Energieeffizienz von Gemeindegebäuden

„Energiewende ist kein Selbstläufer“

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Peißenberg - Andreas Scharli von der EWO hat die Peißenberger Gemeindegebäude untersucht. Er bemängelt vor allem mehrere alte Heizkessel.

Den Energieverbrauch zu senken, ist nicht nur umweltfreundlich – es spart auch eine Menge Geld. Und so tun Gemeinden gut daran, die Energieeffizienz ihrer Gebäude im Blick zu haben. Peißenberg hat deshalb einen Energienutzungsplan in Auftrag gegeben – dafür hat Energiemanager Andreas Scharli von der „Energiewende Oberland“ die Liegenschaften des Markts genau unter die Lupe genommen. Seine Ergebnisse stellte er nun im Gemeinderat vor. Dabei ging Scharli auf jedes einzelne Gebäude ein, stellte den aktuellen Wärme- und Energieverbrauch vor.

„Grundsätzlich schaut das gut aus“, sagte Scharli im Gespräch mit der Heimatzeitung. Einige Ergebnisse erfreuten den Experten. Beim Stromverbrauch gibt’s wenig zu tun, da ist Peißenberg mit der Zeit gegangen. Photovoltaik zum Beispiel „war immer schon ein positiv besetztes Thema in Peißenberg“, sagte Scharli. Die thermische Solaranlage auf der Bücherei sei in den 1990er Jahren eine der ersten ihrer Art gewesen.

Wenn’s aber um das Thema „Wärme“ geht, da sieht der Energiemanager großen Handlungsbedarf. Die Gemeinde betreibt einige Heizkessel, bei denen sich laut Scharli „keiner wundern darf, wenn die mal nicht mehr gehen“. Jener im Bauhof stammt aus dem Jahr 1989, der Kessel in der Bücherei ist immerhin 20 Jahre alt, und im Feuerwehrgerätehaus wird ein 21 Jahre altes Exemplar betrieben. Die Heizkosten sind in diesen Gebäuden entsprechend hoch. „Das tut weh“, sagte Scharli im Gemeinderat. „Bei euch im Geldbeutel. Und bei mir im Herzen.“ Allein im Bauhof kommen jedes Jahr Heizkosten von rund 7600 Euro zusammen. „Für die paar Räume ist es einfach zu viel Geld“, urteilte er.

Das Argument, man wisse noch nicht, wie es mit dem Bauhof weitergeht, und warte deshalb ab, zieht für Scharli nicht. „Das geht seit Jahren so. Und das Geld rinnt einem durch die Finger.“ Er rät deshalb dazu, eine andere Heizung einzubauen. Für die Tiefstollenhalle empfiehlt Scharli zudem, den Gaskessel gegen ein Blockheizkraftwerk zu tauschen. Und für die Zweifach-Turnhalle schlägt er vor, die Temperatur auf 18 Grad zu regeln. „Eine Halle ist zum Bewegen da“, sagte er. „Da müssen Sie Rückgrat zeigen.“

Trotz der guten Werte hat der Energiemanager auch in Sachen „Strom“ Verbesserungsvorschläge. An der Tiefstollenhalle könnte in seinen Augen die Außenbeleuchtung optimiert werden, indem die Strahler nur noch mit 70 und nicht mehr mit 500 Watt leuchten. Generell könnten die Straßenlaternen im Ort auf LED umgestellt werden.

Das aber sind alles vorerst Ideen von Scharli. Die sollen im Energienutzungsplan, der im Herbst fertig wird, konkretisiert werden.

Dass die finanzschwache Gemeinde für Änderungen erst einmal Geld in die Hand nehmen muss, ist ihm klar. „Energiewende ist kein Selbstläufer.“ Aber es gelte, die Gelegenheiten für Veränderungen zu ergreifen.

Eine stehe gerade vor der Tür. Denn auch im Rathaus sieht er Optimierungspotenzial. Die Gebäudehülle sei „sehr gut“, der Stromverbrauch allerdings sehr hoch, weil die Technik, speziell die Datensicherung, auch nachts läuft. Die Kühlung der Geräte ginge „kostengünstiger“, sagte Scharli. Nachdem ein Teil der Technik durch einen Schwelbrand ohnehin beschädigt ist, „wäre jetzt die Chance, eine energiesparendere Variante zu finden“.

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