Günther Forster hat Klage beimArbeitsgericht eingereicht.

Ex-Gemeindewerksleiter will zurück auf  Marketing-Posten

Wohl kein Weg zurück für Günther Forster

In Sachen „Günther Forster gegen Gemeindewerke Peißenberg“ sind die Fronten verhärtet. Der ehemalige Leiter der Gemeindewerke hatte gegen seine Kündigung Klage beim Arbeitsgericht eingereicht.

Peißenberg – Es war insgesamt gesehen eine relativ kurze Zeit, in der Günther Forster mit dem Kommunalunternehmen „Gemeindewerke Peißenberg“ beruflich verbandelt war: Der damalige Leiter der Gemeindewerke, Oliver David, hatte den in Peißenberg lebenden Forster als Marketing- und Vertriebschef sowie Pressesprecher eingestellt. Am 1. September 2015 nahm der ausgebildete Sparkassenfachwirt und Bankkaufmann seine Tätigkeit für die Gemeindewerke auf und war damit Angestellter des Unternehmens.

Nachdem David Mitte August 2015 von seinem Amt entbunden worden war, übernahm Forster zum 1. November: Er wurde Vorstand der Peißenberger Gemeindewerke. Mit diesem Entschluss änderte sich das Verhältnis zwischen ihm und den Gemeindewerken: Forster war nicht mehr angestellt. In seinen Vertrag wurde eine Klausel aufgenommen, dass er nach Beendigung seiner Vorstandstätigkeit wieder in seinen früheren Job zurückkehren kann.

Nach weniger als zwei Jahren als Chef der Gemeindewerke schmiss Forster im Juli in diesem Jahr überraschend hin: Er bat um die Aufhebung seines Vorstandsvertrages. Da Forster seitdem nicht mehr für die Gemeindewerke tätig ist, wurde ihm nun zum 31. Dezember gekündigt.

Dagegen zog der ehemalige Chef der Gemeindewerke vor Gericht: Er reichte Kündigungsschutzklage ein, mit dem Ziel, in seine Position als Marketingleiter zurückkehren zu können. Sollte daraus nichts werden, wollte der Peißenberger neun Monatsgehälter als Abfindung.

Auch wenn bei dem Gütetermin noch keine Entscheidung gefallen ist, aus der Rückkehr in den Schoß der Gemeindewerke wird wohl nichts. Das ließ Arbeitsrichterin Marion Lunz-Schmieder bei dem Gütetermin am Arbeitsgericht in Weilheim durchblicken. Die Anwältin der Gemeindewerke hatte zuvor dargelegt, dass Forster in seiner Zeit als Chef des Kommunalunternehmens die Stelle des Marketingleiters abgeschafft habe. „Er hat im Rahmen seiner Vorstandschaft seine Stelle abgeschafft“, sagte die Anwältin der Gemeindewerke beim Arbeitsgericht. Der Posten sei von Forster nicht nachbesetzt worden und auch im Wirtschaftsplan nicht aufgetaucht.

„Dass er seine Stelle abgeschafft haben soll, ist mir neu“, sagte der Anwalt Forsters – Forster selber war nicht vor Gericht erschienen, auch die Gemeindewerke hatten nur ihre Anwältin geschickt.

Für Lunz-Schmieder wog in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Marketingstelle in keinem Plan mehr auftauchte, schwer. Zudem war für sie klar: „Das Arbeitsverhältnis ist missglückt.“ Im Übrigen sei es eher unüblich, „wenn ein ehemaliger Vorstand im gleichen Unternehmen als abhängig Beschäftigter weiterarbeitet.“

Sie machte außerdem deutlich, dass sie für die Abfindung in der vom Kläger vorgeschlagenen Höhe, keinen Spielraum sieht. „Wir haben eine unter einem Jahr dauernde Beschäftigung, was in der Regel einem halben Monatsgehalt entspreche. Weil ihrer Ansicht nach die Höhe der Abfindung überschaubar bleibe, „sehe ich ganz viel Spielraum für eine gütliche Einigung“, sagte die Richterin. Sie schlug vor, dass sich die Gemeindewerke und Forster ans Gütegericht in München wenden sollten, wo intensiv nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden könne.

Nun haben beide Seiten bis zum 20. Dezember Zeit, dem Gericht mitzuteilen, ob sie sich an einen Güterichter in München wenden wollen, ob sie einen Vergleich schließen oder doch den Klageweg beschreiten wollen. „Ich könnte mir vorstellen, dass ein Güteverfahren Sinn macht“, sagte Lunz-Schmieder.

Ob die Gemeindewerke Peißenberg diesen vorgeschlagenen Weg einschlagen, ist noch nicht klar. Mit Forsters Vorgänger David, der diesen damals eingestellt hatte, hat sich das Kommunalunternehmen im Sommer 2015 geeinigt. Wie, darüber wurde Stillschweigen vereinbart.

Kathrin Hauser

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