Dieses Foto stammt wohl aus den 1960 Jahren und zeigt links das relativ neue Verwaltungsgebäude, das inzwischen komplett umgebaut und in Eigentumswohnungen untergliedert wurde
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Dieses Foto stammt wohl aus den 1960 Jahren und zeigt links das relativ neue Verwaltungsgebäude, das inzwischen komplett umgebaut und in Eigentumswohnungen untergliedert wurde.

Serie: 50 Jahre „Schicht im Schacht“

Ende und gleichzeitig Neuanfang

Am 31. März 1971 schloss das Bergwerk in Peißenberg und Hohenpeißenberg. Für die vielen Bergmänner und Beschäftigten mussten andere Arbeitsstellen gefunden werden. Deswegen wurden einige Betriebe in Peißenberg angesiedelt.

Peißenberg/Hohenpeißenberg – Das Arbeitsamt richtete damals in Peißenberg sogar eine Stelle zur Arbeitsplatzvermittlung ein. Durch staatliche Unterstützung, durch die Gemeindeverwaltung und den sehr guten Sozialplan gelang es, für alle Beschäftigen neue Arbeitsplätze zu finden. In Peißenberg wurden drei größere Betriebe angesiedelt: „Siemens“, „Agfa“ und „MTU“.

Auf dem Bergbaugelände wurde die „BHS-Cometall-Peißenberg“ gegründet, der Metallbetrieb beschäftigte fast 200 Leute. Für alle drei neuen Betriebe wurden große Grundstücksflächen zur Verfügung gestellt und relativ schnell entstanden die neuen Werkshallen. Der Betrieb im Bergbau lief bis zum letzten Tag, es konnte nicht jeder einfach gehen. Es konnte nicht von einem Tag auf den anderen der Schalter umgelegt werden, Sozialpläne regelten die Ansprüche der Beschäftigten und damit auch ihren Wechsel.

Nachfolgend die damaligen Belegschaftszahlen, daraus kann man auch erkennen welche große Aufgabe es war für alle im Bergwerk Peißenberg Beschäftigten wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden beziehungsweise bereitzustellen: Am 14. November 1969, an dem Tag, an dem verkündet wurde, dass das Bergwerk Peißenberg geschlossen wird, haben 1553 Arbeiter und 267 Angestellte dort gearbeitet, was einer Gesamt-Beschäftigtenzahl von 1820 entspricht. Am 1. März 1971 waren es noch 617 Arbeiter und 131 Angestellte, also waren insgesamt 748 Menschen beim Bergwerk beschäftigt. Am 1. Dezember 1971 hatte das Bergwerk Peißenberg 59 Arbeiter, 46 Angestellte und insgesamt 105 Mitarbeiter, am 1. Januar 1972 gab es weder einen Angestellten noch einen Arbeiter dort.

In den neuen Betrieben fand ein Großteil der ehemaligen Bergleute wieder einen Arbeitsplatz. Viele der jüngeren Kameraden mussten dazu einen neuen Beruf erlernen. Viele Bergmänner fanden im öffentlichen Dienst ihre Zukunft, vom Straßenbauamt, Vermessungsamt bis zur Standortverwaltung kamen die Angebote. Viele wurden Pendler. Letztlich blieb aber keiner ohne Arbeitsplatz. Die älteren Bergleute konnten im Rahmen der ausgehandelten Sozialpläne in Rente gehen. Es war insgesamt eine gewaltige Leistung, diese große Zahl an Arbeitsplätzen am Standort Peißenberg zu schaffen. Natürlich wurden den großen Firmen damals kräftige steuerliche Vorteile und Beihilfen gewährt, damit sie nach Peißenberg kamen und dort ein Zweigwerk aufbauten. Von Rudi Hochenauer

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