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Die Kamera ist installiert: Sie liefert bei Hochwasser Bilder, damit Einsatzkräfte die Lage einschätzen können. Aufgebaut wurde sie von (v.l.) Wetterexperte Stefan Schwarzer, Bauhofleiter Roman Bals und Dietmar Herz von der Firma „Ott“. 

Erste Anlage in Peißenberg

Hochwasser-Warnsystem ist installiert

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437 Tage sind vergangen, seitdem das Wasser an der Peißenberger Bachstraße  erstmals übergangen ist – und einen riesigen Schaden hinterließ. Nun, 62 Wochen später, wurde das erste Hochwasser-Frühwarnsystem in der Gemeinde installiert. 

Peißenberg – Am gestrigen Dienstag war ein Mitarbeiter der beauftragten Firma „Ott“ aus Kempten am Wörtersbach oberhalb der Unterbaustraße dabei, alle nötigen Anlagen zu installieren. Im Februar war der Auftrag hierfür rausgegangen – doch erst jetzt kam das Unternehmen dazu, die Arbeiten in Peißenberg anzupacken. Bauhofleiter Roman Bals schaute am Morgen gemeinsam mit Wetterexperte Stefan Schwarzer, der die Gemeinde bei der Anschaffung beraten hat, vorbei. Sichtlich froh, dass die Anlage endlich installiert wurde.

Das Warnsystem, für das die Gemeinde rund 12 000 Euro ausgibt, hat drei zentrale Funktionen. Auf einer Wiese in der Nähe des Bachs steht ein Gerät, um die Niederschlagsmenge zu ermitteln. „Uns interessiert ja auch, was von oben runterkommt“, sagt Bals. Im Bach wurde zudem ein Pegelmesser installiert, um zu sehen, wann das Wasser steigt. Obendrein gibt es eine Kamera, die bei drohendem Hochwasser Fotos vom Bachlauf aufnimmt. In einem Kasten am Rande des Wörtersbachs laufen all diese Daten zusammen und werden in eine sogenannte Cloud hochgeladen, wo sie Mitarbeiter des Bauhofs und der Gemeinde sowie Mitglieder der Feuerwehr abrufen können. Sowohl für die Niederschlagsmenge als auch für den Pegelstand gibt es drei Warnstufen, die den Helfern per Sprachnachricht und E-Mail übermittelt werden.

„Das Ganze verhindert natürlich kein Hochwasser“, sagt Bals. „Aber wenn wir frühzeitig Bescheid wissen, dann können wir Maßnahmen ergreifen, um die Schäden möglichst gering zu halten.“ Schwarzer erhofft sich von den Daten zudem wichtige Informationen über die Auswirkung bestimmter Regenmengen. „Bisher wissen wir nicht, wie es sich beispielsweise auswirkt, wenn an dieser Stelle 30 Liter Niederschlag fallen“, sagt der Wetterexperte. „Aber nun können wir das sehen und Rückschlüsse ziehen.“

Funktionieren soll die Anlage voraussichtlich schon ab morgigem Donnerstag. Und für die Zukunft ist angedacht, dass die Daten auch den Peißenberger Bürgern zugänglich gemacht werden. Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Pegelstände künftig auf der Homepage der Gemeinde abrufbar sind.

Das Warnsystem am Wörtersbach soll nicht das einzige bleiben. Funktioniert es wie gewünscht, dann ist geplant, im kommenden Jahr zwei weitere Anlagen zu installieren. Eine an der Bachstraße und eine am Stammersbach auf Höhe der Fendter Straße. Vor allem den Stammersbach hatte man früher laut Bals „gar nicht auf dem Schirm. Aber heuer ist er schon zweimal stark angestiegen“.

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