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Der Barbarahof.

Ensembleschutz für den Barbarahof

„Das geht gar nicht“

Der Peißenberger Bauausschuss war nicht erfreut. In seiner jüngsten Sitzung übte er heftige Kritik am Landesamt für Denkmalpflege, das den Barbarahof unter Ensembleschutz stellte.

Peißenberg – Was hat das Denkmalschutzamt dazu veranlasst, den Barbarahof samt der einsturzgefährdeten Holzlegen unter Ensembleschutz zu stellen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Peißenberger. Vor allem in der Kommunalpolitik ist der Unmut über die behördliche Entscheidung groß, bedeutet sie doch das vermeintliche Aus für die Nachverdichtungspläne in der ehemaligen Bergarbeitersiedlung. Das Problem: Peißenberg hätte eigentlich dringenden Bedarf an sozialem Wohnraum (wir berichteten). 

In der ersten Bauausschusssitzung nach der Sommerpause sprach Jürgen Forstner bezüglich der denkmalschutzrechtlichen Deklarierung des Barbarahofs von einem „Skandal“: „Der Denkmalschutz verhindert sozialen Wohnungsbau – und das wegen irgendwelcher Holzlegen. Das geht gar nicht. Im Barbarahof gibt es nichts, was man unter Denkmalschutz stellen müsste“, fand der Gemeinderat der Bürgervereinigung deutliche Worte: „Das Ganze kommt mir sehr dubios vor. Wo war bitte der Denkmalschutz, als vor ein paar Jahren Kunststofffenster in die Häuser eingebaut wurden?“ Laut Forstner müsse nun „öffentlicher Druck“ erzeugt und die große Politik auf die Thematik aufmerksam gemacht werden: „Wenn das so kommt, dann ist unsere Bundesregierung gefordert, dem Denkmalschutz einen Riegel vorzuschieben. Wir dürfen uns da die Butter nicht vom Brot nehmen lassen“, erklärte Forstner. Die „Wohnbau GmbH Weilheim“ habe für die Nachverdichtung eine „verträgliche Planung“ vorgelegt. Dass das Projekt aber jetzt trotzdem nicht umgesetzt werden könne, sei „nicht nachvollziehbar“. Mit dem Veto des Denkmalschutzes dürfe man sich nicht zufrieden geben: „Dagegen muss geklagt werden“, forderte Forstner. Doch ob eine juristische Auseinandersetzung wirklich helfen wird, ist nach Einschätzung von Bürgermeisterin Manuela Vanni eher fraglich. „Niemand weiß, wie lange so ein Gerichtsverfahren dauert. Uns läuft die Zeit davon.“ Die Wohnbau GmbH habe für die Nachverdichtung im Barbarahof eine millionenschwere Investitionssumme einkalkuliert – und zwar für das Jahr 2018. Die Rathauschefin möchte die Finanzmittel unbedingt in Peißenberg halten - wenn nicht für den Barbarahof, dann für sozialen Wohnungsbau an anderer Stelle. Wo das sein könnte, ist laut Vanni aber „noch nicht spruchreif“. 

 Helmut Bachlatko, Interimsgeschäftsführer der „Wohnbau“, bestätigte auf Nachfrage der Heimatzeitung, dass die Gesellschaft inzwischen gegen den im Januar 2017 erlassenen Ausgangsbescheid – der „Wohnbau“ wurde damals untersagt, die Holzlegen abzureißen – Klage erhoben hat. Die gerichtliche Prüfung ist für Bachlatko ein logischer Schritt: „Ich musste das als Geschäftsführer machen, um die Interessen der Gesellschaft zu wahren.“ Das Verwaltungsgericht habe die Akten bereits angefordert. Verhandlungsbeginn werde vermutlich im Frühjahr sein. Große Erfolgschancen sieht der „Wohnbau“-Chef zwar nicht, „aber wir müssen es probieren“. Möglicherweise lasse sich noch eine abgespecktere Variante mit acht oder neun statt mit 29 Wohnungen realisieren. „Irgendwann kommt im Barbarahof sicher eine Nachverdichtung. Die Frage ist nur wann“, prognostiziert Bachlatko.

Dass die „Wohnbau“ die ehemalige Bergarbeitersiedlung aus wirtschaftlichen Gründen an einen privaten Investor abstoßen könnte, schließt der Geschäftsführer aus. Die Gesellschaft sei dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet – wofür man auch Verluste in Kauf nehmen müsse. Die Bestandsbauten des Barbarahofs werde man zudem weiter „nachrüsten“: „Wir wollen, dass sich die Leute dort wohlfühlen.“

Bernhard Jepsen

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