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Anton Höck ist Vorsitzender des „Trachtenvereins Markt Peißenberg“.

Vereinsleben in Peißenberg

„Es ist schlicht und ergreifend frustrierend“

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie treffen auch die Peißenberger Vereine hart: Seit fast einem Jahr findet das Vereinsleben gar nicht oder nur eingeschränkt statt. Viele fürchten, dass das massiv schaden wird.

  • Die Peißenberger Vereine sind durch die Kontaktbeschränkungen stark getroffen
  • Seit fast einem Jahr findet so gut wie kein Vereinsleben statt
  • Viele fürchten, dass die Coronazeit langfristige Folgen für das Vereinsleben hat

Peißenberg – „Es ist schwierig“, sagt der Vorsitzende des „Trachtenvereins Markt Peißenberg“, Anton Höck, „das Miteinander, das den Verein ausmacht, ist schon fast ein Jahr nicht möglich.“ Sämtliche Vereinsaktivitäten des Peißenberger Trachtenvereins waren vom harten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres gestoppt worden. Im Herbst konnte der Verein zwar seine Stiftungsmesse feiern und direkt im Anschluss draußen vor der Kirche verdiente Mitglieder ehren, doch das war’s dann schon wieder mit dem Vereinsleben, dann kam der nächste Lockdown.

Bis auf Stiftungsmesse und Ehrungen fand das Vereinsleben seit März des vergangenen Jahres wegen der Corona-Pandemie so gut wie nicht statt. Höck bedauert das sehr: „Die Gemeinschaft fehlt uns. Es ist für unsere Mitglieder ein Bedürfnis, dass wir uns wieder treffen können.“ Dennoch hätten alle Verständnis für die Corona-Beschränkungen: „Gesundheit geht vor“, sagt der Vorsitzende.

Online in Kontakt zu treten und sich über den Computer zu unterhalten, ist in Höcks Augen keine wirkliche Alternative. „Das ersetzt das Zusammenkommen nicht“, sagt der Vorsitzende. Einzelne Dinge seien vielleicht online möglich, bei einem Verein wie dem Trachtenverein, dessen Mitglieder aus nahezu allen Altersgruppen kommen, sei es aber schwierig, etwas Passendes zu finden.

Er hofft, dass mit steigenden Temperaturen und immer mehr Geimpften im Laufe des Jahres wieder kleinere vereinsinterne Aktivitäten möglich sein werden. „Ein Grill- oder Biergartenfest, das könnte ich mir vorstellen, dass es heuer noch geht“, sagt der Vorsitzende. Dass zumindest ein bissl etwas stattfindet, ist seiner Meinung nach wichtig: „Es könnte sein, dass die Vereinsgemeinschaft sonst zerbricht“, sagt Höck.

Auch Bernhard Jepsen, der zweite Vorstand der Tischtennissparte im TSV Peißenberg, fürchtet, dass sich dieser lange Stillstand negativ auf das künftige Vereinsleben auswirken könnte: „So eine Entwöhnung tritt schnell ein.“ Dass sich nach der Corona-Zeit einfach wieder weiter trainieren lässt, als sei nichts gewesen, bezweifelt er: „Ich denke, dass wir nicht einfach auf den Reset-Knopf drücken können und alles ist wie vorher.“ Wenn die Kontaktbeschränkungen wegen der hohen Coronazahlen noch lange weiter bestehen, sieht er viele Vereine in Gefahr und Probleme auf die Gesellschaft zukommen: „Wenn das so weitergeht, kann man nach Corona ehrenamtliche Strukturen mit dem Fernrohr suchen“, sagt Jepsen – zumal derzeit die Jugendarbeit, die den Vereinsnachwuchs sichert, brachliege: „Du kannst ja nichts anbieten“, so der zweite Vorstand der Tischtennissparte.

„Es ist schlicht und ergreifend frustrierend“, sagt Jepsen über das Vereinsleben derzeit: „Und es fehlt die Perspektive.“ Der Trainingsbetrieb sei vom „Bayerischen Tischtennis-Verband bis März ausgesetzt. Dabei sei insbesondere das Training fürs Vereinsleben wichtig. Auch Jepsen hat angesichts der hohen Corona-Fallzahlen Verständnis für all die Maßnahmen, kann aber nicht nachvollziehen, dass gleichzeitig der Profi-Sportbetrieb weiterläuft.

Auch die Vereinsaktivitäten des „Modell-Bahn-Clubs Pfaffenwinkel“ leiden unter der Corona-Pandemie. Der Verein hat im Peißenberger Bahnhof seine Clubräume, wo die Mitglieder die Bahnhöfe Weilheim und Peißenberg möglichst vorbildgerecht so nachbauen, wie sie im Jahr 1968 tatsächlich waren. Wie der zweite Vorstand und Schriftführer Stephan Glück erläutert, haben sich die Vereinsmitglieder zwar so oft, wie es die Corona-Regeln erlaubten, im Peißenberger Bahnhof getroffen, um weiter an der Anlage zu arbeiten, dennoch war dies im vergangenen Jahr meist nicht im üblichen Umfang möglich. Andere Vereinsaktivitäten, Treffen, Feste und Tage der offenen Tür, mussten ganz ausfallen. Dabei seien gerade diese Veranstaltungen wichtig, um neue Mitglieder zu gewinnen, sagt Glück.

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