind in die Marken gezogen?

Nein, das sicher nicht. Als ich vor 25 Jahren in den Marken das schöne Örtchen Monte San Vito gefunden habe, wusste ich gar nicht, dass es hier Trüffeln gibt.

Sind Sie noch oft in Peißenberg?

Natürlich, dort ist ja auch unser Familienunternehmen, das mittlerweile von meiner Tochter Marie geleitet wird. Und unsere Gegend, der Pfaffenwinkel, ist halt wunderschön, voller Tradition und Lebensfreude. Nicht umsonst kommen aus aller Herren Länder Leute hierher, um Urlaub zu machen.

Gibt es etwas, was Sie dann in Peißenberg vermissen, wenn Sie da sind?

Trüffeln und die Vielfalt frischer Fische aus der Adria. Manchmal auch milde Temperaturen im Winter.

Kürzlich wurden Sie von einem Fernsehteam bei der Trüffelsuche begleitet. Wie waren die Dreharbeiten?

Sehr anstrengend, da wir vor allem wegen der Wettervorhersage die Außenaufnahmen in den Bergen an einem Tag machen mussten. Aber das Team war sehr nett und absolut professionell. Am meisten Spaß hatten wir bei der Verkostung der von mir zubereiteten Trüffelgerichte und des lokalen Rotweins.

Wie sind die Fernseh-Leute auf Sie als Trüffel-Experten gestoßen?

Wenn man im Internet „Trüffel“ eingibt, kommt man auf „Peißenberg“ und „Gérard“. Es ist ja auch nicht der erste Film, den ich mit Fernsehanstalten gemacht habe. Ich war auch schon im ZDF, in der ARD und im BR zu sehen. Aber das ist auch schon wieder ein paar Jahre her.

Der Fernsehbeitrag

Der Beitrag über Gérard, der die Trüffel-Mythen erklärt, ist am Freitag, 27. November, um 16.50 Uhr auf „Kabel 1“ zu sehen. Näheres über den Peißenberger Trüffelsucher in den Marken findet sich auf seiner Homepage www.trueffelpfote.de. Wer sich für Trüffel interessiert, kann sich auch in Gérards Buch „Faszination Trüffel“ informieren.

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