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Vom Sträfling zum Gutmenschen: Stephan Schuster (Mitte) als Jean Valjean in „Die Elenden“. 

„Die Elenden“ in der „Bräuwastlhalle“

Ein düsteres und hervorragendes Kostümfest

Gut besucht war die  „Bräuwastlhalle“ in Peißenberg am Freitagabend.  Stephan Schuster hatte zur Premiere von „Die Elenden“ in Anlehnung an das Musical „Les Miserables“ geladen.

Peißenberg – Tanzlehrer und Schauspieler Stephan Schuster hat sich in diesem Jahr nach „Rudolph“ (2013) und „Tanz der Vampire“ (2015) ein düsteres Stück ausgesucht. Die Handlung des Musicals basiert auf dem Roman „Die Elenden“ von Victor Hugo und, wie der Titel schon verheißt, es wird hier keine leichte Kost präsentiert.

Das Ganze spielt Anfang des 19. Jahrhunderts in Toulon und Paris. Die Menschen sind unterdrückt, hausen im Elend, Bettler beklagen ihr Leid, revolutionäre Studenten planen einen Barrikadenkrieg gegen die Regierung. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Sträfling Jean Valjean (Stephan Schuster), der nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus zum Gutmenschen mutiert.

Er nimmt die uneheliche Tochter Cosette (Leni Rehfeld/Joy Sutor) von Fantine (Erika Braun) nach deren Tod bei sich auf und rettet später auch Cosettes (auch Erika Braun) zukünftigen Ehemann Marius (Ralf Krafka), einen der aufrührerischen Studenten. Valjean stirbt letztendlich im Beisein von Cosette und Marius, aber auch aller schon verstorbenen Geister, die dann noch einmal das „Lied des Volkes“ anstimmen.

Schuster hat das Werk auf zwei Stunden zusammengekürzt ohne den Handlungsstrang unklar werden zu lassen. Das ist schon große Regiekunst. Auch ist ihm und seiner Truppe wieder ein schauspielerisch hervorragendes und sauber choreographiertes Kostümfest gelungen. Bis ins kleinste Detail stimmen Bühnenbild und Ausstaffierung der Mitwirkenden überein. Verdreckte, an Ketten hängende Zuchthäusler, verlotterte Bettler, die kleine Cosette in zerrissenem Kleidchen auf dem Boden knieend und mit einem Lumpen den Fußboden schrubbend – alles passt.

Überraschenderweise verzichtet Schuster beinahe gänzlich auf seine sonst üblichen Tanzeinlagen. Lediglich die Gruppe der um ihre toten Kinder trauernden Frauen zeigt eine kleine Choreographie.

Gerade die wunderbar begabte Tänzerin Erika Braun und auch Schuster selbst bleiben während des gesamten Stücks „nur“ brillante Schauspieler und Gesangsimitatoren. Vielleicht war das so gewollt von Schuster. Vielleicht haben in seinen Augen leichte, anmutige Hebefiguren nicht zu diesem düsteren Stück gepasst.

Weitere Vorstellungen

Der Tanzpalast Stephan Schuster spielt das Stück „Die Elenden“ noch am kommenden Freitag, 17., kommenden Samstag, 18. November, jeweils um 20 Uhr, und am kommenden Sonntag, 19. November, um 18 Uhr in der Bräuwastlhalle in Peißenberg. Karten gibt es im Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse in Weilheim, Telefon 0881/68611, in der Bräuwastlhalle unter Telefon 08860-796, sowie an der Abendkasse.

Regina Wahl-Geiger

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